Vereinigte Staaten von Amerika Archive - Advocatus Veritas https://advocatus-veritas.com/de/sujet/etats-unis-damerique/ unkonventionell - horizonterweiternd Sun, 26 Jan 2025 16:45:58 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.1 https://advocatus-veritas.com/wp-content/uploads/2024/03/cropped-AV-Favicon-Web-Site-Icon.3.bearb_-32x32.png Vereinigte Staaten von Amerika Archive - Advocatus Veritas https://advocatus-veritas.com/de/sujet/etats-unis-damerique/ 32 32 Der Ukraine-Krieg ist ein Stellvertreterkrieg gegen Russland, und die Ukraine wird geopfert https://advocatus-veritas.com/de/der-ukraine-krieg-ist-ein-stellvertreterkrieg-gegen-russland-und-die-ukraine-wird-geopfert/ https://advocatus-veritas.com/de/der-ukraine-krieg-ist-ein-stellvertreterkrieg-gegen-russland-und-die-ukraine-wird-geopfert/#comments Thu, 11 Jul 2024 20:48:45 +0000 https://advocatus-veritas.com/?p=661 Die Ukraine ist das Opfer im Stellvertreterkrieg des Westens unter Führung der USA gegen Russland. Auch die Zersstörung der Ukraine wird einkalkuliert, was westlichen Strategen entgegenkommt. [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...]

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Schaut man genauer hin, wird es deutlich: Es geht vorrangig um Rohstoffe und Verträge über Schürfrechte; auch die EU streckt ihre Hand nach den gewaltigen Lithium-Vorkommen in der Ost-Ukraine aus. Diese Rohstoffe, die für die sogenannte Energiewende dringend benötigt werden, dürfen keinesfalls Russland in die Hände fallen, so die Zielsetzung. Über die Motive von Moskau wird viel und umfassend spekuliert und vieles unterstellt. Die Ziele des „WERTE-WESTENS“ scheinen eindeutig.
Zu alle dem gehören die unermesslichen Flächen an Landwirtschaftsgrund und Produktionskapazitäten, die schon seit über 10 Jahren von westlichen „Investoren“ aufgekauft werden. Bekanntermaßen ist auch die Familie des derzeitigen US-Präsidenten, vor allem der zwielichtige Sohn Hunter Biden, in der Ukraine tätig.

Es geht bei der Ausweitung des Krieges „den Guten“ aus dem Westen nicht um den Schutz, die staatliche Integrität der Ukraine, sondern im Gegenteil, die weitgehende Entvölkerung und den Aufkauf des wichtigen Landes in Zentral-Eurasien. Das eurasische Herzland soll auf Biegen und Brechen Bestandteil des Westblocks werden und des Weiteren der Einflusssphäre Russlands entzogen werden.
Und darüber hinaus will der US-geleitete Westblock den verhassten Feind Russland massiv schwächen oder möglichst größtmöglich destabilisieren.

Ukraine-Krieg ist nicht nur ein Stellvertreterkrieg gegen Russland – Ukraine ist ein Opfer

Ob die Naivität vieler Ukrainer nun schrittweise einer Erkenntnis und Ernüchterung weicht und sich dies in Handlungen niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.
Denn eigentlich ist dies nicht nur ein Stellvertreterkrieg des Westblocks unter der Regie der USA gegen Russland, bei dem die Ukraine benutzt wird. Die Ukraine soll Russland schwächen und ist gleichzeitig Schlachtfeld wie auch Opfer.
Es ist in der anderen Seite ebenso ein Krieg des Westens gegen die Ukraine, bei dem Russland – nach endlosen Provokationen von westlicher Seite, seit mehr als 10 Jahren – nun die Drecksarbeit verrichtet.

Die These lautet: Ziel ist es für Strategen des Westens, sich mittelfristig der Ukraine zu bemächtigen. Wie kann das besser gelingen, als mit einem Bruderkrieg Russland – Ukraine, der von außen angeheizt wird und bei dem beide verlieren? Und… einige andere schlagen vielfach erwarteten Gewinn daraus. Vorrangig profitieren die westliche Rüstungsindustrie und Investitionsunternehmen, und geopolitisch wie auch innenpolitisch verbessert die neo-konservative Machtelite – die weder konservativ noch liberal ist, wie sie sich gerne gibt – in den USA die eigene Position, so zumindest der Plan. Raffinierter und perfider geht es nicht. Wer dieses Spiel der transatlantischen Westblockkriegsallianz nicht wenigstens ein Stück weit durchschaut, ist mit unerhörter Naivität geschlagen. Diese Handlungsweise ist seit mehr als 100 Jahren üblich und markant für skrupellose US-Geostrategen, im Verbund mit Großbritannien.

Gleichzeitig kommen mit diesem Krieg unbeschreibliche Summen europäischen Geldes – Steuergeld von mehreren 100 Millionen Steuerzahlern – Rüstungsunternehmen und andere Industriezweigen zugute. Denn die „Ukraine-Hilfe“ wird zum größten Teil direkt in westliche Rüstungsunternehmen geleitet, im Wesentlichen in die USA, und Aktieninhaber profitieren – Steuerzahler kommen dafür auf; Soldaten, immer häufiger zwangsrekrutiert, sterben; die Ukraine wird mehr und mehr zum Trümmerfeld; Russland wird zunehmend mit großen Schäden auf dem eigenen Territorium konfrontiert, und die Sozialsysteme von Staaten, die geflüchtete Ukrainer aufnehmen, kommen ebenfalls für das teuflische Geschäft auf. Die Steigbügelhalter aus den europäischen Staaten und den EU-Institutionen, die selten dem Wohlergehen ihrer Länder und der europäischen Völker dienen, spielen dieses diabolische Geschachere mit.

Die NATO ist lange schon kein Verteidigungsbündnis mehr, sondern ein geostrategisches Mittel zum Zweck. Provokation ist Methode.

Woher kommen ehrliche Friedensbemühungen?

Ein sogenannter Friedensgipfel in der Schweiz, am 15. und 16. Juni 2024, zu dem Russland als eine wesentliche Kriegspartei nicht zugegen war, spricht Bände darüber, wie die Führungskreise des Westens die Lage einschätzen und wohin die weitere Entwicklung gelenkt werden soll: Fortsetzung von Krieg und Zerstörung – ein Friedensverhinderungsgipfel tagte dort. Militärische Unterstützung einer Partei zu beraten, ist kein Weg eines Friedensgipfels. Wie sogar offiziell erklärt wurde, steht nicht ein Waffenstillstand oder die angestrebte Beendigung des Krieges im Mittelpunkt des Gipfels, sondern Getreideexporte aus der Ukraine, Sicherheit eines Kernkraftwerkes, verschiedene humanitäre Angelegenheiten. Ohne Frage sind das wichtige Themen, aber im Mittelpunkt eines Friedensgipfels sollte anderes stehen.

Russland wird nicht als Verhandlungspartner betrachtet mit der Begründung, dass die russischen Vorstellungen und Forderungen als unrealistisch und nicht diskussionswürdig angesehen werden. Dementgegen tritt der vereinigte Westen mit Maximalforderungen gegenüber Russland auf, die russische Interessen und Befindlichkeiten beiseite wischen, was die russische Seite hinnehmen soll. So untergräbt man jegliche Friedensbemühungen.
Jedoch wird in den Ländern West-Europas rasch einjeder, der Zusammenhänge betrachtet oder auf Entwicklungen und Vorgeschichte hinweist, als „Putin-Versteher“, „Russlandfreund“ oder „Rechtsradikaler“ gebrandmarkt. Dieses primitive, unsachliche Framing und boshafte Stigmatisierungen betreiben die Masse der Mainstream-Medien und Politiker führender Parteien Hand in Hand. Dabei benötigt die Welt ein Verstehen und jede ernsthafte Bemühung, um eine Friedenslösung herbeizuführen, und ja: dabei müsste der Westen und auch die Ukraine sicherlich einige bittere Kröten schlucken. Doch dazu fehlt von vorneherein auf westlicher Seite die Bereitschaft. Zugeständnisse vonseiten des vereinigten Westens hießen auch, eingestehen, dass die Einflussnahmen aus den USA wie auch der EU in die inneren Angelegenheiten der Ukraine, die vor 2014 begann und den Putsch gegen den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch einschlossen, gescheitert sind.

Strategie von US-Strategen und EU in Ukraine gescheitert

Jedes Stückchen Zurückweichen vonseiten der USA und ihren westlichen Helfern in die Richtung von Russlands Positionen würde offenlegen, dass die Strategie gescheitert ist, die Ukraine im Ganzen, einschließlich der Krim mit dem strategisch bedeutsamen Schwarzmeerhafen Sewastopol und dem U-Boot-Bunker Balaklawa, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich in den Westblock zu integrieren und dem russischen Einfluss gänzlich zu entziehen. Russland hat, mit Präsident Putin an der Spitze, die US-Strategien und ihre Verbündeten schon mehrfach zuvor ausmanövriert, was deren Hass ihm gegenüber zunehmend steigert. Mit der russisch initiierten Volksabstimmung auf der Krim, die deren Eingliederung in das russische Territorium nach sich zog – ob völkerrechtswidrig oder nicht, haben sowohl die Ukraine wie auch die strategische Leitung aus den USA eine Schlappe erlitten.

Die uns täglich vorgeführte Schwarz-weiß-Polarisierung in diesem Krieg trägt das Narrativ zur Schau, welches uns lange schon eingepflanzt werden soll: Russland ist der Schurke und das einzig Böse – die Ukraine das unschuldige Opfer. Dass es weitere wesentliche Akteure in dem Spiel gibt, wird unterschlagen. Ebenso unbedeutend ist es mit einem Male, dass die Ukraine bis zum Kriegsausbruch durch den russischen Angriff, im Februar 2022, als außerordentlich korruptes Land bekannt war und dass sich in der Folge des sogenannten Euro-Maidan, 2014, ultranationalistische Kräfte mit Russlandhass und sogar mit Bezug zum Nationalsozialismus in der Gesellschaft und Politik wie auch Militär Einfluss verschaffen konnten. Diese nicht unwichtigen Tatsachen sind nun wie weggewischt.

Jüngst musste sich der ungarische Präsident Orbán öffentlich Kritik gefallen lassen, weil er unmittelbar nach der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft eine Reise nach Russland antrat, um mit dem russischen Präsidenten die Möglichkeiten einer Friedensfindung zu erörtern. Orbán sei nicht befugt oder als EU-Ratspräsident nicht autorisiert, derartige Gespräche ohne Absprache zu führen. Dabei sollte jedem daran gelegen sein, dass ein Waffenstillstand zustande kommt und immerhin die Möglichkeit einer Friedensverhandlung in Aussicht steht, ob er nun aus einer hochrangigen Funktion der EU heraus handelt oder als Präsident seines Landes.
Wenn nicht in den kommenden Wochen mindestens ein großes Wunder geschieht, werden wir in einen großen Krieg hineingetrieben, der sich womöglich über die Ukraine hinaus ausweiten wird. Doch woher könnte ein solches Wunder über uns kommen?

Man mag weit davon entfernt sein, den nochmaligen Präsidentschaftskandidaten der USA, Donald Trump, als Heilsbringer anzusehen, aber wenn wenigstens ein Stück weit etwas an seiner Ankündigung daran ist und er es vermag, auf ein Ende des Krieges hinzuwirken und mittelfristig die NATO wie auch die USA aus internationalen Militärabenteuern herauszuhalten, könnten die diesjährigen US-Wahlen so etwas wie ein Wunder bewirken. Immerhin ist Trump schon als Kandidat im beginnenden Wahlkampf in diese Richtung tätig. Seine Präsidentschaft könnten jedenfalls mit einem größeren Einfluss der Republikaner in beiden Kammern der Kriegstreiberei ein Ende bereiten.
Dazu könnten weitere Akteure aus anderen Staaten beitragen, dass eine Verhandlungslösung in die Nähe rückt, gegen die westeuropäischen Kriegstreiber. Gewiss, dies sind kleine Lichtblicke, aber eine Chance auf ein Wunder, vielleicht sogar auf ein großes.

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„Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 3 https://advocatus-veritas.com/de/kampfbegriffe-gegen-die-opposition-teil-3/ https://advocatus-veritas.com/de/kampfbegriffe-gegen-die-opposition-teil-3/#comments Sat, 27 Apr 2024 10:45:09 +0000 https://advocatus-veritas.com/?p=587 Welche Arten und Kategorien von Verschwörungstheorien gibt es? In diesem Beitrag wird dies genauer betrachtet. Und weshalb sehen viele Menschen in Donald Trump einen Helden und politischen Vorkämpfer? [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...]

Der Beitrag „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 3 erschien zuerst auf Advocatus Veritas.

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Inhalt

Teil 1
„Verschwörungstheorie“: Ursprung eines Begriffes und dessen Gebrauch
Woher kommt der Begriff „Verschwörungstheorie“?
Wer sind Verschwörungstheoretiker und wer ihre Feinde?
Was wird heute als Verschwörungstheorie bezeichnet?
Wodurch die Entstehung von Verschwörungstheorien begünstigt werden

Teil 2
Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – Entstehen, Unterscheidungen und Bedeutung
Die USA werden heute häufig als Ursprung und Hotspot der Verschwörungstheorien angesehen – naheliegende Gründe hierfür
Ein Beispiel aus der früheren Zeit der USA
Mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit
„Verschwörungstheorien“, die aus Misstrauen gegen Regierung, Militär und Geheimdienst entstanden
Die Gemütslage in den USA

Teil 3
International verbreitete oder diskutierte „Verschwörungstheorien“
Weshalb Verschwörungstheorien entstehen
Eine Verschwörungstheorie füllt eine Lücke
Nicht nur in den USA – in der gesamten westlichen Welt finden inzwischen Misstrauen und „Verschwörungstheorien“ zunehmend Verbreitung
Vorläufiges Fazit: Die verschiedenen Arten von Verschwörungstheorien kurz kategorisiert
Kampfbegriffe gegen Meinungsäußerungen und freies Denken
Was dies mit Donald Trump zu tun hat
Fazit und Bewertung

International verbreitete oder diskutierte „Verschwörungstheorien“

Es gibt zahlreiche Themen und Fachbereiche, die entweder insgesamt als Verschwörungsthema oder Verschwörungstheorie abgetan werden. Oder die offiziellen Darstellungen zu manchen Themen überzeugen eine Vielzahl von Menschen nicht; sie werden von vielen hinterfragt.
Darunter sind einige sehr brisante und bedeutsame Themen. Als Beispiele werden hier einige sehr unterschiedliche aufgezählt:

  • Neue Weltordnung – NWO
  • Klimapolitik – menschgemachter Klimawandel und die Auswirkung von Kohlendioxd
  • „Die Deutsche Frage“ – Kriegsfolgen, Völkerrechtliche Lage Deutschlands ab 1945
  • Geo-Engineering, Beeinflussung von Wetter – HAARP und „Chemtrails“
  • Ukraine 2014 – „Maidan-Revolution“ und Krieg
  • Sprengung der Ostsee-Pipelines „North Stream“, 2022
  • CORONA-Pandemie und die mRNA-Impfstoffe
  • Einflüsse großer supranationaler Organisationen oder Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie WHO, Word Economic Forum (WEF) und andere, vor allem transatlantische Netzwerkorganisationen
  • 9/11: Die Anschläge mit Flugzeugen in den USA, am 11. September 2001, wobei vor allem der Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers und des Gebäudes WTC7 zu zahlreichen Spekulationen Anlass gaben.
  • Das Attentat auf den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy in Dallas, November 1963 (Jedoch kann man nun in den vergangenen Jahren schrittweise feststellen, dass zunehmend in großen, anerkannten Medien dieses Thema ausführlich aufgearbeitet wird, nach Jahrzehnten. Das kann man als Hinweis darauf erkennen, dass als Verschwörungstheorien verurteilte Thesen sich als seriöser Forschungsgegenstand entpuppen können.)

Es gibt vieles mehr, was man in dieser Reihe nennen könnte.
Zu all diesen Themen gibt es mehrere Beiträge aus etablierten Medien, Recherchen von „Alternativen Medien“, Urteile von Gerichten, Erklärungen von Regierungen oder Politikern, Dokumente, wissenschaftliche Forschungen und Studien, Bücher, Film-Beiträge und so weiter. Aber dennoch sind diese Angelegenheiten alle miteinander so etwas wie „vermintes Gelände“ – jede auf ihre Weise. Befasst man sich eingehend damit, so läuft man Gefahr als Spinner oder Extremist dazustehen, wissenschaftliche Reputation zu verlieren oder gar erhebliche juristische Schwierigkeiten zu bekommen.

Weshalb Verschwörungstheorien entstehen

Weshalb dieses Misstrauen, die Fragen und Spekulationen, wie kamen und kommen Annahmen und Theorien zustande, die ein anderes Bild zeichneten als das offiziell verkündete? Wieso sehen viele Menschen Angelegenheiten und Fragen als wichtig an, die in den großen Medien oder vor allem von politischen Akteuren gezielt umgangen werden?
Auf diese Fragen kann man selbstverständlich keine kurze und einfache Antwort geben. Es müssen mehrere Faktoren zusammentreffen oder eine Kette von Ereignissen gesehen werden, um zu erklären, wie Theorien entstehen, die eine Verschwörung bestimmter Kreise gegen die Masse der Bevölkerung, gegen das Land, die Weltöffentlichkeit, gegen Frieden, gegen die Wahrheit an sich entstehen lassen und sich schließlich in einem meist längeren Prozess verfestigen.

Mögliche Erklärungen gibt es mehrere:

  • Mangel an zuverlässigen und glaubwürdigen Informationen, offizielle Verlautbarungen sind lückenhaft, fadenscheinig und scheinen sogar in sich widersprüchlich.
  • Offizielle Darstellungen enthalten offenkundig Fehler, missachten bedeutsame Quellen und verschleiern Zusammenhänge, weil tatsächlich etwas verborgen werden soll. (Beispielsweise wird der Inhalt offizieller Protokolle oder ähnlichen Dokumenten der Öffentlichkeit gezielt vorenthalten.)
  • Misstrauen gegenüber Quellen oder öffentlichen Darstellungen per se, weil solche sich in der Vergangenheit als absichtlich irreführend und falsch erwiesen und folglich wenig Glaubwürdigkeit besitzen.
  • Nicht zuletzt kommt in der Regel hinzu, dass bestimmte, mit dem fraglichen Ereignis in Verbindung stehende Personen, Institutionen oder Unternehmen auf die breite Masse durch zahlreiche Skandale oder Unehrlichkeit aus der Vergangenheit als unseriös oder wenig glaubwürdig gelten. Dies ist ein wesentlicher Fakt, der zu Misstrauen und Spekulation Anlass gibt.

Das Vertrauen ist eine zarte Pflanze; ist es zerstört, so kommt es sobald nicht wieder.

  • Otto von Bismarck. Deutscher Reichskanzler, Kaiserreich ab 1871

Dazu kommt, dass mehrere kleine oder große Ereignisse, Vorgänge und Äußerungen – anscheinend – gut zueinander passen, sich ergänzen:
Wenn das Eine, was sich kürzlich ereignet hat, mit einem länger zurückliegenden Geschehen in Verbindung gebracht, einen (vermeintlichen) Sinn und schlüssigen Zusammenhang ergibt, und wenn sich auf der Suche nach weiteren Zusammenhängen mögliche Verbindungen zeigen, die wie ein Puzzle ein Bild ergeben, entsteht zumindest eine Grundlage für weiterführende Annahmen und Thesen.
Erscheinen Personen oder Gruppen wiederholt in vergleichbaren Vorgängen, und können Entwicklungen womöglich in ein größeres Ganzes eingeordnet werden, liegt der Gedanke nahe, dass weniger Zufall im Spiele ist und tatsächlich Zusammenhänge bestehen.

Die systematische Suche nach Zusammenhängen und Verbindungen von Ereignissen ist berechtigt, ja für frei denkende, kritische Menschen und wissenschaftliche Forschung zwingend. Ob diese Suche zu „der einen Wahrheit“ führt, ist dabei zunächst nebensächlich. Es geht darum, ob dieses Nachforschen oder Zeiweln legitim ist. Und ja, das ist es auf jeden Fall. Denn Vermutungen zu haben, Theorien oder Thesen aufzustellen, die dann im Weiteren untersucht werden, ist schließlich auch Methode seriöser Wissenschaft, unabhängig von der Disziplin. Und geht es um Krieg und Frieden, Freiheit, Demokratie und Grundrechte, Gesundheit und bedeutsame wissenschaftliche Erklärungen, dann darf in einem freiheitlichen und rechtsstaatlichen Gemeinwesen das Fragenstellen, Forschen und Veröffentlichen nicht kriminalisiert oder verunglimpft werden, auch dann nicht, wenn es sich um einseitige oder ideologische Vorstellungen handelt.
In einem freien Land darf Bürgern nicht untersagt werden, kritisch zu hinterfragen, Annahmen aufzustellen, seien es nun akademische Publizisten oder nicht-akademische oder Medienschaffende, Blogger, YouTuber. Es besteht für alle das Recht, Fragen zu stellen und sich mit Sachverhalten auseinanderzusetzen. Wenn Politiker oder Medien dieses Recht durch Verunglimpfung und Kriminalisierung nicht anerkennen, zeigen diese in erster Linie deren eigene undemokratische Haltung.

Man kann also die These aufstellen, dass die Diskreditierung und Verunglimpfung von Menschen und bestimmten Ansichten dazu dient, dass Themen und Zusammenhängen nicht nachgegangen wird und dafür keine bereite Öffentlichkeit entstehen soll.

Weiter stellt sich daher die Frage, „Wer hat daran massives Interesse und welche Ziele werden damit verfolgt, Thesen zu bestimmten Themen und das Hinterfragen von Narrativen zu unterdrücken?“
Doch diesen Fragen wird hier nicht nachgegangen, denn es führte zu weit, und es müsste an dieser Stelle eine eigene Verschwörungstheorie aufgestellt werden.

Eine Verschwörungstheorie füllt eine Lücke

Wo Misstrauen überwiegt und obendrein Darstellungen nicht schlüssig erscheinen, klafft eine Glaubwürdigkeitslücke. Ist das nicht nur bei einem einzelnen Menschen der Fall, sondern entsteht diese Glaubwürdigkeitslücke bei zahlreichen Menschen aus ähnlichen Gründen, dann fallen begründete Vermutungen oder Thesen einzelner auf fruchtbaren Boden und verbreiten sich rasch weiter. Nicht nur das: diese Vermutungen oder Thesen werden im Kollektiv durch weitere Hinweise oder Recherchen weiterentwickelt.

In den Zeiten vor dem Internet konnten die führenden Kreise diese unerwünschten Fragen und Thesen durch einfache Maßnahmen eingrenzen. Außerdem waren die Verbreitungsmöglichkeiten und vor allem die Geschwindigkeit des Austausches ohnehin begrenzt.
Heute, im digitalen Zeitalter, mit Internet und Social Media, fällt es selbstverständlich Regierungen, Parteien oder staatlichen Institutionen und mit ihnen verbunden Medien deutlich schwerer, unbequeme Meinungen, Annahmen und Thesen abzuschwächen. Es ist genau genommen unmöglich, es sei denn, mit sehr restriktiven und vielfältigen Maßnahmen. Die Maßnahmen gegen den freien Austausch im Internet werden aus diesem Grund seit einigen Jahren schrittweise verschärft, wie wir in der westlichen Welt beobachten können. Dies geschieht mit der Begründung, gegen Hasskommentare oder Hetze und verschiedene Formen von Internet-Kriminalität vorzugehen und „Desinformation“ verhindern zu wollen. Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille; den freien Austausch zu begrenzen, ist offenbar ein weiteres, wesentliches Ziel.

Nicht nur in den USA – in der gesamten westlichen Welt finden inzwischen Misstrauen und „Verschwörungstheorien“ zunehmend Verbreitung

Bisher war vor allem die Rede von den USA, wo viele Menschen offiziellen Darstellungen von großen Ereignissen keinen Glauben schenken.
Wie sieht es aber in anderen Ländern aus; wie steht es diesbezüglich in Europa? Nun, in einigen europäischen Ländern kann man eine Entwicklung erkennen. Ebenfalls aufbauend auf Misstrauen gegenüber Leitmedien und offiziellen Erklärungen aus der Politik, treten immer mehr „alternative“ Darstellungen und Hintergrundrecherchen zu Tage. Es wird in vielen europäischen Ländern vonseiten großer Medien und etwablierter Politiker beklagt, dass Menschen in großer Zahl „Verschwörungserzählungen“ Glauben schenken. Über eines sollte sich diejenigen, die diese Entwicklung verurteilen, im Klaren sein: Misstrauen und eine angenommene Unglaubwürdigkeit führen dahin, dass Menschen Darstellungen vonseiten bestimmter Quellen nicht mehr annehmen. Diejenigen, die sich lautstark beklagen und die Bürger für ihre „Verschwörungsgläubigkeit“ verurteilen, sollten vorrangig darüber nachdenken, weshalb eine steigende Zahl von Leuten den großen, oft regierungsnahen Medien keinen Glauben mehr schenken. Woher rührt der Vertrauensverlust in die etablierte Politik? Warum werden viele Menschen so misstrauisch, dass sie Zusammenhänge, Hintergrundinformationen und Erklärungen für Geschehnisse und Entwicklungen an ganz anderer Stelle suchen, nicht aber bei den Leitmedien und einflussreichen Parteipolitikern? Das sind die wesentlichen Fragen, denen nachgegangen werden müsste.

Und nein, es sind sicherlich nicht das zunehmend gescholtene und verurteilte Internet oder Soziale Medien die Ursache für Entstehung und Verbreitung von Gegenerzählungen und Thesen, die den verbreiteten Darstellungen widersprechen. Die modernen Digitalmedien sind nicht alleinige Ursache; sie verstärken und beschleunigen lediglich wie ein Katalysator. Allerdings entfaltet gerade dieser beschleunigte Austausch eine politissche Wirkung.
Es darf nicht vergessen werden, dass es obendrein eine große und rasch steigende Anzahl von gedruckten Büchern und Zeitschriften gibt, die sich eingehend und in vielen Fällen aufwändig recherchiert mit gewissen Themenbereichen auseinandersetzen. Ob die Untersuchungen und Schlussfolgerungen darin richtig sind oder der Wahrheit immer entsprechen, kann man bei den komplizierten Fragen und Untersuchungsfeldern nicht einfach eindeutig feststellen. Dies ist allerdings bei den abendlichen Nachrichten oder Artikeln und Beiträgen in Leitmedien ebenso wenig möglich. Und aus eigener Erfahung muss hier erklärt werden, dass Falschdarstellungen, gezieletes Verbreiten von einseitigen Darstellungen oder das Verbreiten von irreführenden narrativen Alltagsgeschäft der deutschen Leitmedien und vor allem der Öffentlich Rechtlichen Medien ist.
Aber die Tatsache, dass ganze Themenbereiche und Fragestellungen mit aller Macht unterdrückt und beiseitegeschoben, deren Untersuchung und Erörterung lautstark verurteilt wird, bringt für viele Menschen klar zum Ausdruck, dass diese Themen und Fragen sowie Recherchen dazu offenbar tatsächlich brisant und wichtig sind, anderenfalls würde keine derartige Anstrengung unternommen, diese zu unterdrücken, so die logische Schlussfolgerung.

Menschen, die sich ein freies Denken, freie Information, freien Meinungsaustausch nicht nehmen lassen wollen, stoßen gerade derzeit in der angeblich so freien, liberalen westlichen Welt immer rascher an Grenzen.

Vorläufiges Fazit: Die verschiedenen Arten von Verschwörungstheorien kurz kategorisiert

Es gilt vorrangig in verschiedene Hauptkategorien von Verschwörungstheorien zu unterscheiden
I. Verschwörungstheorien oder auch Narrative, die von Regierungen, Staatsoberhäuptern und aus regierungsnahen Kreisen oder einflussreichen politischen Parteien gezielt mit Hilfe der ihnen zur Verfügung stehenden großen Medien eines Landes verbreitet werden
Ziel dieser meist strategisch ausgearbeiteten und verbreiteten Verschwörungsbehauptungen ist es in der Regel, die Stimmung und Meinungsbildung in dem betreffenden Land oder Einflussbereich (Staatengemeinschaften, „Westliche Welt“) zu beeinflussen und bestmöglich zu steuern. Einseitige Darstellung durch Weglassen von Hintergründen und Zusammenhängen werden hier vorwiegend als naheliegende Methode genutzt.

II. „Verschwörungstheorien“, die vonseiten der Bevölkerung entstehen, durch Misstrauen gegenüber veröffentlichten Darstellungen. Diese werden beflügelt, weil Erklärungen von Regierungen, führenden Politikern oder Leitmedien als unglaubwürdig wahrgenommenen werden.

Bei diesen Verschwörungstheorien unter II. muss man in zwei weitere Unterkategorien unterteilen:

  1. Verschwörungstheorien, die argumentativ nachvollziehbar und sachlich begründet sind
    Diese werden häufig mit zahlreichen Quellenangaben und ausführlicher Überprüfung von offiziellen Erklärungen, Dokumenten und nachprüfbaren Ereignissen und Aussagen ausgeführt. Ihre schriftliche Form und quellengestützte Ausarbeitung entsprechen häufig wissenschaftlichen Standards. Zumindest sind sie stichhaltig und leiten so zahlreiche Menschen dahin, sich damit zu befassen. In einigen Fällen werden diese häufig von Akademikern, anderen fachlich versierten Personen, Whistleblowern und gut informierten Journalisten auf seriöse Weise durch aufwändige Recherche erstellt. Diese Art der angeblichen Verschwörungstheorie ist im besten wissenschaftlichen Sinne als Theorie zu bezeichnen und führt zu greifbaren Thesen und bietet eine Grundlage für weitere Forschung in diesem Bereich. Die Wissenschaft lebt von dem Aufstellen und Begründen von Theorien, Erstellung von Thesen und deren Überprüfung mit wissenschaftlichen Methoden. Eine Theorie ist ein Hypothesengebäude.
    So betrachtet, sollte die Bezeichnung „Verschwörungstheoretiker“ keine Beleidigung oder Abwertung darstellen, sondern eher eine Achtung ausdrücken. Da dies nun offenbar zunehmend auch denjenigen auffällt, die diese Bezeichnung als ‚Totschlagvokabel‘ nutzen, werden zunehmend andere Begriffe konstruiert, wie eingangs erläutert.
  2. Verschwörungstheorien, auf die tatsächlich der Begriff „Veschwörungsmythen“ oder „-phantasie“ zutrifft oder sogar „Glaube“ als Ersatzreligion – Religionsersatz Es handelt sich erkennbar um von Phantasie, religiöser und transzendenter Überhöhung gekennzeichnete Weltbilder, bis hin zu Ausschmückungen mit Phantasie- und Fabelwesen oder Außerirdischen. Diese Erzählungen tragen die Merkmale eines modernen Mythos und religiösem Empfinden in sich und können sogar messianische Erlöserpersonen aus dem wirklichen Leben einbeziehen. Begründbarkeit und Belegbarkeit der Inhalte mittels nachvollziehbarer Quellen und sachlicher Recherchemethoden sind für diese Erzählungen nicht möglich und den Anhängern nicht wichtig. Eine Grundlage in der „realen Welt“ kann man dennoch nachvollziehen.
    „QAnon“ ist ein Beispiel hierfür. Es gäbe weitere Beispiele. Dieser Bereich soll hier allerdings nicht aufgeführt werden, da nicht Gegenstand der Betrachtungen. Wichtig ist, diese beiden aus 1. und 2. zu unterscheiden.

Dadurch, dass diese beiden Formen der Verschwörungstheorien in den Leitmedien oder von führenden Politikern und Prominenten gerne miteinander vermischt und in einem Atemzuge genannt werden, wird systematisch alles pauschal als unsachlich und unseriös markiert, was nicht den Aussagen oder Narrativen den etablierten Medien und Politikern entspricht. Es wird durch diese absichtlich undifferenzierte Gleichstellung völlig unterschiedlicher Darstellungen und Erklärungsformen und vor allem Themenbereichen pauschal alles ins Irrationale und Verrückte sortiert, was nicht dem Zeitgeist und Mainstream-Erzählungen passt. Es bekommen dadurch allerdings auch immer mehr kritische Geister den Eindruck vermittelt, der Mainstream, der systematisch derart vorgeht, macht sich in erster Linie selbst unglaubwürdig.

Kampfbegriffe gegen Meinungsäußerungen und freies Denken

Die ernsthafte, theoretische Auseinandersetzung mit den Fragen um Verschwörungstheorie, „Alternativen Wahrheiten“, „Desinformation“ und „Fake News“ stellt sich als komplex heraus. Die Delegitimierung mittels derartiger Begriffe kann als eine perfide, antidemokratische und gegen Grundrechte gerichtete Methode gesehen werden, um Personen und deren Gedanken oder Forschungen und Thesen aus der öffentlichen Diskussion zu verbannen und diese als verachtenswert zu brandmarken.
Es handelt sich damit um das, was auch als „Cancel Culture“ bezeichnet wird – also Ausgrenzungskultur, Methode der Tilgung.
Das Vorgehen, über Begriffe und verbale Stigmatisierung Personen und ihre Meinungsäußerungen in Schubladen mit abwertender Beschriftung zu stecken, ist eine systematische Ausgrenzung (EXCLUSION). Diese Ausgrenzung verläuft über zwei wesentliche Schritte:

  1. Über Begriffe werden Negativ-Assoziationen hergestellt (beispielsweise „Verschwörungstheoretiker“), also negative gedankliche Verbindungen beim Botschaftsempfänger erzeugt und
  2. Wird über die Negativ-Darstellung (die Abwertung von Thema und Personen) erreicht, dass Menschen sich mit einem Thema und Personen, die sich damit auseinandersetzen, nicht mehr befassen wollen. Sie befürchten, sich gewissermaßen zu kontaminieren.
    Zumindest verfängt diese Methode bei leicht zu manipulierenden Menschen ohne Weiteres. Für dieses Vorgehen der Ausgrenzung passt auch der inzwischen oft genutzte Begriff „Cancel Culture“. Da diese Begrifflichkeit und die Verwendung inzwischen allerdings selbst nach einigen Wandlungen zu einem Politikum wurden, soll eher Themen-Ausgrenzung und Exklusion Verwendung finden.

Darüber, ob die Anwendung dieser Methode in den vergangenen Jahren tatsächlich ausgeweitet und systematisiert wurde oder ob Menschen zunehmend sensibler und aufmerksamer diesbezüglich werden, soll hier nicht erörtert werden. Es geht hier um das Grundsätzliche dabei.

Es drängen sich in der Reaktion darauf immer mehr Leuten grundlegende Fragen auf: Weshalb zielen führende gesellschaftliche Gruppen mit einer derartigen verbalen Abwehr einen Ausschluss anderer aus dem öffentlichen Diskurs ab?
Fehlen womöglich eigene Argumente und sachliche Möglichkeiten, den Inhalten der „Verschwörungserzählungen“ und „Fake-News“ zu begegnen und diese so wirksam zu entkräften?
Sind die angeblichen „Verschwörungsthemen“ für die Führungseliten derart brisant und heikel weil wirklichkeitsnahe, dass sie auf diese Weise bekämpft werden müssen?
Weshalb werden (oppositionelle) Gruppen über begriffliche Stigmatisierung in ihrer Meinungsäußerung behindert?
Warum betreiben Parteien, Regierungen, Medien und Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) einen zunehmenden Aufwand, um bestimmte Ansichten oder Kritik an Zuständen abzuwehren? Befürchten sie, ihre eigenen, über Jahre aufgebauten Narrative brächen leicht auseinander; ist es die Sorge, die Aussagen und Argumenten von „Verschwörungserzählern“ könnten viele weitere Leute vom „richtigen Denken“ abbringen?
Wenn diese doch nur Unsinn erzählen, sollte es doch die Masse der Bürger als diesen erkennen, oder?
Damit wären die „Verschwörungserzähler“ per se unbedeutend.
Und wenn diese Themen derart entschlossen bekämpft werden, dann ist an diesen Themen wahrscheinlich auch etwas dran – sie sind offenbar nicht so unsinnig, sonst würden sie nicht bekämpft. Dies wird unten weiter betrachtet.
Eines scheint deutlich: Über diese Art der Stigmatisierung und Ausgrenzung soll der Korridor für öffentlich erörterte Themen und Thesen gezielt verengt werden.
Gerade die Methode, die entschlossene und zunehmend kämpferisch-aggressive Weise, wie gegen Aussagen, Erklärungen und deren Urheber vorgegangen wird, lässt die Vermutung aufkommen, Führungseliten fürchten stark um den Verlust von Deutungs- und Meinungshoheit.

Was dies mit Donald Trump zu tun hat

Der ehemalige US-Präsident und derzeitige Präsidentschaftskandidat, Donald Trump, gilt heute für Viele, in den USA wie auch in zahlreichen anderen Ländern, als Kämpfer gegen die mit Misstrauen und Argwohn betrachteten Führungseliten. Donald Trump hat inzwischen den Nimbus eines Kämpfers ‚alleine gegen das System‘, gegen den etablierten Machtapparat anzutreten und ihn herauszufordern.
Dafür, dass Trump es in deren Augen mit den besagten Kräften aufnimmt, ist ihm bei einigen US-Amerikanern der Heldenstatus sicher, komme, was da wolle. Und gerade die Versuche, Trump durch Gerichtsprozesse und Kampagnen die Präsidentschaftskandidatur unmöglich zu machen oder seinen Ruf zu ruinieren, stärken sogar seinen Rückhalt in weiten Teilen der Bevölkerung. Ja, diese Maßnahmen, die gegen Donald Trump gerichtet sind, bestätigen in den Augen seiner Anhänger, dass ein mächtiges System von etablieren, rücksichtslosen Machtmenschen sich geschlossen gegen ihn stellt.
Einige gehen noch weiter und sehen in Trump einen Erlöser, eine zentrale Figur einer Wende zum Guten.

Trump kommt erheblich zugute, dass er während seiner Präsidentschaft keinen Krieg begann, immer wieder betonte, dass er Kriege beenden und neue verhindern will. Er führte als Präsident mit den Regierungsoberhäuptern verschiedener Länder Gespräche, statt auf verbale und militärische Aufrüstung zu setzen. Dies stärkt seine Glaubwürdigkeit besonders unter den Pazifisten. Gerade dieser Friedenswille Trumps – ob scheinbar oder tatsächlich vorhanden – scheint es zu sein, der ihm in weiten Teilen der vorwiegend pazifistisch eingestellten Bevölkerung Sympathie einbringt. Sein Wahlspruch, „Make America Great Again“ drückt etwas aus, was für die Mehrheit der US-Amerikaner eine Formel zur Wiederherstellung ihres Landes ist – eine verheißungsvolle Losung für die Zukunft. Die US-Bürger wünschen sich ein Ende der seit Jahrzehnten laufenden Verelendung mit Verarmung der Mittelschicht, Pleiten, Deindustrialisierung, Drogenelend, politische Instabilität, Finanzierung eines weltweit operierenden Militärapparates mit hunderten Militärstützpunkten und Überdehnung der Militär- und Kriegsausgaben ins Unermessliche.

Donald Trump legt keinen Wert auf eine geschliffene und gewählte, politisch korrekte Ausdrucksweise. Er poltert und wirkt oft plump oder wankelmütig in seinen Aussagen, aber offenbar verübeln ihm das wenige. „Make America Great Again“ drückt für viele die Hoffnung aus, die USA neu zu schaffen, zu konsolidieren, wieder Ordnung und Recht im eigenen Land herzustellen. Dazu gehört auch, Wirtschaft und Industrie im Land zu erneuern, statt mittels Globalisierung und Kriegen einzelnen zu unermesslichem Reichtum zu verhelfen und die Masse verarmen zu lassen, wie es in den vergangenen Jahrzehnten unter den vorgeblich Liberalen der Fall war. Auch wird damit der Wunsch ausgedrückt, die USA politisch in einer anderen Weise in den Mittelpunkt zu stellen – nicht sich weltweit als Hüter von Werten und Demokratie darzustellen, während dabei fortwährend fragwürdige Kriege geführt und andere Länder destabilisiert werden. Sich auf das eigene Land und das Wohl der US-Bevölkerung zu besinnen, wünschen sich viele.
Ob Trump, wenn er gewählt wird, als Präsident worthalten kann und ob er es mit allen Aussagen ernst meint, weiß man natürlich nicht. Jedenfalls sind die Sympathie und das Vertrauen, das Menschen in ihn setzen, nachvollziehbar, sofern man gewillt ist, die Lage wie auch die Entwicklung in den USA ehrlich zu betrachten und das Befinden der Bürger und die Lage der Vereinigten Staaten zu analysieren.
Eines muss betont werden: Ob Donald Trump die Demokratie beschädigt hat und die Gesellschaft spaltet oder ob, im Gegensatz, sein Erfolg auf der schon viel früher beschädigten US-Demokratie gedeiht, ist nicht eindeutig. Trump wird vieles vorgeworfen. Die ganz großen Fehler wurden in den USA jedoch schon in vielen Jahrzehnten zuvor gemacht.

Fazit und Meinung

Wie dargelegt, sind die Bezeichnungen „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungstheoretiker“ Kampfbegriffe, die dazu dienen Menschen, Themen und These gezielt auszugrenzen. Für diese Ausgrenzung werden auch verschiedene Ableitungen von „Verschwörungstheorie“ genutzt, so zum Beispiel „Verschwörungserzählung“, „Verschwörungsmythos“, „Verschwörungsideologie“, „Verschwörungsphantasie“. Es werden auch sinngemäß verwandte stigmatisierende Wortschöpfungen ins Feld geführt. Weiterhin wird Ausgrenzung undifferenziert vorgenommen.
Im gleichen Atemzug wird regelmäßig den angeblich „rechten“ Kritikern an Partei- oder Regierungshandeln Feindlichkeit gegenüber der Demokratie oder Bestrebungen gegen den Staat unterstellt. Dass kritisierte Politiker die Ablehnung ihrer Politik und Opposition per se als staats- und demokratiefeindlich brandmarken, untergräbt wiederum selbst demokratische Grundsätze. Wenn die eigene Partei und die eigenen politischen Ziele mit dem Staat gleichgesetzt werden, so offenbart dies eine Mischung aus Größenwahn und einen Hang zum Totalitarismus. So schädigt man oppositionelle Betätigung. Die so vollführte Benachteiligung von Opposition erfolgt systematisch. Oppositionelle Gruppen zu bekämpfen ist ein Merkmal für totalitäre Bestrebungen.

Es wird viel über Medienkompetenz geredet. Wesentlich für die Medienkompetenz ist es, sich bei der Wahl eines Mediums und der Informationsquellen nicht von denjenigen den Weg weisen zu lassen, die Teile des Medienbetriebs sind und offenkundig ihre Macht und Deutungshoheit verteidigen.
Zur Medienkompetenz und Mündigkeit – im Sinne der Definition von „Aufklärung“ Immanuel Kants – gehört es, sich seine Informationen selbstbestimmt zu suchen und nicht diktieren zu lassen.

Immanuel Kant (deutscher Philosoph, 1724 bis 1804) erklärte:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

* * *

Wichtig für den Bürger, der sich Kenntnis verschaffen will, um seine Meinung zu bilden, ist hierbei die Unterscheidung zwischen Phantasien, Propaganda und seriösen Thesen. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um ein Angebot der großen, etablierten Medien handelt oder um sogenannte Alternative Medien. Eines sollte der Medienkonsument niemals machen: sich von Politkern und den großen Leitmedien erzählen lassen, was die richtige Informationsquelle und die Wahrheit sind und welcher Quelle er keinesfalls vertrauen soll. Damit gibt er seine Mündigkeit freiwillig ab – verweilt in selbstverschuldeter Unmündigkeit. Folgsamkeit und Mündigkeit schließen einander aus.

Ein jeder, der mit großer Geste und starken Worten die Darstellungen und Ansichten anderer abwertet, verfolgt damit Ziele. Und wenn Parteipolitiker, Regierungskreise und Leitmedien – besonders staatsnahe Medienanstalten – uns erklären, was die richtigen und was die falschen Inhalte sind, dann müssen wir hellhörig werden.

Opposition, die für die Machtausübenden bequem und lenkbar ist, ist keine wirkliche Opposition. Wird nur die bequeme Opposition geduldet und andere Sichtweisen werden bekämpft, ist dies gleichbedeutend mit Gleichschaltung. Derartiger Umgang mit Meinungen und Opposition sind gegen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gerichtet. Doch was bleibt dann von einem politischen, gesellschaftlichen System, wenn nur noch bestimmte Meinungen frei geäußert oder angepasste wissenschaftliche Forschung veröffentlicht werden dürfen und nur eine gezähmte Opposition geduldet wird? Die Antwort muss lauten: es bleibt Totalitarismus.

Und wenn eine Verschwörungstheorie tatsächlich eine Verschwörungstheorie im besten Sinne des Wortes ist und eine umfassende Verschwörung darlegt, wie damit umgehen? Angenommen, eine solche Verschwörungstheorie erscheint im Extremfall aufgrund ihrer Tragweite und weitreichenden Ausformung unglaubwürdig, denn sie übersteigt das Vorstellbare.
Dazu stelle man sich vor, die so geschilderten Umstände und angeblichen verschwörerischen Ereignisse – falls sie real sein sollten – beeinflussen das eigene Leben womöglich negativ, haben erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die gesellschadftliche Freiheit, Selbstbestimmung, Krieg und Frieden, Gesundheit, Sicherheit, den bescheidenen Wohlstand, Zukunft der kommenden Generationen – schließt man dann die Augen davor, nur weil es einem andere so vorgeben? Wäre es vernünftig wegzusehen? Oder schaut man vielleicht doch besser zweimal hin und befasst sich damit, um dann selbst zu bewerten? – Wachsamkeit ist immer wichtig.

Dies soll gewiss kein Aufruf dazu sein, jedem Hirngespinst und jeder neuen Phantasterei nachzulaufen. Nein, im Gegenteil: es gilt, die Mündigkeit zu erwerben, selbst hinzuschauen und sich ein Bild davon zu machen, was wahrscheinlich, plausibel und bedeutsam ist und was andererseits sicherlich Unsinn ist. Es geht um das einfache Grundprinzip: Lasse ich mir von den Einflussreichen und den Meinungsmultiplikatoren, die ja Lobbyisten in eigener Sache sind, erklären, was ich als richtig und wahr ansehen darf und was nicht, verbleibe ich freiwillig in Unmündigkeit.

Ist eine komplexe These auf eine große Anzahl gut recherchierte Quellen gestützt und so nachvollziehbar, darf man sich nicht von Lobbyisten und Propagandisten einreden lassen, dass dies alles Unsinn ist. Man sollte vorzugsweie zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es Zusammenhänge, Ereignisse und Vorgänge gibt, die man zuvor nicht einmal erahnt hat. Lassen wir uns einreden, mit solchen Angelegenheiten dürfe man sich nicht beschäftigen, so handeln wir ebenso wenig mündig wie ein dressiertes Tier.

Hinzu kommen weitere Gesichtspunkte. Wie sich gerade in den letzten Jahren herausstellte, haben zahlreiche angebliche unsinnige Verschwörungstheorien sich im Nachhinein als wahr oder realitätsnah bestätigt und das, was uns vonseiten des Mainstreams in Politik und Medien nachdrücklich erklärt wurde, stellte sich als unwahr heraus.
Diejenigen, die diese offiziellen Dartstellungen anzweifelten und „blöden Verschwörungstheorien“ Aufmerksamkeit schenkten, standen mehr als einmal auf der richtigen Seite. Besonders deutlich wird das in den vergangenen Monaten in Deutschland (und in einigen weiteren Ländern) im Zusammenhang mit COVID-19 und den umfassenden Maßnahmen, welche die Ausbreitung des Erregers verhindern sollten. Es stellt sich schrittweise heraus, dass die Maßnahmen tatsächlich unverhältnismäßig und zumeist unwirksam waren, vieles davon selbst größeren Schaden anrichteten als die Krankheit selbst und viele Bilder, die uns in Angst und Schrecken versetzen sollten, nicht in dem Kontext aufgenommen oder falsch kommentiert wurden und die Bezeichnung „Fake News“ sicherlich verdient hätten . Es zeigt sich jetzt, dass die angeblich hilfreichen Impfungen, wozu wir mit Mitteln gezwungen wurden, die eines Rechtsstaates nicht würdig sind, nahezu unwirksam waren. Verursacht wurden jedoch zahlreich furchtbare Impfschäden, die von zuvor von medizinischen Fachleuten erkannt oder sogar vorausgesagt wurden. Diese Mediziner und diejenigen, die Untersuchungen zu Impffolgen veranlassten und auswereten, wurden lächerlich gemach, kriminalisiert und wo es ging, wurden sie zensiert.

Ähnlich verhält es sich mit den Gesichtsmasken, die zunächst, bis etwa April 2020, auch vom politischen und wissenschaftlichen Mainstream als unnötig und unwirksam bezeichnet wurden. Der Hintergrund dazu: in Deutschland gab es sehr wenige Atemmasken, und die wenigen sollten medizinischem Personal vorbehalten bleiben. Den Umstand des Mangels kaschirte man mit der Darstellung, diese seien ohnehin nicht wirksam, was der Wahrheit auch entsprach.

Anfangs hieß es, Gesichtsmasken seien wirkungslos (was noch am ehrlichsten war), dann wurde dazu aufgerufen, sich Gesichtsmasken selbst herzustellen, oder kleine heimische Firmen stellten ihre Produktion auf Masken um. Allerdings war damit für maßgebliche Leute kein Geschäft zu machen. Im zweiten Halbjahr 2020 wurden uns in Deutschland plötzlich massenweise Studien und angeblich neue Erkenntnisse um die Ohren gehauen, Gesichtsmasken seien ganz und gar wichtig, um Ansteckung (anderer) zu verhindern und die Ausbreigung von COVID-19 zu unterbinden. Es wurden Gesetze und Verordnungen erlassen, die uns überall im öffentlichen Raum zum Tragen von Masken zwangen, selbst Kinder und Kranke… – zunächst einfache medizinische Masken, die an öffentlichen Orten manchmal verteilt wurden, dann die FFP-2-Masken, die nicht für meditinische Zwecke geeignet sind.

Und diejenigen, die sich dagegen wehrten, die vorherigen Erklärungen zur Unwirksamkeit im Sinn hatten oder neue Studien dazu kannten, die auch Gesundheitsgefährdung der vorgeschriebenen Masken hervorhoben, wurden verächtlich gemacht. Leute, die dahinter einen Betrug und Schwindel erahnten oder nachwiesen, wurden verhöhnt. Damit nicht genug: Es stellte sich heraus, dass Parlamentarier einiger Parteien und ihre Verwandten mit dem Import und Vertrieb von Gesichtsmasken ein beachtliches Geschäft machten. Mit „Masken-Deals“ wurden zweistellige Millionenbeträge eingestrichen. Da muss man sich nicht lange fragen, wer hier auf der richtigen Seite stand: die Misstrauischen oder die Leichtgläubigen.

Menschen wurden mit unsinnigen, unwissenschaftlichen und menschenverachtenden Maßnahmen traktiert. Die erheblichen Risiken, die diese neuartigen Impfungen für viele mit sich brachten, wurden vertuscht und kleingeredet. Wissenschaftler und Fachleute aus verschiedenen Disziplinen – Virologen, Epidemielogen, Psychologen, Kindermediziner, Mathematiker und weitere – mahnten und sagten in vielen Einzelheiten genau voraus, dass die staatlichen Verbote und Zwangsmaßnahmen sinnlos sind und was geschehen und eintreten würde. Diese wurden verfemt, verächtlich gemacht, zensiert und teilweise juristisch und gesellschaftlich in die Enge getrieben, verloren ihr Ansehen oder sogar ihre Arbeitsstellen und – das ist hier entscheidend: Was diese Leute erklärten, wurde entweder totgeschwiegen, wegzensiert oder aber als Verschwörungstheorie abgetan.

Nun, im Nachhinein, behalten diese Mahner und Kritiker Recht; es bestätigt sich schrittweise immer deutlicher, dass die angeblichen Verschwörungstheorien in einigen wesentlichen Punkten richtig lagen. Eine hohe Anzahl von Opfern dieser Propaganda leiden nun unter schweren Impfschäden. Viele dieser Impfschäden werden nicht bekannt, da Ärzte die Zusammenhänge zwischen der COVID-Impfung und der oft nach Monaten folgenden Erkrankung nicht erkennen oder nicht sehen wollen. Hinzu kommt ein fragwürdiges Meldesystem für Impfschäden in Deutschland. Auch die Betroffenen wollen einen möglichen Zusammenhang zwischen einer schweren Erkrankung und der COVID-Impfung nicht wahrhaben. Und so werden, im Besonderen in Deutschland, mögliche Verdachtsfälle von Impfschäden häufig nicht bei den zuständigen Stellen (z.B. in Deutschland Paul-Ehrlich-Institut: Meldeformulare / Online Meldung – Paul-Ehrlich-Institut (pei.de)) nicht angezeigt. Es ist mit einer hohen Dunkelziffer von nicht erkannten Impfschäden zu rechnen. Auch die Tatsache, dass impfende Ärzte nun mit juristischen Folgen rechnen müssen, weil sie Patienten über die möglichen Risiken der neuen, nur vorläufig zugelassenen Impfstoffe nicht ausreichend aufklärten, führt zu einer gewissen Zurückhaltung bei der Meldung von Verdachtsfällen. Die Frage der schweren Impfschäden beschäftigt Gerichte in Deutschland zahlreich; die Klagen werden zumeist angewiesen. Mutmaßliche Corona-Impfschäden vor Gericht (deutschlandfunk.de); Ärztliche Aufklärungspflicht bei Covid-19-Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff (beck.de) und weitere. Für die betroffenen Kläger und deren Anwälte ist der Nachweis der „haftungsbegründenden Kausalität“ fast unmöglich.

Es heißt ein deutsches Sprichwort: „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.“ Dies kann uns als Leitlinie dienen, wenn es um den Umgang mit Medien und Meldungen geht. Ein mündiger Bürger vertraut nicht blind, sondern versucht sich im Rahmen der Möglichkeiten Gewissheit zu verschaffen. Dies gilt im Besonderen dann, wenn es um die Gesundheit, Freiheit oder die Frage von Frieden und Krieg geht. Die Einengung der Informationsmöglichkeiten durch Verunglimpfung und Ausgrenzung von Meinungen und Personen mittels diffamierender Begriffe nimmt Bürgern in erster Linie vorrangig Möglichkeiten zur Information.

Hier gelangen Sie zu Teil 1

und hier zu Teil 2.

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Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – was steckt dahinter?

Die Begriffe „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungstheoretiker“ werden in den vergangenen Jahren häufig in Medien und öffentlichen Debatten genutzt. Nicht in allen westlichen Ländern ist dies gleichermaßen der Fall. In manchen Ländern wird mit diesen oder vergleichbaren Begriffen das Ziel verfolgt, die Meinungsbildung einzuengen.
Wenn eine Darstellung oder eine ganzes Themengebiet als Verschwörungstheorie bezeichnet wird, sollen sowohl der betreffenden Thematik oder Sichtweise wie auch den Personen gegenüber, die sich damit befassen, Geringschätzung und Verachtung zum Ausdruck gebracht werden. Es wird die Botschaft gesendet: „Diese Leute und deren Darstellungen und Ansichten sind unseriös und unsinnig!“

Inzwischen ist denjenigen, die mit diesem Begriff andere stigmatisieren oder eine These als unglaubwürdig darstellen wollen, „Theorie“ in seiner Abwertungswirkung zu schwach. Also werden nun auch Begriffe wie „Verschwörungserzählung“, „Verschwörungsideologie“, „Verschwörungsphantasie“, „Verschwörungsmythen“ oder auch „Schwurbler“ (Jemand, der umständlich dummes Zeug redet; englische Entsprechung: „Rubbish Narrator“) oder ähnliches genutzt.
Leitmedien, führende Politiker der etablierten Parteien wie auch Publizisten, Akademiker und Nichtregierungsorganisationen (NGO: Abkürzung aus dem international gebräuchlichen englischsprachigen Begriff) nutzen diese Begriffe zur Abwertung. Offenkundig werden mit dieser Methode der Stigmatisierung bestimmte Narrative oder Dogmen verteidigt, um zu verhindern, dass sie infrage gestellt werden.
Die Themen und Lebensbereiche, die davon betroffen sind, werden zahlreicher; die Tabuzonen für das Denken und Äußern von Ansichten werden mittels derartiger Methoden ausgeweitet.
Es handelt sich bei dieser Methode um eine moderne Form der Zensur: Bürger dürfen alles sagen, aber nicht ungestraft. Man muss zunehmend mit Konsequenzen rechnen, wenn man sich mit bestimmten Angelegenheiten in „falscher Weise“ auseinandersetzt oder sie hinterfragt: Mit gesperrten Social-Media-Kanälen, mit Ansehensverlust, gesellschaftlichen, beruflichen oder sogar juristischen Maßnahmen muss der Bürger, der aus der Reihe tanzt, manchmal als Konsequenzen rechnen.

Ein ernsthaftes Befassen mit der Geschichte und Entstehung von „Verschwörungstheorien“ und der Verwendung dieses Begriffes erfordert, dass in die Geschichte ausgeholt wird. Erst die Betrachtung von früheren Ereignissen und Methoden erklärt, was heute geschieht. Es wird, wie so oft, nötig auf Hintergründe einzugehen, um heutiges Geschehen zu verstehen.

Der Beitrag wird wegen des Umfanges der Thematik in drei Teile unterteilt.

Inhalt

Teil 1
„Verschwörungstheorie“: Ursprung eines Begriffes und dessen Gebrauch
Woher kommt der Begriff „Verschwörungstheorie“?
Wer sind Verschwörungstheoretiker?
Was wird heute als Verschwörungstheorie bezeichnet?
Wodurch die Entstehung von Verschwörungstheorien begünstigt wird

Teil 2
Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – Entstehen, Unterscheidungen und Bedeutung
Die USA werden heute häufig als Ursprung und Hotspot der Verschwörungstheorien angesehen – naheliegende Gründe hierfür
Ein Beispiel aus der früheren Zeit der USA
Mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit
„Verschwörungstheorien“, die aus Misstrauen gegen Regierung, Militär und Geheimdienst entstanden
Die Gemütslage in den USA

Teil 3
International verbreitete oder diskutierte „Verschwörungstheorien“
Weshalb Verschwörungstheorien entstehen
Eine Verschwörungstheorie füllt eine Lücke
Nicht nur in den USA – in der gesamten westlichen Welt finden inzwischen Misstrauen und „Verschwörungstheorien“ zunehmend Verbreitung
Vorläufiges Fazit: Die verschiedenen Arten von Verschwörungstheorien kurz kategorisiert
Kampfbegriffe gegen Meinungsäußerungen und freies Denken
Was dies mit Donald Trump zu tun hat
Fazit und Bewertung

Teil 1

„Verschwörungstheorie“: Ursprung eines Begriffes und dessen Gebrauch

Woher stammt der Begriff „Verschwörungstheorie“?

Der Philosoph Karl Popper (geboren 1902 in Wien, gestorben 1994 in London) gebrauchte in seinem Buch ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘ Band 2, ‚Falsche Propheten: Hegel, Marx und die Folgen‘ (verfasst in Neuseeland, erschienen in Englisch 1945, auf Deutsch 1958) den Begriff der „Verschwörungstheorie der Gesellschaft“. Damit verlieh er dem Begriff Verschwörungstheorie weitgehend die heute gültige Bedeutung. Der Begriff „Conspiracy Theorie“ (englisch für „Verschwörungstheorie“) ist mit anderer Bedeutung versehen und vorwiegend im juristischen Zusammenhang, schon im ‚Oxford English Dictionary‘ einige Jahrzehnte vor dem Erscheinen von Poppers Buch zu finden.

Nach der Berichterstattung zum Mordanschlag an dem US-Präsidenten John F. Kennedy, 1963, erlangt das Wort „Verschwörungstheorie“ in den USA Verbreitung. Zu dieser Zeit wurde der Begriff genutzt, um Misstrauen und nachvollziehbare Zweifel an den offiziellen Darstellungen zum Hergang des Attentats und der Täterschaft zu zerstreuen, was bis heute bekanntermaßen nicht umfassend gelang.
Seit dieser Zeit werden, vornehmlich in den USA, Erklärungen und Deutungen zu großen Ereignissen als Verschwörungstheorie bezeichnet, die für ein Geschehen eine möglicherweise konspirativ handelnde Gruppe oder Institutionen ausmachen, die damit einen bestimmten Zweck verfolgt. Diese Verschwörer haben demnach ein Interesse an dem Geschehen, welches gegebenenfalls in einen größeren Kontext eingeordnet werden kann, und sie besitzen die Mittel, um verschwörerisches Handeln zuvor zu planen und umzusetzen.

Gerade in den USA bestand schon lange zuvor ein erhebliches Misstrauen gegenüber Politik und Wirtschafskonzernen sowie herausragend reichen Familien – also Führungseliten.

Wer sind Verschwörungstheoretiker?

Wie im Folgenden erläutert wird, kann man diese Fragen nicht einfach und pauschal beantworten. Verschwörungstheoretiker können an verschiedenen Stellen oder Positionen wirken. Seit Jahrzehnten wird der Begriff „Verschwörungstheorie“ auf kritische, an offiziellen Darstellungen zweifelnde Bürger oder Publizisten angewandt, die mit Gegendarstellungen zu staatlichen und medialen (offiziell verbreiteten) Erklärungen in Erscheinung treten.

Allerdings können die Urheber und früheren Schöpfer von nachgewiesenen Verschwörungserzählungen und vergleichbaren Behauptungen an anderen Stellen ausgemacht werden: Regierungen oder regierungsnahe Kreise entwickeln Verschwörungstheorien (Behauptungen, Unterstellungen) und setzen sie in die Welt. Und das wurde nachweislich oft getan.
Sie bedienen sich hierbei der vielfältigen, ihnen zur Verfügung stehenden Verbreitungskanäle. Früher waren das Medienhäuser, große Presseverlage, Presseagenturen, Radiosender und natürlich Pressekonferenzen, die von einflussreichen Politikern und Lobbyisten genutzt werden können. Heute kommen weitere Verbreitungsmöglichkeiten hinzu.

Presse, Medienunternehmen allgemein können ebenfalls Urheber sein oder zumindest Verschwörungbehauptungen verbreiten. Diese Fälle gab es häufig schon in der Vergangenheit, in der Zeit vor dem Internet.
Seit der Verbreitung des Internets ist die Lage offenkundig komplexer geworden, flexibler, und Entstehung und Verbreitung von Verschwörungsannahmen und Gegenerzählungen zu den offiziellen Erzählungen laufen rasend schnell. Blogger, misstrauische Bürger, phantasievolle Geister, investigative Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler, Whistleblower, Oppositionelle verschiedener Richtungen, Betrüger und wirre Persönlichkeiten… alle diese Menschen und Gruppen können seit etwa dem Jahre 2000 ihre Recherchen, Erkenntnisse, Vermutungen und Erklärungsversuche, Unterstellungen, Phantasien oder auch wahnhafte Vorstellungen verbreiten, darüber mit zahlreichen anderen diskutieren und sich gegenseitig inspirieren.

Und wenn das Ganze so aufgezählt erschreckend erscheint – es muss nicht unbedingt von Nachteil sein. Allerdings wird die Lage durch das Internet zum einen unübersichtlicher, wesentlich vielfältiger und komplexer. Andererseits – und das ist entscheidend: Es fällt den Führungseliten und den großen Medienkonzernen wesentlich schwerer, eigene Erzählungen und Narrative zu verbreiten und in der Öffentlichkeit wirksam zu verfestigen, um so die breite Masse (fast widerstandslos) zu manipulieren. Gegendarstellungen und gegensätzliche Meinungen kommen sofort im Internet und verschiedenen Sozialen Medien auf, bei konkreten Ereignissen oft unterstrichen durch Handyvideos und Augenzeugen. Auch das Verschweigen und Weglassen von Informationen oder einseitige, manipulative Darstellungen fallen so einem Teil der Bürger rascher auf – Leitmedien geraten so unter Zugzwang. Dies konnten wir in Deutschland in den vergangenen Jahren häufiger bemerken. Damit erfüllen die Digitalmedien auch eine wichtige Aufgabe.

In der Folge sind das Internet im Allgemeinen und verschiedene Soziale Medien im Besonderen zum Feindbild führender Politiker und Medienkonzerne geworden. Für die etablierten, großen Medienunternehmen findet sich in den Digitalmedien nicht nur eine wirtschaftliche Konkurrenzsituation, sondern auch eine unkalkulierbare Konkurrenz bezüglich inhaltlicher Darstellung und Meinungsbildung. Die „alten Medien“ und die mit ihnen oft eng verbundenen Führungseliten (der westlichen Welt) dringen mit ihren verbreiteten Dogmen und Narrativen bei einer großen Zahl der Bürger nicht mehr in der Weise durch, wie es früher der Fall war. In vielen Bereichen folgt ihnen die Mehrheit nicht mehr und misstraut auch den früher dominierenden Medien zunehmend.

Was wird heute als Verschwörungstheorie bezeichnet?

Als „Verschwörungstheoretiker“ oder „Verschwörungserzähler“ wie auch „Aluhutträger“ und so weiter werden Menschen bezeichnet, die Ansichten vertreten, welche Erklärungen, Darstellungen und Dogmen der westlichen Führungseliten deutlich entgegenstehen und deren Erklärungsmustern widersprechen. (Auf die Definition des zunehmend strittigen Begriffes „Elite“ wird an dieser Stelle nicht eingegangen.) Dies wird zunächst unabhängig davon betrachtet, ob diese so bezeichnete Ansicht oder Darstellung sachlich, logisch, nachvollziehbar und quellenbasiert ist oder aber wirr, irrational, in sich widersprüchlich und nicht sachlich belegbar.

Ansichten oder auch ausführliche, sachliche Abhandlungen, die den Führungseliten und deren Wortführern widersprechen beziehungsweise völlig andere Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigen, werden als Verschwörungstheorie, Verschwörungserzählung oder Verschwörungsmythos („Desinformation“, „Hassrede“…) und so weiter bezeichnet. Dabei ist es gleichgültig, wie ausführlich, belegbar und begründet diese Position hervorgebracht wird.

Zu zahlreichen solcher kontroversen Themen, welche von westlichen Medien oder führenden Politikern als Verschwörungserzählung abgetan werden, gibt es Bücher mit Quellenangaben und systematischem Aufbau, welche wissenschaftlichen Ansprüchen genügen oder von Fachleuten verfasst wurden. Auch ausführliche Abhandlungen in Digitalmedien, in Zeitschriften, Büchern und Vortragsveranstaltungen werden immer häufiger mit abwertenden Bezeichnungen verunglimpft.
Es handelt sich dabei meist um Themen aus Politik, Gesellschaft, Macht- und Herrschaftsstrukturen und Wirtschaft. Mit dieser Form der Ausgrenzung wird die oft beklagte Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben.

Im Falle der CORONA-Pandemie und der Kontroverse um die Impfung wird deutlich, dass in ähnlicher Weise wissenschaftliche Betrachtungen und Forschung einerseits als „richtige“ und „anerkannte“ Wissenschaft deklariert werden, und andere fachlich qualifizierte wissenschaftliche Kenntnisse und Erklärungen werden als falsch, „Fake News“ oder „Verschwörungstheorie“ abgetan und Wissenschaftler so diskreditiert. Es wird sogar zensiert oder kriminalisiert. Ähnliches kennen wir auch von der Debatte um den Klimawandel und die Ursachen dafür. Ein offener Umgang mit Wissenschaft und Freiheit der Forschung sieht anders aus. Von Meinungsfreiheit oder Informationsfreiheit ist hier ganz zu schweigen. Das systematische Verunglimpfen von Aussagen und Personen mit derartigen Begriffen steht im großen Gegensatz zu verfassungsgemäßen Grundrechten – ja, es widerspricht rechtsstaatlichen Grundsätzen.

„Verschwörungstheorie“ wird heute fast ausschließlich als Abwertungsbegriff und verbale Abwehr gegen oppositionelle Ansichten und Veröffentlichungen genutzt. Und wie gesagt: als Opposition kann schon abweichende Erkenntnis oder Erklärung in wissenschaftlichen Fachgebieten gewertet werden. Wir erfahren in der sogenannten Westlichen Welt immer weniger eine sachliche Auseinandersetzung mit Oppostion, sondern der Opposition wird mit Vernichtungswille begegnet.

So wollen führende Eliten und ihre Sprachrohre Kritik an sich selbst delegitimieren und verunglimpfen, um einer ernsthaften, inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen. Es wird selbstredend unterstellt, dass das, was als Verschwörungstheorie bezeichnet wird, keinerlei Wahrheitsgehalt besitzt und von Grund auf als falsch anzusehen ist.

Die Zensurschere für Gedanken und Themen muss in die Köpfe eingepflanzt werden. Dazu dienen „Kampfbegriffe“.
Hin und wieder wird der Begriff „alternative Wahrheit“ benutzt, um Ansichten oder begründete Darstellungen abzuweisen und in Misskredit zu bringen.
Ergänzt werden diese Zuschreibungen, besonders in Deutschland, seit mehreren Jahren mit der Diskussion um „Fake-News“, „Hassrede“ und „Desinformation“, womit man pauschal diese Begriffe nach Belieben miteinander mischt. Es wird verurteilt und abgewertet, was dem durch staatsnahe öffentlich-rechtliche Medien und führende Parteipolitiker vermittelten Weltbild widerspricht. Hinzu kommen neue Gesetze von EU-Seite und staatlicherseits, die als Maßnahmen gegen Meinungsäußerungen dienen. Staatlich organisierte und finanzierte Zensurtruppen durchfortsen bestimmte Soziale Medien. Schaut man sich allerdings das an, was beispielsweise als „Hassrede“ (Hate Speach) deklariert wird, so erkennt man, dass es darin in vielen Fällen nicht wirklich um Hassbotschaften geht, sondern um oppositionelle Kritik oder Meinungsäußerungen, die führenden Politikern und den ihnen nahestehenden Medien missfallen.

Sie verbieten nicht die Hassrede. Sie verbieten die Rede, die sie hassen.

  • Urheber nicht bekannt. Dieses Zitat, welches wahrscheinlich auf einen US-amerikanischen Twitter-Kommentar zurückgeht, wird häufig Elon Musk zugeschrieben. Musk distanziert sich nicht vom Inhalt der Aussage, ist aber nicht der Urheber. Das Original soll lauten: „They don’t ban hate speech; they ban speech they hate.“

Ein weiterer Kampfbegriff ist, vorwiegend in Deutschland, lange schon „rechts“ und verschiedene Verbindungen damit. Über Jahrzehnte wurde alles gezielt demonisiert, was man im Erntfernten als politische rechts bezeichnen kann.

Im gleichen Atemzuge wird nun oftmals die so geächtete Verschwörungserzählung (in Deutschland) gezielt gleichzeitig als „rechts“ oder „rechtsextrem“ bezeichnet. „Rechte Verschwörungstheorie“ lautet nun der oft wiederhole Begriff. Ob sich hinter gewissen Meinungen tatsächlich politisch rechts orientierte Menschen befinden oder aber eine Rechts-Ausrichtung unterstellt wird, ist dabei erkennbar unerheblich.(1)
Es werden zwei als negativ deklarierte Worte zu einer Begrifflichkeit zusammengefügt. Und lässt es überflüssig erscheinen, sich sachlich mit Inhalten und auch Argumenten auseinanderzusetzen.

Da in den vergangenen Jahren zunehmend Opposition und Widerspruch gegenüber dem Mainstream in der Politik und Medienlandschaft pauschal als „rechts“ oder „rechtsextrem“ und sogar undifferenziert mit „Nazi“ bezeichnet wird, will man mit der Verbindung zwischen dem über Jahrzehnte dämonisierten „rechts“ und den „Verschwörungsgläubigen“ eine subtile gedankliche Verbindung schaffen. Bei einer großen Anzahl an unbedarften Bürgern verfängt diese leicht zu durchschauende Methode der Verunglimpfung und Ausgrenzung tatsächlich.

(1) Beispielsweise fanden in den Jahren 2020 und 2021 in Deutschland unzählige Kundgebungen gegen die CORONA-Maßnahmen statt. Diese Schutzmaßnahmen wurden von vielen Bürgern wie auch Juristen und Medizinern oder anderen Fachleuten als unverhältnismäßige Einschränkung der Grundrechte angesehen. An diesen Demonstrationen nahm eine bunte Mischung an Menschen teil, wie ich selbst in mehreren Fällen erkennen konnte. Gespräche mit Teilnehmern haben deutlich gezeigt, dass es hier nicht um „rechts“ oder „links“ geht, sondern um die Sache selbst – um Widerstand gegen neue Gesetze und Regierungsmaßnahmen, welche Grundrechte aushebeln. Hier haben Leute Seite an Seite demonstriert unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung. Bürger mit unterschiedlichem Wahlverhalten und viele, die bislang unpolitisch waren, haben sich zusammengefunden. Medien und führende deutsche Politiker konstruierten pauschal eine gegen den Staat gerichtete, rechte Gesinnung dieser Demonstranten.

Wodurch die Entstehung von Verschwörungstheorien begünstigt wird

Entstehen sogenannte Verschwörungstheorien, ist vorrangig ein tiefsitzendes Misstrauen die Ursache. Misstrauen gegen Politik, staatliche Institutionen, Medien und verschiedene Lobbygruppen wird auch durch solche Lügen genährt, die nachhaltig über Generationen nachwirken. Das Konstruieren von Verschwörungslügen ist von je her, bis heute Mittel der US-Politik, vor allem in der Außen- und Kriegspolitik. Darauf wird in Teil 2 dieser Abhandlung eingehend eingegangen. Ursprünglich kam dies also nicht aus der Bevölkerung, sondern wurde durch Regierungen, staatliche Stellen oder große Medien ersonnen und verbreitet.

Ein zunehmend wachsender Teil der US-Bevölkerung ist nicht mehr bereit, seinem Regierungsapparat emotionalisierte Propagandalügen unhinterfragt abzunehmen. Was diesbezüglich für die US-Bürger gilt, gilt im verstärkten Maße für Menschen in fast allen Ländern der westlichen Welt: Sehr viele Menschen trauen der US-Regierung sowie Präsidenten, Regierungsberatern, Geheimdiensten der USA, Think-Tanks und Großkonzernen alles zu, allerdings wenig Gutes. Stattdessen bringt man sie in Verbindung mit Lügen, Verschlagenheit, Krieg, Zerstörung, Willkür, Kaltherzigkeit und Berechnung, Menschenverachtung und moralischer Verkommenheit.
Diese harten aber inzwischen weit verbreiteten Ansichten über die USA beziehungsweise ihrer Führung sind Resultat bisherigen Handelns.
Daher ist es wenig verwunderlich, dass viele weltweit kursierende und verschiedenartige „Verschwörungsannahmen“ und Misstrauensbekundungen im Zusammenhang mit den USA und ihren Führungseliten stehen.

Seit einigen Jahren sind ein Vertrauensverlust und Ablehnung nicht nur gegenüber der Führung der USA zu verzeichnen. In fast allen westlichen Ländern steigen Misstrauen und Ablehnung gegenüber ihren Führungseliten. Am Beispiel Deutschlands wurde das hier schon erklärt. Begegnet wird dem mit weiteren Restriktionen gegenüber dem kritischen Bürger. Gesellschaftliche Spaltung nimmt ebenso zu.

Einige Beispiele sollen in Teil 2, nachvollziehbar erklären, wie Misstrauen entstanden ist und weshalb es offenbar zunimmt.

Teil 3 geht in Kürze auch online.

Der Beitrag „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 1 erschien zuerst auf Advocatus Veritas.

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„Full Spectrum Dominance“ – Herrschaftsstrategien von USA und NATO https://advocatus-veritas.com/de/full-spectrum-dominance-herrschaftsstrategien-von-usa-und-nato/ https://advocatus-veritas.com/de/full-spectrum-dominance-herrschaftsstrategien-von-usa-und-nato/#respond Wed, 06 Mar 2024 18:20:24 +0000 https://advocatus-veritas.com/?p=321 Vortrag bei der Konferenz „Frieden ohne NATO“ am 25. und 26. November 2023 in Köln Ein Vortrag im Wortlaut Der folgende Text gibt einen Vortrag wieder, den der deutsche Buchautor Wolfgang Effenberger bei der genannten [...]

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Vortrag bei der Konferenz „Frieden ohne NATO“ am 25. und 26. November 2023 in Köln

Ein Vortrag im Wortlaut

Der folgende Text gibt einen Vortrag wieder, den der deutsche Buchautor Wolfgang Effenberger bei der genannten Veranstaltung „Frieden ohne NATO“ im November 2023 in Köln hielt. Der Vortrag wird hier wiedergegeben mit dem Einverständnis des Redners.

In Kürze zu W. Effenberger:

Wolfgang Effenberger wurde 1946, wenige Wochen nach der Vertreibung seiner Eltern aus Schlesien, im südoldenburgischen Lohne geboren. Mit 18 Jahren begann er eine Offiziersausbildung bei der Bundeswehr. Nach einem Bauingenieurstudium wurde er Pionierhauptmann. Nach 12-jähriger Dienstzeit studierte Effenberger in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen und Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachhochschule für Bautechnik.

Seit dem publizierte er Bücher und Artikel zur jüngeren Geschichte und zur Geo-Politik der USA. Zu einer ausführlichen Personenbeschreibung und Bibliographie finden Sie ganz unten auf der Seite einen Verweis.

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Anmerkung: Die Hervorhebungen wurden hier eingefügt, und die Ergänzungen in eckigen Klammern [..] sind Erklärungen zur leichteren Verständlichkeit.

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Der Redevortrag

Mit Artikel 42 des Lissabon-Vertrags (Ex-Artikel 17 EU-Verfassung) werden militärische Missionen „zur Wahrung der Werte der Union und im Dienst ihrer Interessen“ real. Das heißt für mich im Klartext: Angriffskriege zur Wahrung ökonomischer und strategischer Interessen.

Meine damalige Folgerung: Die USA setzten den Kalten Krieg fort, weil mit dem Fall der Berliner Mauer nur eines ihrer beiden geopolitischen Ziele erreicht hatten: Das erste Ziel war zweifellos der Sieg des Kapitalismus über den Sozialismus. Doch das zweite Ziel wird erst jetzt im Zuge der aktuellen Politik der USA deutlich.

Es ist die unangefochtene Vormachtstellung der USA in Eurasien. Man will die Welt in eine post- nationalstaatliche Ordnung unter US-amerikanischer Hegemonie überführen. Dieses Ziel besteht noch immer und soll mit einer FULL-SPECTRUM-DOMINANCE erreicht werden.

Am 30. Mai 2000 veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium das Strategiepapier Joint Vision 2020. Darin sind Vorgaben zu einer „Überlegenheit auf breiter Front“ der US-amerikanischen Streitkräfte enthalten, um auch im Jahre 2020 Bedrohungen auf dem gesamten Erdball begegnen zu können. Das läuft auf den Status einer FULL-SPECTRUM-DOMINANCE in einem bewaffneten Konflikt hinaus. Die Bekämpfung eines jeden möglichen Feindes soll mit allen dafür erforderlichen Kräften und Maßnahmen erreicht werden, entweder allein oder zusammen mit Alliierten. (1)

In dieser Überlegenheit auf „breiter Front“ werden neben Land, Luft, See auch der der Weltraum die elektromagnetische Ebene und der Informationskrieg (vgl. Cyberwar) dazugezählt.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich nach den Maßgaben der Militärdoktrin Joint Vision 2020 die „Vorherrschaft im gesamtem Spektrum“ realisieren. Das erfordert ein gigantisches Militärbudget. Das US-Militärbudget 2023 wurde um 90 Milliarden Dollar auf 858 Milliarden erhöht. Aber 12 Milliarden zur Bekämpfung der Kinderarmut bleiben blockiert. (2) Zum Vergleich: Russland 2023 86,4 und 2024 109 Milliarden Euro (3)

„Ich habe schon früher gesagt“, so Harold Pinter in seiner Rede bei der Entgegennahme des Nobelpreises 2005, „dass die Vereinigten Staaten nun völlig freimütig ihre Karten auf den Tisch legen. Das ist der Fall. Ihre offiziell erklärte Politik ist jetzt als ‚Full Spectrum Dominance‘ definiert. Das ist nicht mein Ausdruck – es ist ihrer. ‚Full Spectrum Dominance‘ meint die Kontrolle des Landes, der See, der Luft und des Weltraums und aller begleitenden Ressourcen.“

Ich habe meinen Vortrag untergliedert:

Der Weg in den Zweiten Weltkrieg
Die Weichenstellung von 1945-1950
Wolfowitz-Doktrin
Strategiepapiere 1994-2022
Offizielle Statements 2023
Ausblick

Ende 1934 ging nach dem Scheitern der New Deal-Pläne von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt und der gleichzeitigen Aufnahme der Entwicklung der „Rainbow“-Kriegspläne in den USA die Angst vor einem neuen Krieg um. Unter dem Vorsitz von Senator Gerald P. Nye nahm ein Untersuchungsausschuss unter dem unverfänglichen Namen Munitions-Untersuchungsausschuss die Arbeit über die Gründe für den Kriegseintritt 1917 auf.

Im Zuge der sorgfältig durchgeführten Ermittlungen wurden auch der einflussreiche US-Privatbankier J.P. Morgan Jr. und der US-Unternehmer Pierre du Pont befragt.

Abschließend legte der Ausschuss überzeugend dar, dass Banker und Rüstungsindustrielle neben Preisabsprachen vor und während des Krieges starken Einfluss auf die US-Außenpolitik genommen und so das Land in den Krieg „getrickst“ hatten. (4) Im US-Wahlkampf von 2008 tauchte übrigens unter Obamas größten Geldgebern der Name Morgan auf – gleich hinter Goldman Sachs und vor der Citigroup. (5)

So überrascht Obamas Statement vor den Offizieranwärtern in West Point 2014 nur noch wenig: „Ich glaube mit jeder Faser meines Wesens an die amerikanische Ausnahmestellung. Aber was uns außergewöhnlich macht, ist nicht unsere Fähigkeit, internationale Normen und die Rechtsstaatlichkeit zu missachten; es ist unsere Bereitschaft, sie durch unser Handeln zu bestätigen.“ (6)

Der deutsch-amerikanischer Autor William Engdahl, Gründer eines Beratungsunternehmens für geopolitische strategische Risiken für Unternehmen, beleuchte in seinem 2009 erschienen Buch Full Spectrum Dominance einen erstaunlichen Vorgang im Jahr 1939. Unter höchster Geheimhaltung hätte sich ein kleiner elitärer Kreis von Spezialisten im New Yorker Council on Foreign Relations, zusammengefunden.

Zitat: „Mit großzügiger Finanzierung durch die Rockefeller Foundation machte sich die Gruppe daran, die Einzelheiten einer Nachkriegswelt zu entwerfen. Ihrer Ansicht nach stand ein neuer Weltkrieg unmittelbar bevor, aus dessen Asche nur ein Land als Sieger hervorgehen würde – die Vereinigten Staaten. Ihre Aufgabe bestand, wie einige der Mitglieder später beschrieben, darin, die Grundlagen für ein amerikanisches Nachkriegsimperium zu schaffen – ohne es jedoch so zu nennen. Es war eine geschickte Täuschung, die anfangs einen Großteil der Welt dazu brachte, den amerikanischen Behauptungen über die Unterstützung von „Freiheit und Demokratie“ in der ganzen Welt zu glauben.“ (7)

Die Entwicklungen nach Ende des Zweiten Weltkrieges scheinen Engdahls Behauptungen zu bestätigen: Bereits im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs, dem Gründungsjahr der Vereinten Nationen [UNO], nahmen die Kriegsplanungen gegen die Sowjetunion britischer und amerikanischer Generalstäbler konkrete Formen an.

Zum 1. Juli 1945 wollte Premierminister Winston Churchill die damalige Sowjetunion militärisch zurückdrängen und ein unabhängiges Polen wiederherstellen. (8) Dazu hatte er den Angriffsplan „UNTHINKABLE “ von General Hastings Ismay ausarbeiten lassen – er sollte dann der erste Generalsekretär der NATO werden. Auf Druck Stalins wurden jedoch am 23. Mai 1945 die deutschen Soldaten entwaffnet und gefangengenommen. Die in Flensburg residierende deutsche Nachfolgeregierung wurde verhaftet. Anfang September 1945 beauftragte US-Präsident Harry S. Truman General Eisenhower mit der „Operation TOTALITY“. Mit 20 bis 30 Atombomben sollten 20 sowjetische Industriestädte auf einen Schlag vernichtet werden. (9) Derartige Pläne wurden ständig verfeinert.

    Am 14. Mai 1947 sprach Churchill in der Albert Hall von einem Vereinigten Europa als Stufe zur Weltregierung

    Am 15. Mai 1947 verkündete Truman seine Doktrin zur Eindämmung der weiteren Ausdehnung der Sowjetunion.

    Am 6. Juni 1947 folgte der Marshallplan.

Er hatte das Ziel, Westeuropa gegen den Ostblock zu stärken und der noch vom Krieg überhitzten amerikanischen Wirtschaft Absatzmärkte zu öffnen. Mit Annahme der Hilfe mussten die Länder ihre finanzpolitische Souveränität an Washington abtreten – das war der Beginn der ökonomischen Kolonisierung Europas, die die USA nicht viel kostete. Westdeutschland erhielt als Kredit zwischen 1949 und 1952 1,4 Milliarden US-Dollar im Gegenwert von rund 6,4 Milliarden DM [Deutsche Mark] gegeben. Dieser Kredit wurde aufgrund des Londoner Schuldenabkommens vom 12. Februar 1953 mit Zins und Tilgung bis 1962 in Höhe von 13 Mrd. DM zurückgezahlt. (10)

Am 26. Juli 1947 wurde der »National Security Act« für die militärische Durchdringung der Welt verabschiedet, eines der wichtigsten Gesetze der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Er ist bis heute die Grundlage weltweiter us-amerikanischer Militärmacht. Es galt, Europa für den Krieg gegen die Sowjetunion tauglich zu machen.

Am 23. April 1948 gründete William Fulbright das „American Committee for a United Europe“. Als Geschäftsführer fungierten der ehemalige Geheimdienstchef General William Donavan, sein Stellvertreter wurde der CIA-Direktor Allen Welsh Dulles. Warum zwei Geheimdienstprofis an der Spitze? Der Marshall-Plan war als Teil der Kriegsvorbereitung gegen die Sowjetunion gedacht. Das angeblich regierungsferne Komitee wurde von der Ford Foundation, der Rockefeller-Stiftung und von regierungsnahen Unternehmensgruppen finanziert. (11)

Am 4. April 1949 wurde die NATO offiziell als Verteidigungsbündnis gegen die Sowjetunion gegründet. Der erste Generalsekretär der NATO und Chefplaner von Unthinkable, Lord Ismay, formulierte salopp die Aufgabe der NATO: »die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten«. (12) Im Bündnisvertrag wurde festgehalten, dass wirtschaftlicher Wiederaufbau und wirtschaftliche Stabilität wichtige Elemente der Sicherheit seien – daher der Marshallplan.

Am 19. Dezember 1949 wurde vom Vereinigten Generalstab der Kriegsplan “ DROPSHOT“ zur Durchsetzung der Kriegsziele der Vereinigten Staaten gegenüber der UdSSR und ihren Satelliten verabschiedet. Natürlich sollte es so aussehen, als könne man nicht anders. Daher wurde schon 1949 das offizielle Bedrohungsszenario formuliert: „Am oder um den 1. Januar 1957 ist den Vereinigten Staaten durch einen Aggressionsakt der UdSSR und/oder ihrer Satelliten ein Krieg aufgezwungen worden.“

Als dann jedoch 1957 der Sputnik seine Kreise um die Erde zog, mussten die Kriegsplanungen überarbeitet werden, und der Zeitpunkt für Dropshot wurde vertagt. In Moskau aber ist der Plan unvergessen. Die mit der NATO-Gründung verkündeten hehren Ziele standen im krassen Gegensatz zu dem gleichzeitig ausgearbeiteten Kriegsplan zur atomaren Vernichtung der Sowjetunion. Die vier genannten Ereignisse von 1949 müssen als Schritte in Richtung einer NATO-orientierten Europäischen Union verstanden werden, die unter absoluter Geheimhaltung entstanden ist. Erst spätere Propagandakampagnen stellten das Projekt Europa als Friedenswerk dar. Und diese Kampagnen wirken bis heute fort.

Am 9. Mai 1950 entstand der Schuman-Mythos: die Geburt der Montan-Union. 1953 hatte Thomas Mann die Neigung der US-Administration erkannt, Europa als ökonomische Kolonie, militärische Basis, Glacis im zukünftigen Atom-Kreuzzug gegen Russland zu behandeln, als ein zwar antiquarisch interessantes und bereisenswertes Stück Erde, um dessen vollständigen Ruin man sich aber den Teufel scheren wird, wenn es den Kampf um die Weltherrschaft gilt.

Mit der „Nationalen Sicherheits-Direktive 54“ (NSDD-54) vom 2. September 1982 wurde ein Instrument geschaffen, mit dem der gesamte Sowjetblock subversiv untergraben werden konnte.

Hier durfte der Seeadler zunächst seine Pfeile abschießen, um dann noch mit der Palme zu wedeln: Neben destruktiven Operationen („Unterminierung der Militärkapazitäten des Warschauer Paktes“) wurden ökonomische Anreize geschaffen, vor allem die Aussicht auf Kredite und kulturell-wissenschaftlichen Austausch. (13)

Im Nahen Osten wurde mit dem Palmenblatt Politik gemacht. So verkündete der Senator von Delaware am 5. Juni 1986: „Es ist die beste Investition von 3 Milliarden Dollar, die wir getätigt haben. Gäbe es kein Israel, müssten die Vereinigten Staaten von Amerika ein Israel erfinden, um ihre Interessen in der Region zu schützen.“ (14)

Am 31. Dezember 1991 war die Sowjetunion Vergangenheit. Der „freie Marktkapitalismus“ hatte über den „Staatssozialismus“ gesiegt. Friedensdividende wurden jedoch vom Westen verworfen.

Dafür wurde jeder Teil der US-Wirtschaft mit der Zukunft dieser permanenten Kriegsmaschine verbunden. Für die Teile des US-Establishments, deren Macht durch die Ausdehnung des nationalen Sicherheitsstaates nach dem Zweiten Weltkrieg exponentiell gewachsen war, hätte das Ende des Kalten Krieges den Verlust ihrer Existenzberechtigung bedeutet.

Diese Elite verwarf die Möglichkeit, die NATO schrittweise aufzulösen, so wie Russland den Warschauer Pakt aufgelöst hatte, und ein Klima der gegenseitigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu fördern, das Eurasien zu einer der wohlhabendsten und blühendsten Wirtschaftszonen der Welt machen könnte.

Am 28. Oktober 2014 erklärte dazu Papst Franziskus: „Wir stecken mitten im Dritten Weltkrieg, allerdings in einem Krieg in Raten. Es gibt Wirtschaftssysteme, die, um überleben zu können, Krieg führen müssen. Also produzieren und verkaufen sie Waffen“. (15)

Der neokonservative Paul Wolfowitz entwarf als stellvertretender Verteidigungsminister die Leitlinien zur Verteidigungsplanung – sogenannte Wolfowitz-Doktrin. Sie wurde zum Auslöser, dass die NATO nach dem Kalten Krieg als Instrument der blutigen Aggression gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Libyen eingesetzt werden konnte. Der vom Westen vorbereitete Staatsstreich in der Ukraine im Jahr 2014 war ebenfalls ein Produkt der Doktrin.

Im August 1994 wurde im „Training and Doctrine Command 525-5“ die Stringenz und Kontinuität des amerikanischen Hegemoniestrebens unter dem Titel Volldimensionale Operationen für die strategische Armee im frühen 21. Jahrhundert deutlich definiert. Einer der hochkarätigen Verfasser war Paul Wolfowitz, Berater von George W. Bush und Stellvertreter von Donald Rumsfeld, ein wichtiger Förderer des „Kriegs gegen den Terror“, mit dem der Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Libanon, Somalia, Sudan und der Iran dem Hegemonieanspruch der USA unterworfen werden sollten. Das alles dient dem Ziel der unipolaren Weltherrschaft und der „Full Spectrum Dominance“ des US-Militärs, und Vieles davon ist bis heute erfolgreich umgesetzt worden. In diesem Dokument wird eine dynamische Ära, eine Welt im Übergang beschrieben.

Anstatt den Kommunismus zu bekämpfen, werde man im 21. Jahrhundert gegen nationalen und religiösen Extremismus vorgehen müssen. Hatte man im 20. Jahrhundert dauerhafte Verbündete, so seien sie im 21. Jahrhundert nur noch Verbündete auf Zeit.

Die US-Armee solle sich darauf einstellen und zwei Prämissen beachten: „den rapiden technischen Wandel und die Neuordnung der Geostrategie“. Das moderne Kriegstheater setzt auf weiterentwickelte Technik wie Kampfroboter und Drohnen sowie auf „Non-Nation Forces“ und Söldnerarmeen, die sich an keine Gesetze halten müssen und nach dem gemessenen Erfolg bezahlt werden. Der Weg in den beabsichtigten Krieg führt nach dem Strategiepapier über die gezielte Destabilisierung des Staates, bei dem man zum eigenen Vorteil einen „Regime Change“ herbeiführen will.

Ein wichtiges Instrument dabei: Die „Operations other than War“ (OOTW) – gemeint sind Operationen vom Finanz- und Cyberkrieg über den Einsatz verdeckter Spezialeinheiten bis zum Drohnenkrieg und alle Facetten von Schattenkriegen.

In der Ukraine sind die im Dokument beschriebenen Eskalationsstufen gut zu beobachten: Aufruhr (Majdan), Krise (Slawjansk) und Konflikt (Krim). Die letzte Stufe wäre dann der Krieg, der dann am 24. Februar 2022 Realität wurde.

1999 hatte die NATO den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien ohne UN-Mandat geführt und damit gegen Völkerrecht und UN-Charta verstoßen. Von nun an wurde die Kriseninterventionsrolle dauerhaft auch ohne UN-Mandat verankert.

Auch hier waren geostrategische Interessen der USA der wirkliche Grund! Der Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien war geführt worden, um eine Fehlentscheidung von General Eisenhower aus dem 2. Weltkrieg zu revidieren. Eine Stationierung von US-Soldaten habe aus strategischen Gründen dort nachgeholt werden müssen, so Vertreter des US-Außenministeriums auf der Konferenz von Bratislava Ende April 2000 zu den Themen Balkan und NATO-Osterweiterung.

Es galt für die anstehenden NATO-Erweiterungen die räumliche Situation zwischen der Ostsee und Anatolien im Sinn der US-Ziele zu transformieren. Polen solle nach Norden und Süden mit demokratischen Staaten als Nachbarn umgeben werden, Rumänien und Bulgarien die Landverbindung zur Türkei sicherstellen und Serbien auf Dauer aus der europäischen Entwicklung ausgeklammert werden. (16) Das kurz nach dem Jugoslawien-Krieg gebaute US-Camp Bondsteel sichert die US-Militärpräsenz vom Kosovo aus bis nach Kaschmir auf 99 Jahre.

Der Terroranschlag vom 11. September 2001 ermächtigte den amerikanischen Präsidenten, einen permanenten Krieg gegen einen Feind zu erklären, der überall und nirgends war, der angeblich die amerikanische Lebensweise bedrohte, und Gesetze zu rechtfertigen, die diese Lebensweise im Namen des neuen weltweiten Krieges gegen den Terror zerstörten.

Im Jahr 2003, als die Bush-Regierung mit der falschen Behauptung, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen, in den Irak einmarschierte, hatte diese Täuschung ausgedient.

Was war das wahre Ziel der unerbittlichen Kriege des Pentagons? Handelte es sich, wie von einigen vermutet, um eine Strategie zur Kontrolle der großen weltweiten Ölreserven in einer Zeit künftiger Ölknappheit? Oder steckte hinter der US-Strategie seit dem Ende des Kalten Krieges eine ganz andere, noch grandiosere Absicht?

Da geben die Bücher von Thomas Barnett Einsicht: Der Prüfstein für die Frage, ob die aggressive militärische Agenda der beiden Bush-Administrationen eine extreme Abweichung vom Kern der amerikanischen militärischen Außenpolitik war oder im Gegenteil den Kern der langfristigen Agenda bildete, war die Präsidentschaft von Barack Obama.

Nach der Annahme des Friedensnobelpreises Ende 2009 weitete er die Kriege aus und machte den Drohnenterror zu seinem Markenzeichen. Der völkerrechtswidrige Putsch im Februar auf dem Maidan 2014 war von ihm und Biden orchestriert worden.

Ein gutes halbe Jahr später wurde das US-Strategiepapier „TRADOC 525-3-1 Win in a complex world 2020-2040“ (17) vorgestellt.

Es propagiert die „full spectrum dominance“ der USA zu Land, zu Wasser und in der Luft. Als wichtigste Gegner werden die Konkurrenzmächte China und Russland genannt. (18)

Russland wird beschuldigt, imperial zu handeln und sein Territorium auszudehnen. Ein grotesker Vorwurf angesichts der Ausdehnung der NATO und der „farbigen Revolutionen“ in den ehemaligen Sowjetrepubliken, mit dem aber die Notwendigkeit der Stationierung amerikanischer Bodentruppen in Mitteleuropa begründet wird. An zweiter Stelle stehen gegnerische „regionale Mächte“ – z.B. der Iran.

Nun geht es um das, was der umtriebige langjährige US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski bereits Ende der 90er Jahre in „Die einzige Weltmacht“ formulierte: Die Beherrschung der eurasischen Landmasse.

Dieses Ziel ist seit dem 4. Dezember 2014 mit der US-Resolution 758 offizielle US-Staatsdoktrin, die seit dem 15. Januar 2015 von den europäischen Vasallen kritiklos mitgetragen wird. Die Resolution 758 war mit einer Geschwindigkeit verabschiedet worden, die in der Geschichte des amerikanischen Gesetzgebungsverfahrens ungewöhnlich ist. Nach nur 16 Tagen wurde sie mit 411 zu 10 Stimmen angenommen!

Noch am Tag der Verabschiedung der Resolution bezeichnete sie das Kongress-Urgestein Ron Paul auf seiner Homepage als „eines der übelsten Gesetze“ und als Kriegserklärung an Russland. Er sah in diesem 16-seitigen Gesetzentwurf reine Kriegspropaganda, die selbst Neo-Konservativen die Schamesröte ins Gesicht treiben müsste.

Diese Resolution wird seit dem 15. Januar 2015 von der europäischen Öffentlichkeit völlig unbemerkt mitgetragen. An diesem Tag übernahm das europäische Parlament mit einer 28-Punkte-Resolution weitgehend die US-Resolution 758. Darin verurteilt das EU-Parlament die „terroristischen Akte“ in der Ukraine und fordert die EU auf, einen Plan gegen den russischen “ Informationskrieg“ zu entwickeln sowie der Ukraine bei der Ausweitung ihrer Verteidigungskapazitäten zu helfen.

Vier Wochen später wurde von Merkel [ehemalige Deutsche Bundeskanzlerin], Hollande [ehemaliger Präsident Frankreichs], Poroschenko [vom 7. Juni 2014 bis zum 20. Mai 2019 Präsident der Ukraine] und Putin [Russischer Präsident] das Minsker Friedensabkommen ausgehandelt. Und vor knapp einem Jahr ließ Altkanzlerin Angela Merkel die erstaunte Weltöffentlichkeit wissen: „… das Minsker Abkommen war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben. Sie hat diese Zeit hat auch genutzt, um stärker zu werden, wie man heute sieht“. Daraufhin empörte sich der russische Präsident in seiner Neujahrsansprache: „Der Westen log vom Frieden, bereitete aber Aggression vor und gibt das heute offen und schamlos zu.“ Jede Vertrauensgrundlage ist zerstört.

Die Abhängigkeit der EU von Washington hat der ehemalige stellvertretenden Finanzminister unter Reagan, Paul Craig Roberts, einen Tag nach dem Brexit, am 24. Juni 2016, schonungslos offengelegt: „EU und NATO sind böse Institutionen, die von Washington geschaffen wurden, um die Souveränität der europäischen Völker zu zerstören.“ Diese Aussage hat mich zum „Schwarzbuch EU & NATO“ veranlasst. [Wolfgang Effenberger: „Schwarzbuch EU & NATO. Warum die Welt keinen Frieden findet“; erste Auflage 2020]

Ende Oktober 2022 verabschiedete die Biden-Administration die neue Nationale Sicherheitsstrategie.

Präsident Joe Biden schrieb dazu im Vorwort: „Seit den ersten Tagen meiner Präsidentschaft vertrete ich die Auffassung, dass unsere Welt an einem Wendepunkt steht. Die Art und Weise, wie wir auf die enormen Herausforderungen und die noch nie dagewesenen Chancen reagieren, mit denen wir heute konfrontiert sind und denen wir heute gegenüberstehen, wird die Richtung unserer Welt bestimmen und sich auf die Sicherheit und den Wohlstand des amerikanischen Volkes für die kommenden Generationen auswirken. In der Nationalen Sicherheitsstrategie 2022 wird dargelegt, wie meine Regierung dieses entscheidende Jahrzehnt nutzen wird, um Amerikas lebenswichtige Interessen zu fördern und die Vereinigten Staaten zu positionieren, um unsere geopolitischen Konkurrenten auszumanövrieren, gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und unsere Welt fest auf den Weg in eine hellere und hoffnungsvollere Zukunft zu bringen.“ (19)

Viele können diese Sätze nur als eine Kampfansage an den Rest der Welt empfinden – vor allem Russland, Nordkorea, Iran und China.

Als oberste strategische Prioritäten werden in dem Sicherheitspapier festgelegt: „Abbau der wachsenden vielfältigen multidisziplinären Bedrohung durch China, Abschreckung der von Russland ausgehenden Bedrohung Europas“. Es folgen Nordkorea und der Iran. Das entspricht exakt den Forderungen der US-Langzeitstrategie TRADOC 525-3-1 „Win in a Complex World 2020-2040“ vom September 2014.

Zur Umsetzung dieser Prioritäten gehören:

Integrierte Abschreckung,
Kampagnenführung [Propaganda, W.E.] und der
Aufbau eines dauerhaften Vorteils.

Weiter schließen die USA explizit jeden Verzicht auf einen nuklearen Erstschlag aus.

Die blutigen Konflikte in Osteuropa und Nah-Ost haben die Menschheit an die Schwelle zu einem globalen Nuklearkrieg katapultiert. Deeskalation und Diplomatie scheint es im Denken der Kriegsparteien nicht mehr zu geben.

Am 15. November 2022 erhielten Senatoren und Abgeordnete vom wissenschaftlichen Dienst des US-Kongresses eine Orientierungshilfe, in der aus der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie zitiert wird: „Die Vereinigten Staaten sind eine globale Macht mit globalen Interessen. Wir sind in jeder Region stärker, weil wir uns auch in den anderen Regionen engagieren..“

Weiter heißt es im Kongresspapier: „…die politischen Entscheidungsträger der USA verfolgen das Ziel, das Entstehen regionaler Hegemonen in Eurasien zu verhindern… die militärischen Operationen der USA im Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie zahlreiche militärische Operationen der USA und alltägliche Operationen seit dem Zweiten Weltkrieg … haben offenbar zu einem nicht geringen Teil zur Unterstützung dieses Ziels beigetragen.“ (20)

Es geht seit einem Jahrhundert vor allem darum, den Reichtum einer Gruppe von Tycoons in der Londoner City und an der Wall Street zu mehren. Ein Blick auf die aktuellen Finanzströme bestätigt das. So scheinen die Finanzeliten in den USA und in Großbritannien wenig Interesse an einer Beilegung des Ukraine-Konflikts zu haben.

Äußerst aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang die Senatsanhörung vom 28. Februar 2023 in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Senator Rick Scott fragte den 3-Sterne-General Keith Kellogg: „Aber warum hat Deutschland nicht seinen Teil zur tödlichen Hilfe beigetragen?“ „Ich glaube“, so der General“, Deutschland spielt in Europa im Moment keine Rolle mehr“.

Anschließend schwärmt der General dem Senator vor: „Wenn man einen strategischen Gegner besiegen kann und dabei keine US-Truppen einsetzt, ist man auf dem Gipfel der Professionalität; denn wenn man die Ukrainer siegen lässt, ist ein strategischer Gegner vom Tisch und wir können uns auf das konzentrieren, was wir gegen unseren Hauptgegner tun sollten, und das ist im Moment China…. Es ist China!!! wenn wir dabei scheitern, müssen wir vielleicht einen weiteren europäischen Krieg führen, das wäre dann das dritte Mal.“ (21) Nun, die USA scheitern gerade in der Ukraine!

Diese Anhörung wurde vom US-Senat übertragen. Hier ist sie wieder zu spüren, die angeblich von Gott vorbestimmte Sendung Amerikas.

Aus der ursprünglichen Philosophie des Manifest Destiny, des gottgewollten Auftrags, das Land westlich der ehemaligen Kolonien einzunehmen, wurde ein natürliches Recht auf Expansion abgeleitet. Der us-amerikanische Imperialismus und der Aufstieg zur Einzigen Weltmacht scheint zwangsläufig ein Ergebnis dieser Ideologie zu sein. (22)

Heute brodelt es im Balkan, in der Ukraine, in Armenien, in Nahost und in Afrika. Es sind genau die Verwerfungslinien, die 1914 in die Katastrophe des 20. Jahrhunderts geführt haben.

Mitten im Krieg, im Mai 1916, verständigten sich damals die Regierungen von Großbritannien und Frankreich im geheimen Sykes-Picot-Abkommen auf gemeinsame koloniale Ziele in Nahost.

Ohne Rücksicht auf ethnische und kulturelle Strukturen wurden Grenzen gezogen. Großbritannien erhielt das heutige Jordanien, den Irak und Teile Palästinas. Mit ein paar Federstrichen zerstörten damals die Briten und Franzosen die Konfliktsicherungsmechanismen der Osmanen im Nahen Osten. Das bedeutete das Ende des Friedens und war für die meisten Araber eine Katastrophe. In diesem Abkommen liegen die Wurzeln der heutigen Kriege und des heutigen Terrorismus im muslimisch-arabischen Spannungsbogen

Voraussetzung für einen tragfähigen Frieden wird es sein, den Weg in den Ersten Weltkrieg und die Kriegs-Ziele der damaligen Konfliktparteien so wahrhaftig wie möglich aufzuarbeiten. Der Jugoslawienkrieg ließ auch den Ungeist des polnischen Marschalls Pilsudski wieder aus der Flasche – Pilsudski strebte vor 100 Jahren einen von Polen dominierten Raum zwischen der Ostsee und dem Schwarzem Meer an.

Am 21. Juli 2021 verpflichteten sich die USA und Deutschland zur Sicherung der ukrainischen Souveränität und Energiesicherheit. Und darüber hinaus zum Ausbau der Drei-Meere-Initiative – hier ist jetzt noch die Adria hinzugekommen. Polen ist nun der geostrategische Anker des US-Flugzeugträgers in Europa.

In seiner Rede zu Lage der Nation, Ende Oktober 2023, beschwor US-Präsident Biden den Krieg in einer Weise, die viele Menschen in der Welt schaudern ließ. „Wir stehen vor einem Wendepunkt in der Geschichte – einem dieser Momente, in denen die Entscheidungen, die wir heute treffen, die Zukunft für die nächsten Jahrzehnte bestimmen werden. „Die Geschichte hat uns gelehrt“ so Biden, „dass Terroristen, die keinen Preis für ihren Terror zahlen, und Diktatoren, die keinen Preis für ihre Aggression zahlen, mehr Chaos, Tod und Zerstörung verursachen.“

Der kanadische Ökonom Michael Chossudovsky erinnert in diesem Zusammenhang an die Zahl der Toten durch die ununterbrochene Serie von Kriegen, Staatsstreichen und anderen subversiven Operationen der Vereinigten Staaten seit dem Ende des Krieges 1945 bis heute – eine Zahl, die auf 20 bis 30 Millionen geschätzt wird. (23)

Das sind etwa doppelt so viele Todesopfer wie im Ersten Weltkrieg. Und die beiden Länder, die heute als Feinde aufgelistet sind, waren im Zweiten Weltkrieg mit den Vereinigten Staaten verbündet.

Sie haben für den Sieg über die nationalsozialistische, faschistische Achse Berlin-Rom-Tokio den höchsten Preis an menschlichen Leben bezahlt – etwa 27 Millionen aus der Sowjetunion und 20 Millionen aus China, verglichen mit etwas mehr als 400.000 aus den Vereinigten Staaten.

Und am Ende seiner Rede an die Nation hob Biden hervor: „Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika – die Vereinigten Staaten von Amerika. Und es gibt nichts – nichts, was unsere Fähigkeiten übersteigt, wenn wir es gemeinsam tun. […] Möge Gott Sie alle segnen. Und möge Gott unsere Truppen beschützen.“

Was soll das für ein Gott sein, der die Truppen einer Nation beschützen soll, die auf den Knochen der gemordeten Ureinwohner blühen will? Heute möchten uns die gleichen Machteliten wie 1914 in einen Dritten Weltkrieg führen.

Und vor diesem Hintergrund forderte [der deutsche] Verteidigungsminister Pistorius am 29. Oktober in der [TV]Sendung ‚Berlin-direkt‘ einen „Mentalitätswechsel“ der Deutschen in Sicherheitsfragen: „Wir müssen uns wieder an den Gedanken gewöhnen, dass die Gefahr eines Krieges in Europa drohen könnte“. Könnte? Seit 1999 ist der Krieg nach Europa zurückgekehrt! Und seit Mai 2014 wird in der Ukraine gekämpft! Und nun verlangt Pistorius: „Wir müssen kriegstüchtig werden.“

Wir stehen immer noch vor den Trümmern und Traumata der deutschen Kriegstüchtigkeit im vorigen Jahrhundert! Es reicht ein für allemal! „Seien wir von dem Willen beseelt, dem Frieden der Welt zu dienen“, so wie es in der Präambel des Grundgesetzes steht.

Das amerikanische Hegemonialstreben und die angelsächsischen Kohäsionkräfte haben seit 173 Jahren die Vision des französischen Schriftstellers und Politikers Victor-Marie Hugo nicht wahr werden lassen. Er schrieb 1850: „Ein Tag wird kommen, wo Ihr Frankreich, Russland, Ihr, Italien, England, Deutschland, all Ihr Nationen des Kontinents, Euch eng zu einer höheren Gemeinschaft zusammenschließen und die große europäische Bruderschaft begründen Werdet. Ein Tag wird kommen, wo es keine anderen Schlachtfelder mehr geben wird als die Märkte, die sich dem Handel öffnen, und die Geister, die für Ideen geöffnet sind.“ (24)

Ja, und dieser Tag wird kommen! Der Athener Stratege Thukydides hat einen zeitlosen Rat für uns: „wer aber das Gewesene klar erkennen will und damit auch das Künftige, das wieder einmal, nach der menschlichen Natur, gleich oder ähnlich sein wird, der mag sie so für nützlich halten, und das soll mir genug sein: Zum dauernden Besitz, nicht als Prunkstück fürs einmalige Hören ist sie verfasst.“

Ächten wir den Krieg, den Bruder der Lüge! Streben wir nach Wahrhaftigkeit, der Schwester des Friedens!

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Fußnoten:

1 https://dewiki.de/Lexikon/Joint_Vision_2020

2 https://globalbridge.ch/

3 https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-etat-militaer-100.html

4 Report of the Special Committee on Investigation of the Munitions Industry (The Nye Report), U.S. Congress, Senate, 74th Congress, 2nd session, February 24, 1936,3-13

5 https://www.opensecrets.org/pres08/contrib.php?cid=N00009638

6 https://obamawhitehouse.archives.gov/the-press-office/2014/05/28/remarks-president-unitedstates-military-academy-commencement-ceremony

7 https://ia800508.us.archive.org/12/items/engdahl/engdahl-full-spectrum-dominance.pdf

8 Daniel Todman, Britain’s War: A New World, 1942–1947 (2020) p 744.

9 Bereits im Herbst 1945 sah der Plan mit Namen TOTALITY (JIC 329/1) einen Atomangriff auf die Sowjetunion mit 20 bis 30 Atombomben vor. Details in Kaku/ Axelrod 1987, S. 30–31

10 http://www.geocities.ws/films4/marshallplan.htm

11 Extension of Remarks of Hon. Hale Boggs of Louisiana in the House of Representatives Tuesday, April 27, Appendix to the Congressional Record 1948 pp A2534-5

12 https://internationalepolitik.de/de/nordatlantische-allianz

13 https://alphahistory.com/coldwar/reagan-policy-soviet-bloc-nations-1982/

14 https://globalsouth.co/2023/11/12/why-does-the-us-support-israel-a-geopolitical-analysiswith-economist-michael-hudson/

15 Mette; Norbert: “Wir stecken mitten in einem dritten weltkrieg“ https://books.google.at/books….

16 Abdruck in Effenberger, Wolfgang/Wimmer, Willy: „Wiederkehr der Hasardeure – Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute“, Höhr-Grenzhausen 2014, S. 547

17 ARMY TRAINING AND DOCTRINE COMMAND FORT EUSTIS VA unter http://oai.dtic.mil/oai/oai?verb=getRecord&metadataPrefix=html&identifier=ADA611359

18 Wolfgang Effenberger: Der „Militärisch-Industrielle Komplex“ (MIC) oder die „Merchants of Death“ unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23092

19 Biden-Harris-Administrations-National-Security-Strategy-10.2022.pdf

20 https://sgp.fas.org/crs/natsec/IF10485.pdf

21 https://www.congress.gov/118/crec/2023/02/28/169/38/CREC-2023-02-28-dailydigest.pdf; https://www.youtube.com/watch?v=tmmPHvlbdwI

22 Wolfgang Effenberger: „Pfeiler der US-Macht. Seefahrermentalität und Puritanismus“. Gauting 205, S. 348

23 „Von 1945 bis heute – 20 bis 30 Millionen Menschen von den USA getötet“, von Manlio Dinucci, Übersetzung K. R., Il Manifesto (Italien) , Voltaire Netzwerk, 21. November 2018, www.voltairenet.org/article204026.html

24 Douze discours, 1850

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Hier finden Sie eine kurze Biographie und die Bücher, die Wolfgang Effenberger verfasste.

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