Opposition Archive - Advocatus Veritas https://advocatus-veritas.com/de/title/opposition/ unkonventionell - horizonterweiternd Sun, 26 Jan 2025 16:45:58 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.1 https://advocatus-veritas.com/wp-content/uploads/2024/03/cropped-AV-Favicon-Web-Site-Icon.3.bearb_-32x32.png Opposition Archive - Advocatus Veritas https://advocatus-veritas.com/de/title/opposition/ 32 32 „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 3 https://advocatus-veritas.com/de/kampfbegriffe-gegen-die-opposition-teil-3/ https://advocatus-veritas.com/de/kampfbegriffe-gegen-die-opposition-teil-3/#comments Sat, 27 Apr 2024 10:45:09 +0000 https://advocatus-veritas.com/?p=587 Welche Arten und Kategorien von Verschwörungstheorien gibt es? In diesem Beitrag wird dies genauer betrachtet. Und weshalb sehen viele Menschen in Donald Trump einen Helden und politischen Vorkämpfer? [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...]

Der Beitrag „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 3 erschien zuerst auf Advocatus Veritas.

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Inhalt

Teil 1
„Verschwörungstheorie“: Ursprung eines Begriffes und dessen Gebrauch
Woher kommt der Begriff „Verschwörungstheorie“?
Wer sind Verschwörungstheoretiker und wer ihre Feinde?
Was wird heute als Verschwörungstheorie bezeichnet?
Wodurch die Entstehung von Verschwörungstheorien begünstigt werden

Teil 2
Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – Entstehen, Unterscheidungen und Bedeutung
Die USA werden heute häufig als Ursprung und Hotspot der Verschwörungstheorien angesehen – naheliegende Gründe hierfür
Ein Beispiel aus der früheren Zeit der USA
Mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit
„Verschwörungstheorien“, die aus Misstrauen gegen Regierung, Militär und Geheimdienst entstanden
Die Gemütslage in den USA

Teil 3
International verbreitete oder diskutierte „Verschwörungstheorien“
Weshalb Verschwörungstheorien entstehen
Eine Verschwörungstheorie füllt eine Lücke
Nicht nur in den USA – in der gesamten westlichen Welt finden inzwischen Misstrauen und „Verschwörungstheorien“ zunehmend Verbreitung
Vorläufiges Fazit: Die verschiedenen Arten von Verschwörungstheorien kurz kategorisiert
Kampfbegriffe gegen Meinungsäußerungen und freies Denken
Was dies mit Donald Trump zu tun hat
Fazit und Bewertung

International verbreitete oder diskutierte „Verschwörungstheorien“

Es gibt zahlreiche Themen und Fachbereiche, die entweder insgesamt als Verschwörungsthema oder Verschwörungstheorie abgetan werden. Oder die offiziellen Darstellungen zu manchen Themen überzeugen eine Vielzahl von Menschen nicht; sie werden von vielen hinterfragt.
Darunter sind einige sehr brisante und bedeutsame Themen. Als Beispiele werden hier einige sehr unterschiedliche aufgezählt:

  • Neue Weltordnung – NWO
  • Klimapolitik – menschgemachter Klimawandel und die Auswirkung von Kohlendioxd
  • „Die Deutsche Frage“ – Kriegsfolgen, Völkerrechtliche Lage Deutschlands ab 1945
  • Geo-Engineering, Beeinflussung von Wetter – HAARP und „Chemtrails“
  • Ukraine 2014 – „Maidan-Revolution“ und Krieg
  • Sprengung der Ostsee-Pipelines „North Stream“, 2022
  • CORONA-Pandemie und die mRNA-Impfstoffe
  • Einflüsse großer supranationaler Organisationen oder Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie WHO, Word Economic Forum (WEF) und andere, vor allem transatlantische Netzwerkorganisationen
  • 9/11: Die Anschläge mit Flugzeugen in den USA, am 11. September 2001, wobei vor allem der Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers und des Gebäudes WTC7 zu zahlreichen Spekulationen Anlass gaben.
  • Das Attentat auf den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy in Dallas, November 1963 (Jedoch kann man nun in den vergangenen Jahren schrittweise feststellen, dass zunehmend in großen, anerkannten Medien dieses Thema ausführlich aufgearbeitet wird, nach Jahrzehnten. Das kann man als Hinweis darauf erkennen, dass als Verschwörungstheorien verurteilte Thesen sich als seriöser Forschungsgegenstand entpuppen können.)

Es gibt vieles mehr, was man in dieser Reihe nennen könnte.
Zu all diesen Themen gibt es mehrere Beiträge aus etablierten Medien, Recherchen von „Alternativen Medien“, Urteile von Gerichten, Erklärungen von Regierungen oder Politikern, Dokumente, wissenschaftliche Forschungen und Studien, Bücher, Film-Beiträge und so weiter. Aber dennoch sind diese Angelegenheiten alle miteinander so etwas wie „vermintes Gelände“ – jede auf ihre Weise. Befasst man sich eingehend damit, so läuft man Gefahr als Spinner oder Extremist dazustehen, wissenschaftliche Reputation zu verlieren oder gar erhebliche juristische Schwierigkeiten zu bekommen.

Weshalb Verschwörungstheorien entstehen

Weshalb dieses Misstrauen, die Fragen und Spekulationen, wie kamen und kommen Annahmen und Theorien zustande, die ein anderes Bild zeichneten als das offiziell verkündete? Wieso sehen viele Menschen Angelegenheiten und Fragen als wichtig an, die in den großen Medien oder vor allem von politischen Akteuren gezielt umgangen werden?
Auf diese Fragen kann man selbstverständlich keine kurze und einfache Antwort geben. Es müssen mehrere Faktoren zusammentreffen oder eine Kette von Ereignissen gesehen werden, um zu erklären, wie Theorien entstehen, die eine Verschwörung bestimmter Kreise gegen die Masse der Bevölkerung, gegen das Land, die Weltöffentlichkeit, gegen Frieden, gegen die Wahrheit an sich entstehen lassen und sich schließlich in einem meist längeren Prozess verfestigen.

Mögliche Erklärungen gibt es mehrere:

  • Mangel an zuverlässigen und glaubwürdigen Informationen, offizielle Verlautbarungen sind lückenhaft, fadenscheinig und scheinen sogar in sich widersprüchlich.
  • Offizielle Darstellungen enthalten offenkundig Fehler, missachten bedeutsame Quellen und verschleiern Zusammenhänge, weil tatsächlich etwas verborgen werden soll. (Beispielsweise wird der Inhalt offizieller Protokolle oder ähnlichen Dokumenten der Öffentlichkeit gezielt vorenthalten.)
  • Misstrauen gegenüber Quellen oder öffentlichen Darstellungen per se, weil solche sich in der Vergangenheit als absichtlich irreführend und falsch erwiesen und folglich wenig Glaubwürdigkeit besitzen.
  • Nicht zuletzt kommt in der Regel hinzu, dass bestimmte, mit dem fraglichen Ereignis in Verbindung stehende Personen, Institutionen oder Unternehmen auf die breite Masse durch zahlreiche Skandale oder Unehrlichkeit aus der Vergangenheit als unseriös oder wenig glaubwürdig gelten. Dies ist ein wesentlicher Fakt, der zu Misstrauen und Spekulation Anlass gibt.

Das Vertrauen ist eine zarte Pflanze; ist es zerstört, so kommt es sobald nicht wieder.

  • Otto von Bismarck. Deutscher Reichskanzler, Kaiserreich ab 1871

Dazu kommt, dass mehrere kleine oder große Ereignisse, Vorgänge und Äußerungen – anscheinend – gut zueinander passen, sich ergänzen:
Wenn das Eine, was sich kürzlich ereignet hat, mit einem länger zurückliegenden Geschehen in Verbindung gebracht, einen (vermeintlichen) Sinn und schlüssigen Zusammenhang ergibt, und wenn sich auf der Suche nach weiteren Zusammenhängen mögliche Verbindungen zeigen, die wie ein Puzzle ein Bild ergeben, entsteht zumindest eine Grundlage für weiterführende Annahmen und Thesen.
Erscheinen Personen oder Gruppen wiederholt in vergleichbaren Vorgängen, und können Entwicklungen womöglich in ein größeres Ganzes eingeordnet werden, liegt der Gedanke nahe, dass weniger Zufall im Spiele ist und tatsächlich Zusammenhänge bestehen.

Die systematische Suche nach Zusammenhängen und Verbindungen von Ereignissen ist berechtigt, ja für frei denkende, kritische Menschen und wissenschaftliche Forschung zwingend. Ob diese Suche zu „der einen Wahrheit“ führt, ist dabei zunächst nebensächlich. Es geht darum, ob dieses Nachforschen oder Zeiweln legitim ist. Und ja, das ist es auf jeden Fall. Denn Vermutungen zu haben, Theorien oder Thesen aufzustellen, die dann im Weiteren untersucht werden, ist schließlich auch Methode seriöser Wissenschaft, unabhängig von der Disziplin. Und geht es um Krieg und Frieden, Freiheit, Demokratie und Grundrechte, Gesundheit und bedeutsame wissenschaftliche Erklärungen, dann darf in einem freiheitlichen und rechtsstaatlichen Gemeinwesen das Fragenstellen, Forschen und Veröffentlichen nicht kriminalisiert oder verunglimpft werden, auch dann nicht, wenn es sich um einseitige oder ideologische Vorstellungen handelt.
In einem freien Land darf Bürgern nicht untersagt werden, kritisch zu hinterfragen, Annahmen aufzustellen, seien es nun akademische Publizisten oder nicht-akademische oder Medienschaffende, Blogger, YouTuber. Es besteht für alle das Recht, Fragen zu stellen und sich mit Sachverhalten auseinanderzusetzen. Wenn Politiker oder Medien dieses Recht durch Verunglimpfung und Kriminalisierung nicht anerkennen, zeigen diese in erster Linie deren eigene undemokratische Haltung.

Man kann also die These aufstellen, dass die Diskreditierung und Verunglimpfung von Menschen und bestimmten Ansichten dazu dient, dass Themen und Zusammenhängen nicht nachgegangen wird und dafür keine bereite Öffentlichkeit entstehen soll.

Weiter stellt sich daher die Frage, „Wer hat daran massives Interesse und welche Ziele werden damit verfolgt, Thesen zu bestimmten Themen und das Hinterfragen von Narrativen zu unterdrücken?“
Doch diesen Fragen wird hier nicht nachgegangen, denn es führte zu weit, und es müsste an dieser Stelle eine eigene Verschwörungstheorie aufgestellt werden.

Eine Verschwörungstheorie füllt eine Lücke

Wo Misstrauen überwiegt und obendrein Darstellungen nicht schlüssig erscheinen, klafft eine Glaubwürdigkeitslücke. Ist das nicht nur bei einem einzelnen Menschen der Fall, sondern entsteht diese Glaubwürdigkeitslücke bei zahlreichen Menschen aus ähnlichen Gründen, dann fallen begründete Vermutungen oder Thesen einzelner auf fruchtbaren Boden und verbreiten sich rasch weiter. Nicht nur das: diese Vermutungen oder Thesen werden im Kollektiv durch weitere Hinweise oder Recherchen weiterentwickelt.

In den Zeiten vor dem Internet konnten die führenden Kreise diese unerwünschten Fragen und Thesen durch einfache Maßnahmen eingrenzen. Außerdem waren die Verbreitungsmöglichkeiten und vor allem die Geschwindigkeit des Austausches ohnehin begrenzt.
Heute, im digitalen Zeitalter, mit Internet und Social Media, fällt es selbstverständlich Regierungen, Parteien oder staatlichen Institutionen und mit ihnen verbunden Medien deutlich schwerer, unbequeme Meinungen, Annahmen und Thesen abzuschwächen. Es ist genau genommen unmöglich, es sei denn, mit sehr restriktiven und vielfältigen Maßnahmen. Die Maßnahmen gegen den freien Austausch im Internet werden aus diesem Grund seit einigen Jahren schrittweise verschärft, wie wir in der westlichen Welt beobachten können. Dies geschieht mit der Begründung, gegen Hasskommentare oder Hetze und verschiedene Formen von Internet-Kriminalität vorzugehen und „Desinformation“ verhindern zu wollen. Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille; den freien Austausch zu begrenzen, ist offenbar ein weiteres, wesentliches Ziel.

Nicht nur in den USA – in der gesamten westlichen Welt finden inzwischen Misstrauen und „Verschwörungstheorien“ zunehmend Verbreitung

Bisher war vor allem die Rede von den USA, wo viele Menschen offiziellen Darstellungen von großen Ereignissen keinen Glauben schenken.
Wie sieht es aber in anderen Ländern aus; wie steht es diesbezüglich in Europa? Nun, in einigen europäischen Ländern kann man eine Entwicklung erkennen. Ebenfalls aufbauend auf Misstrauen gegenüber Leitmedien und offiziellen Erklärungen aus der Politik, treten immer mehr „alternative“ Darstellungen und Hintergrundrecherchen zu Tage. Es wird in vielen europäischen Ländern vonseiten großer Medien und etwablierter Politiker beklagt, dass Menschen in großer Zahl „Verschwörungserzählungen“ Glauben schenken. Über eines sollte sich diejenigen, die diese Entwicklung verurteilen, im Klaren sein: Misstrauen und eine angenommene Unglaubwürdigkeit führen dahin, dass Menschen Darstellungen vonseiten bestimmter Quellen nicht mehr annehmen. Diejenigen, die sich lautstark beklagen und die Bürger für ihre „Verschwörungsgläubigkeit“ verurteilen, sollten vorrangig darüber nachdenken, weshalb eine steigende Zahl von Leuten den großen, oft regierungsnahen Medien keinen Glauben mehr schenken. Woher rührt der Vertrauensverlust in die etablierte Politik? Warum werden viele Menschen so misstrauisch, dass sie Zusammenhänge, Hintergrundinformationen und Erklärungen für Geschehnisse und Entwicklungen an ganz anderer Stelle suchen, nicht aber bei den Leitmedien und einflussreichen Parteipolitikern? Das sind die wesentlichen Fragen, denen nachgegangen werden müsste.

Und nein, es sind sicherlich nicht das zunehmend gescholtene und verurteilte Internet oder Soziale Medien die Ursache für Entstehung und Verbreitung von Gegenerzählungen und Thesen, die den verbreiteten Darstellungen widersprechen. Die modernen Digitalmedien sind nicht alleinige Ursache; sie verstärken und beschleunigen lediglich wie ein Katalysator. Allerdings entfaltet gerade dieser beschleunigte Austausch eine politissche Wirkung.
Es darf nicht vergessen werden, dass es obendrein eine große und rasch steigende Anzahl von gedruckten Büchern und Zeitschriften gibt, die sich eingehend und in vielen Fällen aufwändig recherchiert mit gewissen Themenbereichen auseinandersetzen. Ob die Untersuchungen und Schlussfolgerungen darin richtig sind oder der Wahrheit immer entsprechen, kann man bei den komplizierten Fragen und Untersuchungsfeldern nicht einfach eindeutig feststellen. Dies ist allerdings bei den abendlichen Nachrichten oder Artikeln und Beiträgen in Leitmedien ebenso wenig möglich. Und aus eigener Erfahung muss hier erklärt werden, dass Falschdarstellungen, gezieletes Verbreiten von einseitigen Darstellungen oder das Verbreiten von irreführenden narrativen Alltagsgeschäft der deutschen Leitmedien und vor allem der Öffentlich Rechtlichen Medien ist.
Aber die Tatsache, dass ganze Themenbereiche und Fragestellungen mit aller Macht unterdrückt und beiseitegeschoben, deren Untersuchung und Erörterung lautstark verurteilt wird, bringt für viele Menschen klar zum Ausdruck, dass diese Themen und Fragen sowie Recherchen dazu offenbar tatsächlich brisant und wichtig sind, anderenfalls würde keine derartige Anstrengung unternommen, diese zu unterdrücken, so die logische Schlussfolgerung.

Menschen, die sich ein freies Denken, freie Information, freien Meinungsaustausch nicht nehmen lassen wollen, stoßen gerade derzeit in der angeblich so freien, liberalen westlichen Welt immer rascher an Grenzen.

Vorläufiges Fazit: Die verschiedenen Arten von Verschwörungstheorien kurz kategorisiert

Es gilt vorrangig in verschiedene Hauptkategorien von Verschwörungstheorien zu unterscheiden
I. Verschwörungstheorien oder auch Narrative, die von Regierungen, Staatsoberhäuptern und aus regierungsnahen Kreisen oder einflussreichen politischen Parteien gezielt mit Hilfe der ihnen zur Verfügung stehenden großen Medien eines Landes verbreitet werden
Ziel dieser meist strategisch ausgearbeiteten und verbreiteten Verschwörungsbehauptungen ist es in der Regel, die Stimmung und Meinungsbildung in dem betreffenden Land oder Einflussbereich (Staatengemeinschaften, „Westliche Welt“) zu beeinflussen und bestmöglich zu steuern. Einseitige Darstellung durch Weglassen von Hintergründen und Zusammenhängen werden hier vorwiegend als naheliegende Methode genutzt.

II. „Verschwörungstheorien“, die vonseiten der Bevölkerung entstehen, durch Misstrauen gegenüber veröffentlichten Darstellungen. Diese werden beflügelt, weil Erklärungen von Regierungen, führenden Politikern oder Leitmedien als unglaubwürdig wahrgenommenen werden.

Bei diesen Verschwörungstheorien unter II. muss man in zwei weitere Unterkategorien unterteilen:

  1. Verschwörungstheorien, die argumentativ nachvollziehbar und sachlich begründet sind
    Diese werden häufig mit zahlreichen Quellenangaben und ausführlicher Überprüfung von offiziellen Erklärungen, Dokumenten und nachprüfbaren Ereignissen und Aussagen ausgeführt. Ihre schriftliche Form und quellengestützte Ausarbeitung entsprechen häufig wissenschaftlichen Standards. Zumindest sind sie stichhaltig und leiten so zahlreiche Menschen dahin, sich damit zu befassen. In einigen Fällen werden diese häufig von Akademikern, anderen fachlich versierten Personen, Whistleblowern und gut informierten Journalisten auf seriöse Weise durch aufwändige Recherche erstellt. Diese Art der angeblichen Verschwörungstheorie ist im besten wissenschaftlichen Sinne als Theorie zu bezeichnen und führt zu greifbaren Thesen und bietet eine Grundlage für weitere Forschung in diesem Bereich. Die Wissenschaft lebt von dem Aufstellen und Begründen von Theorien, Erstellung von Thesen und deren Überprüfung mit wissenschaftlichen Methoden. Eine Theorie ist ein Hypothesengebäude.
    So betrachtet, sollte die Bezeichnung „Verschwörungstheoretiker“ keine Beleidigung oder Abwertung darstellen, sondern eher eine Achtung ausdrücken. Da dies nun offenbar zunehmend auch denjenigen auffällt, die diese Bezeichnung als ‚Totschlagvokabel‘ nutzen, werden zunehmend andere Begriffe konstruiert, wie eingangs erläutert.
  2. Verschwörungstheorien, auf die tatsächlich der Begriff „Veschwörungsmythen“ oder „-phantasie“ zutrifft oder sogar „Glaube“ als Ersatzreligion – Religionsersatz Es handelt sich erkennbar um von Phantasie, religiöser und transzendenter Überhöhung gekennzeichnete Weltbilder, bis hin zu Ausschmückungen mit Phantasie- und Fabelwesen oder Außerirdischen. Diese Erzählungen tragen die Merkmale eines modernen Mythos und religiösem Empfinden in sich und können sogar messianische Erlöserpersonen aus dem wirklichen Leben einbeziehen. Begründbarkeit und Belegbarkeit der Inhalte mittels nachvollziehbarer Quellen und sachlicher Recherchemethoden sind für diese Erzählungen nicht möglich und den Anhängern nicht wichtig. Eine Grundlage in der „realen Welt“ kann man dennoch nachvollziehen.
    „QAnon“ ist ein Beispiel hierfür. Es gäbe weitere Beispiele. Dieser Bereich soll hier allerdings nicht aufgeführt werden, da nicht Gegenstand der Betrachtungen. Wichtig ist, diese beiden aus 1. und 2. zu unterscheiden.

Dadurch, dass diese beiden Formen der Verschwörungstheorien in den Leitmedien oder von führenden Politikern und Prominenten gerne miteinander vermischt und in einem Atemzuge genannt werden, wird systematisch alles pauschal als unsachlich und unseriös markiert, was nicht den Aussagen oder Narrativen den etablierten Medien und Politikern entspricht. Es wird durch diese absichtlich undifferenzierte Gleichstellung völlig unterschiedlicher Darstellungen und Erklärungsformen und vor allem Themenbereichen pauschal alles ins Irrationale und Verrückte sortiert, was nicht dem Zeitgeist und Mainstream-Erzählungen passt. Es bekommen dadurch allerdings auch immer mehr kritische Geister den Eindruck vermittelt, der Mainstream, der systematisch derart vorgeht, macht sich in erster Linie selbst unglaubwürdig.

Kampfbegriffe gegen Meinungsäußerungen und freies Denken

Die ernsthafte, theoretische Auseinandersetzung mit den Fragen um Verschwörungstheorie, „Alternativen Wahrheiten“, „Desinformation“ und „Fake News“ stellt sich als komplex heraus. Die Delegitimierung mittels derartiger Begriffe kann als eine perfide, antidemokratische und gegen Grundrechte gerichtete Methode gesehen werden, um Personen und deren Gedanken oder Forschungen und Thesen aus der öffentlichen Diskussion zu verbannen und diese als verachtenswert zu brandmarken.
Es handelt sich damit um das, was auch als „Cancel Culture“ bezeichnet wird – also Ausgrenzungskultur, Methode der Tilgung.
Das Vorgehen, über Begriffe und verbale Stigmatisierung Personen und ihre Meinungsäußerungen in Schubladen mit abwertender Beschriftung zu stecken, ist eine systematische Ausgrenzung (EXCLUSION). Diese Ausgrenzung verläuft über zwei wesentliche Schritte:

  1. Über Begriffe werden Negativ-Assoziationen hergestellt (beispielsweise „Verschwörungstheoretiker“), also negative gedankliche Verbindungen beim Botschaftsempfänger erzeugt und
  2. Wird über die Negativ-Darstellung (die Abwertung von Thema und Personen) erreicht, dass Menschen sich mit einem Thema und Personen, die sich damit auseinandersetzen, nicht mehr befassen wollen. Sie befürchten, sich gewissermaßen zu kontaminieren.
    Zumindest verfängt diese Methode bei leicht zu manipulierenden Menschen ohne Weiteres. Für dieses Vorgehen der Ausgrenzung passt auch der inzwischen oft genutzte Begriff „Cancel Culture“. Da diese Begrifflichkeit und die Verwendung inzwischen allerdings selbst nach einigen Wandlungen zu einem Politikum wurden, soll eher Themen-Ausgrenzung und Exklusion Verwendung finden.

Darüber, ob die Anwendung dieser Methode in den vergangenen Jahren tatsächlich ausgeweitet und systematisiert wurde oder ob Menschen zunehmend sensibler und aufmerksamer diesbezüglich werden, soll hier nicht erörtert werden. Es geht hier um das Grundsätzliche dabei.

Es drängen sich in der Reaktion darauf immer mehr Leuten grundlegende Fragen auf: Weshalb zielen führende gesellschaftliche Gruppen mit einer derartigen verbalen Abwehr einen Ausschluss anderer aus dem öffentlichen Diskurs ab?
Fehlen womöglich eigene Argumente und sachliche Möglichkeiten, den Inhalten der „Verschwörungserzählungen“ und „Fake-News“ zu begegnen und diese so wirksam zu entkräften?
Sind die angeblichen „Verschwörungsthemen“ für die Führungseliten derart brisant und heikel weil wirklichkeitsnahe, dass sie auf diese Weise bekämpft werden müssen?
Weshalb werden (oppositionelle) Gruppen über begriffliche Stigmatisierung in ihrer Meinungsäußerung behindert?
Warum betreiben Parteien, Regierungen, Medien und Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) einen zunehmenden Aufwand, um bestimmte Ansichten oder Kritik an Zuständen abzuwehren? Befürchten sie, ihre eigenen, über Jahre aufgebauten Narrative brächen leicht auseinander; ist es die Sorge, die Aussagen und Argumenten von „Verschwörungserzählern“ könnten viele weitere Leute vom „richtigen Denken“ abbringen?
Wenn diese doch nur Unsinn erzählen, sollte es doch die Masse der Bürger als diesen erkennen, oder?
Damit wären die „Verschwörungserzähler“ per se unbedeutend.
Und wenn diese Themen derart entschlossen bekämpft werden, dann ist an diesen Themen wahrscheinlich auch etwas dran – sie sind offenbar nicht so unsinnig, sonst würden sie nicht bekämpft. Dies wird unten weiter betrachtet.
Eines scheint deutlich: Über diese Art der Stigmatisierung und Ausgrenzung soll der Korridor für öffentlich erörterte Themen und Thesen gezielt verengt werden.
Gerade die Methode, die entschlossene und zunehmend kämpferisch-aggressive Weise, wie gegen Aussagen, Erklärungen und deren Urheber vorgegangen wird, lässt die Vermutung aufkommen, Führungseliten fürchten stark um den Verlust von Deutungs- und Meinungshoheit.

Was dies mit Donald Trump zu tun hat

Der ehemalige US-Präsident und derzeitige Präsidentschaftskandidat, Donald Trump, gilt heute für Viele, in den USA wie auch in zahlreichen anderen Ländern, als Kämpfer gegen die mit Misstrauen und Argwohn betrachteten Führungseliten. Donald Trump hat inzwischen den Nimbus eines Kämpfers ‚alleine gegen das System‘, gegen den etablierten Machtapparat anzutreten und ihn herauszufordern.
Dafür, dass Trump es in deren Augen mit den besagten Kräften aufnimmt, ist ihm bei einigen US-Amerikanern der Heldenstatus sicher, komme, was da wolle. Und gerade die Versuche, Trump durch Gerichtsprozesse und Kampagnen die Präsidentschaftskandidatur unmöglich zu machen oder seinen Ruf zu ruinieren, stärken sogar seinen Rückhalt in weiten Teilen der Bevölkerung. Ja, diese Maßnahmen, die gegen Donald Trump gerichtet sind, bestätigen in den Augen seiner Anhänger, dass ein mächtiges System von etablieren, rücksichtslosen Machtmenschen sich geschlossen gegen ihn stellt.
Einige gehen noch weiter und sehen in Trump einen Erlöser, eine zentrale Figur einer Wende zum Guten.

Trump kommt erheblich zugute, dass er während seiner Präsidentschaft keinen Krieg begann, immer wieder betonte, dass er Kriege beenden und neue verhindern will. Er führte als Präsident mit den Regierungsoberhäuptern verschiedener Länder Gespräche, statt auf verbale und militärische Aufrüstung zu setzen. Dies stärkt seine Glaubwürdigkeit besonders unter den Pazifisten. Gerade dieser Friedenswille Trumps – ob scheinbar oder tatsächlich vorhanden – scheint es zu sein, der ihm in weiten Teilen der vorwiegend pazifistisch eingestellten Bevölkerung Sympathie einbringt. Sein Wahlspruch, „Make America Great Again“ drückt etwas aus, was für die Mehrheit der US-Amerikaner eine Formel zur Wiederherstellung ihres Landes ist – eine verheißungsvolle Losung für die Zukunft. Die US-Bürger wünschen sich ein Ende der seit Jahrzehnten laufenden Verelendung mit Verarmung der Mittelschicht, Pleiten, Deindustrialisierung, Drogenelend, politische Instabilität, Finanzierung eines weltweit operierenden Militärapparates mit hunderten Militärstützpunkten und Überdehnung der Militär- und Kriegsausgaben ins Unermessliche.

Donald Trump legt keinen Wert auf eine geschliffene und gewählte, politisch korrekte Ausdrucksweise. Er poltert und wirkt oft plump oder wankelmütig in seinen Aussagen, aber offenbar verübeln ihm das wenige. „Make America Great Again“ drückt für viele die Hoffnung aus, die USA neu zu schaffen, zu konsolidieren, wieder Ordnung und Recht im eigenen Land herzustellen. Dazu gehört auch, Wirtschaft und Industrie im Land zu erneuern, statt mittels Globalisierung und Kriegen einzelnen zu unermesslichem Reichtum zu verhelfen und die Masse verarmen zu lassen, wie es in den vergangenen Jahrzehnten unter den vorgeblich Liberalen der Fall war. Auch wird damit der Wunsch ausgedrückt, die USA politisch in einer anderen Weise in den Mittelpunkt zu stellen – nicht sich weltweit als Hüter von Werten und Demokratie darzustellen, während dabei fortwährend fragwürdige Kriege geführt und andere Länder destabilisiert werden. Sich auf das eigene Land und das Wohl der US-Bevölkerung zu besinnen, wünschen sich viele.
Ob Trump, wenn er gewählt wird, als Präsident worthalten kann und ob er es mit allen Aussagen ernst meint, weiß man natürlich nicht. Jedenfalls sind die Sympathie und das Vertrauen, das Menschen in ihn setzen, nachvollziehbar, sofern man gewillt ist, die Lage wie auch die Entwicklung in den USA ehrlich zu betrachten und das Befinden der Bürger und die Lage der Vereinigten Staaten zu analysieren.
Eines muss betont werden: Ob Donald Trump die Demokratie beschädigt hat und die Gesellschaft spaltet oder ob, im Gegensatz, sein Erfolg auf der schon viel früher beschädigten US-Demokratie gedeiht, ist nicht eindeutig. Trump wird vieles vorgeworfen. Die ganz großen Fehler wurden in den USA jedoch schon in vielen Jahrzehnten zuvor gemacht.

Fazit und Meinung

Wie dargelegt, sind die Bezeichnungen „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungstheoretiker“ Kampfbegriffe, die dazu dienen Menschen, Themen und These gezielt auszugrenzen. Für diese Ausgrenzung werden auch verschiedene Ableitungen von „Verschwörungstheorie“ genutzt, so zum Beispiel „Verschwörungserzählung“, „Verschwörungsmythos“, „Verschwörungsideologie“, „Verschwörungsphantasie“. Es werden auch sinngemäß verwandte stigmatisierende Wortschöpfungen ins Feld geführt. Weiterhin wird Ausgrenzung undifferenziert vorgenommen.
Im gleichen Atemzug wird regelmäßig den angeblich „rechten“ Kritikern an Partei- oder Regierungshandeln Feindlichkeit gegenüber der Demokratie oder Bestrebungen gegen den Staat unterstellt. Dass kritisierte Politiker die Ablehnung ihrer Politik und Opposition per se als staats- und demokratiefeindlich brandmarken, untergräbt wiederum selbst demokratische Grundsätze. Wenn die eigene Partei und die eigenen politischen Ziele mit dem Staat gleichgesetzt werden, so offenbart dies eine Mischung aus Größenwahn und einen Hang zum Totalitarismus. So schädigt man oppositionelle Betätigung. Die so vollführte Benachteiligung von Opposition erfolgt systematisch. Oppositionelle Gruppen zu bekämpfen ist ein Merkmal für totalitäre Bestrebungen.

Es wird viel über Medienkompetenz geredet. Wesentlich für die Medienkompetenz ist es, sich bei der Wahl eines Mediums und der Informationsquellen nicht von denjenigen den Weg weisen zu lassen, die Teile des Medienbetriebs sind und offenkundig ihre Macht und Deutungshoheit verteidigen.
Zur Medienkompetenz und Mündigkeit – im Sinne der Definition von „Aufklärung“ Immanuel Kants – gehört es, sich seine Informationen selbstbestimmt zu suchen und nicht diktieren zu lassen.

Immanuel Kant (deutscher Philosoph, 1724 bis 1804) erklärte:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

* * *

Wichtig für den Bürger, der sich Kenntnis verschaffen will, um seine Meinung zu bilden, ist hierbei die Unterscheidung zwischen Phantasien, Propaganda und seriösen Thesen. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um ein Angebot der großen, etablierten Medien handelt oder um sogenannte Alternative Medien. Eines sollte der Medienkonsument niemals machen: sich von Politkern und den großen Leitmedien erzählen lassen, was die richtige Informationsquelle und die Wahrheit sind und welcher Quelle er keinesfalls vertrauen soll. Damit gibt er seine Mündigkeit freiwillig ab – verweilt in selbstverschuldeter Unmündigkeit. Folgsamkeit und Mündigkeit schließen einander aus.

Ein jeder, der mit großer Geste und starken Worten die Darstellungen und Ansichten anderer abwertet, verfolgt damit Ziele. Und wenn Parteipolitiker, Regierungskreise und Leitmedien – besonders staatsnahe Medienanstalten – uns erklären, was die richtigen und was die falschen Inhalte sind, dann müssen wir hellhörig werden.

Opposition, die für die Machtausübenden bequem und lenkbar ist, ist keine wirkliche Opposition. Wird nur die bequeme Opposition geduldet und andere Sichtweisen werden bekämpft, ist dies gleichbedeutend mit Gleichschaltung. Derartiger Umgang mit Meinungen und Opposition sind gegen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gerichtet. Doch was bleibt dann von einem politischen, gesellschaftlichen System, wenn nur noch bestimmte Meinungen frei geäußert oder angepasste wissenschaftliche Forschung veröffentlicht werden dürfen und nur eine gezähmte Opposition geduldet wird? Die Antwort muss lauten: es bleibt Totalitarismus.

Und wenn eine Verschwörungstheorie tatsächlich eine Verschwörungstheorie im besten Sinne des Wortes ist und eine umfassende Verschwörung darlegt, wie damit umgehen? Angenommen, eine solche Verschwörungstheorie erscheint im Extremfall aufgrund ihrer Tragweite und weitreichenden Ausformung unglaubwürdig, denn sie übersteigt das Vorstellbare.
Dazu stelle man sich vor, die so geschilderten Umstände und angeblichen verschwörerischen Ereignisse – falls sie real sein sollten – beeinflussen das eigene Leben womöglich negativ, haben erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die gesellschadftliche Freiheit, Selbstbestimmung, Krieg und Frieden, Gesundheit, Sicherheit, den bescheidenen Wohlstand, Zukunft der kommenden Generationen – schließt man dann die Augen davor, nur weil es einem andere so vorgeben? Wäre es vernünftig wegzusehen? Oder schaut man vielleicht doch besser zweimal hin und befasst sich damit, um dann selbst zu bewerten? – Wachsamkeit ist immer wichtig.

Dies soll gewiss kein Aufruf dazu sein, jedem Hirngespinst und jeder neuen Phantasterei nachzulaufen. Nein, im Gegenteil: es gilt, die Mündigkeit zu erwerben, selbst hinzuschauen und sich ein Bild davon zu machen, was wahrscheinlich, plausibel und bedeutsam ist und was andererseits sicherlich Unsinn ist. Es geht um das einfache Grundprinzip: Lasse ich mir von den Einflussreichen und den Meinungsmultiplikatoren, die ja Lobbyisten in eigener Sache sind, erklären, was ich als richtig und wahr ansehen darf und was nicht, verbleibe ich freiwillig in Unmündigkeit.

Ist eine komplexe These auf eine große Anzahl gut recherchierte Quellen gestützt und so nachvollziehbar, darf man sich nicht von Lobbyisten und Propagandisten einreden lassen, dass dies alles Unsinn ist. Man sollte vorzugsweie zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es Zusammenhänge, Ereignisse und Vorgänge gibt, die man zuvor nicht einmal erahnt hat. Lassen wir uns einreden, mit solchen Angelegenheiten dürfe man sich nicht beschäftigen, so handeln wir ebenso wenig mündig wie ein dressiertes Tier.

Hinzu kommen weitere Gesichtspunkte. Wie sich gerade in den letzten Jahren herausstellte, haben zahlreiche angebliche unsinnige Verschwörungstheorien sich im Nachhinein als wahr oder realitätsnah bestätigt und das, was uns vonseiten des Mainstreams in Politik und Medien nachdrücklich erklärt wurde, stellte sich als unwahr heraus.
Diejenigen, die diese offiziellen Dartstellungen anzweifelten und „blöden Verschwörungstheorien“ Aufmerksamkeit schenkten, standen mehr als einmal auf der richtigen Seite. Besonders deutlich wird das in den vergangenen Monaten in Deutschland (und in einigen weiteren Ländern) im Zusammenhang mit COVID-19 und den umfassenden Maßnahmen, welche die Ausbreitung des Erregers verhindern sollten. Es stellt sich schrittweise heraus, dass die Maßnahmen tatsächlich unverhältnismäßig und zumeist unwirksam waren, vieles davon selbst größeren Schaden anrichteten als die Krankheit selbst und viele Bilder, die uns in Angst und Schrecken versetzen sollten, nicht in dem Kontext aufgenommen oder falsch kommentiert wurden und die Bezeichnung „Fake News“ sicherlich verdient hätten . Es zeigt sich jetzt, dass die angeblich hilfreichen Impfungen, wozu wir mit Mitteln gezwungen wurden, die eines Rechtsstaates nicht würdig sind, nahezu unwirksam waren. Verursacht wurden jedoch zahlreich furchtbare Impfschäden, die von zuvor von medizinischen Fachleuten erkannt oder sogar vorausgesagt wurden. Diese Mediziner und diejenigen, die Untersuchungen zu Impffolgen veranlassten und auswereten, wurden lächerlich gemach, kriminalisiert und wo es ging, wurden sie zensiert.

Ähnlich verhält es sich mit den Gesichtsmasken, die zunächst, bis etwa April 2020, auch vom politischen und wissenschaftlichen Mainstream als unnötig und unwirksam bezeichnet wurden. Der Hintergrund dazu: in Deutschland gab es sehr wenige Atemmasken, und die wenigen sollten medizinischem Personal vorbehalten bleiben. Den Umstand des Mangels kaschirte man mit der Darstellung, diese seien ohnehin nicht wirksam, was der Wahrheit auch entsprach.

Anfangs hieß es, Gesichtsmasken seien wirkungslos (was noch am ehrlichsten war), dann wurde dazu aufgerufen, sich Gesichtsmasken selbst herzustellen, oder kleine heimische Firmen stellten ihre Produktion auf Masken um. Allerdings war damit für maßgebliche Leute kein Geschäft zu machen. Im zweiten Halbjahr 2020 wurden uns in Deutschland plötzlich massenweise Studien und angeblich neue Erkenntnisse um die Ohren gehauen, Gesichtsmasken seien ganz und gar wichtig, um Ansteckung (anderer) zu verhindern und die Ausbreigung von COVID-19 zu unterbinden. Es wurden Gesetze und Verordnungen erlassen, die uns überall im öffentlichen Raum zum Tragen von Masken zwangen, selbst Kinder und Kranke… – zunächst einfache medizinische Masken, die an öffentlichen Orten manchmal verteilt wurden, dann die FFP-2-Masken, die nicht für meditinische Zwecke geeignet sind.

Und diejenigen, die sich dagegen wehrten, die vorherigen Erklärungen zur Unwirksamkeit im Sinn hatten oder neue Studien dazu kannten, die auch Gesundheitsgefährdung der vorgeschriebenen Masken hervorhoben, wurden verächtlich gemacht. Leute, die dahinter einen Betrug und Schwindel erahnten oder nachwiesen, wurden verhöhnt. Damit nicht genug: Es stellte sich heraus, dass Parlamentarier einiger Parteien und ihre Verwandten mit dem Import und Vertrieb von Gesichtsmasken ein beachtliches Geschäft machten. Mit „Masken-Deals“ wurden zweistellige Millionenbeträge eingestrichen. Da muss man sich nicht lange fragen, wer hier auf der richtigen Seite stand: die Misstrauischen oder die Leichtgläubigen.

Menschen wurden mit unsinnigen, unwissenschaftlichen und menschenverachtenden Maßnahmen traktiert. Die erheblichen Risiken, die diese neuartigen Impfungen für viele mit sich brachten, wurden vertuscht und kleingeredet. Wissenschaftler und Fachleute aus verschiedenen Disziplinen – Virologen, Epidemielogen, Psychologen, Kindermediziner, Mathematiker und weitere – mahnten und sagten in vielen Einzelheiten genau voraus, dass die staatlichen Verbote und Zwangsmaßnahmen sinnlos sind und was geschehen und eintreten würde. Diese wurden verfemt, verächtlich gemacht, zensiert und teilweise juristisch und gesellschaftlich in die Enge getrieben, verloren ihr Ansehen oder sogar ihre Arbeitsstellen und – das ist hier entscheidend: Was diese Leute erklärten, wurde entweder totgeschwiegen, wegzensiert oder aber als Verschwörungstheorie abgetan.

Nun, im Nachhinein, behalten diese Mahner und Kritiker Recht; es bestätigt sich schrittweise immer deutlicher, dass die angeblichen Verschwörungstheorien in einigen wesentlichen Punkten richtig lagen. Eine hohe Anzahl von Opfern dieser Propaganda leiden nun unter schweren Impfschäden. Viele dieser Impfschäden werden nicht bekannt, da Ärzte die Zusammenhänge zwischen der COVID-Impfung und der oft nach Monaten folgenden Erkrankung nicht erkennen oder nicht sehen wollen. Hinzu kommt ein fragwürdiges Meldesystem für Impfschäden in Deutschland. Auch die Betroffenen wollen einen möglichen Zusammenhang zwischen einer schweren Erkrankung und der COVID-Impfung nicht wahrhaben. Und so werden, im Besonderen in Deutschland, mögliche Verdachtsfälle von Impfschäden häufig nicht bei den zuständigen Stellen (z.B. in Deutschland Paul-Ehrlich-Institut: Meldeformulare / Online Meldung – Paul-Ehrlich-Institut (pei.de)) nicht angezeigt. Es ist mit einer hohen Dunkelziffer von nicht erkannten Impfschäden zu rechnen. Auch die Tatsache, dass impfende Ärzte nun mit juristischen Folgen rechnen müssen, weil sie Patienten über die möglichen Risiken der neuen, nur vorläufig zugelassenen Impfstoffe nicht ausreichend aufklärten, führt zu einer gewissen Zurückhaltung bei der Meldung von Verdachtsfällen. Die Frage der schweren Impfschäden beschäftigt Gerichte in Deutschland zahlreich; die Klagen werden zumeist angewiesen. Mutmaßliche Corona-Impfschäden vor Gericht (deutschlandfunk.de); Ärztliche Aufklärungspflicht bei Covid-19-Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff (beck.de) und weitere. Für die betroffenen Kläger und deren Anwälte ist der Nachweis der „haftungsbegründenden Kausalität“ fast unmöglich.

Es heißt ein deutsches Sprichwort: „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.“ Dies kann uns als Leitlinie dienen, wenn es um den Umgang mit Medien und Meldungen geht. Ein mündiger Bürger vertraut nicht blind, sondern versucht sich im Rahmen der Möglichkeiten Gewissheit zu verschaffen. Dies gilt im Besonderen dann, wenn es um die Gesundheit, Freiheit oder die Frage von Frieden und Krieg geht. Die Einengung der Informationsmöglichkeiten durch Verunglimpfung und Ausgrenzung von Meinungen und Personen mittels diffamierender Begriffe nimmt Bürgern in erster Linie vorrangig Möglichkeiten zur Information.

Hier gelangen Sie zu Teil 1

und hier zu Teil 2.

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Der Beitrag „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 2 erschien zuerst auf Advocatus Veritas.

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Inhalt

Teil 1
„Verschwörungstheorie“: Ursprung eines Begriffes und dessen Gebrauch
Woher kommt der Begriff „Verschwörungstheorie“?
Wer sind Verschwörungstheoretiker und wer ihre Feinde?
Was wird heute als Verschwörungstheorie bezeichnet?
Wodurch die Entstehung von Verschwörungstheorien begünstigt werden

Teil 2
Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – Entstehen, Unterscheidungen und Bedeutung
Die USA werden heute häufig als Ursprung und Hotspot der Verschwörungstheorien angesehen – naheliegende Gründe hierfür
Ein Beispiel aus der früheren Zeit der USA
Mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit
„Verschwörungstheorien“, die aus Misstrauen gegen Regierung, Militär und Geheimdienst entstanden
Die Gemütslage in den USA

Teil 3
International verbreitete oder diskutierte „Verschwörungstheorien“
Weshalb Verschwörungstheorien entstehen
Eine Verschwörungstheorie füllt eine Lücke
Nicht nur in den USA – in der gesamten westlichen Welt finden inzwischen Misstrauen und „Verschwörungstheorien“ zunehmend Verbreitung
Vorläufiges Fazit: Die verschiedenen Arten von Verschwörungstheorien kurz kategorisiert
Kampfbegriffe gegen Meinungsäußerungen und freies Denken
Was dies mit Donald Trump zu tun hat
Fazit und Bewertung

Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – Entstehen, Unterscheidungen und Bedeutung

Die USA werden heute häufig als Ursprung und Hotspot der Verschwörungstheorien angesehen – naheliegende Gründe hierfür

Verschwörungstheorien wie auch grobe Lügen wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika in der Vergangenheit häufig durch Politiker oder Medien in die Welt gesetzt, um damit in der Öffentlichkeit etwas Bestimmtes zu erreichen, Stimmungen hervorzurufen oder die Mehrheit der Bürger zielgerichtet in ihrer Meinungsbildung zu beeinflussen.

Der Historiker und Philosoph Richard Hofstadter, der sich mit Verschwörungsphantasien befasste, analysierte in der ersten Hälfte der 1960er Jahren im Essay „The Paranoid Style in American Politics“ (Der paranoide Stil amerikanischer Politik). Hierin legt er dar, wie mit einem seiner Ansicht nach weit verbreiteten „paranoiden Stil“ in der amerikanischen Politik gearbeitet wurde. Debatten wurden damit emotionalisiert und Sachlichkeit beseitigt. Hofstadter erläutert, weshalb er den Begriff „paranoiden Stil“ verwendet. Dennoch wurde in späteren Kritiken an seinem Werk die Verwendung dieses Begriffes wiederholt bemängelt.

Im Laufe der US-Geschichte wurden immer wieder mittels Verdächtigungen und veröffentlichten Verschwörungsphantasien gegen bestimmte Gruppen von Menschen agitiert und die Massen der Bevölkerung in den Zustand von Verunsicherung oder Abneigung versetzt. Obwohl er ursprünglich zornige Gemüter vor allem bei der politischen Rechten am Werk sah und daher seinen Betrachtungsschwerpunkt hierauf legte, machte Hofstadter den paranoiden Stil bei verschiedenen Akteuren in den USA aus, unabhängig von einer bestimmten politischen Ausrichtung. Er erklärte, es sei ein Denkstil, der weder neu noch unbedingt rechts ist.

Ein Beispiel aus der früheren Zeit der USA

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die anti-katholische Bewegung in den USA sehr stark, bei deren Ursprüngen evangelikale Frauen eine große Rolle spielten. Einzelne Personen und Zeitungen führten mit drastischen Verschwörungsbehauptungen einen Feldzug gegen Katholiken, ihre Einrichtungen und weitere katholische Einwanderung. Das gipfelte in den 1850er Jahren. Es wurde unter anderem in einem Zeitungsartikel behauptet: „Es ist eine notorische Tatsache, dass die Monarchen Europas und der Papst von Rom gerade in diesem Moment unsere Zerstörung planen und die Auslöschung unserer politischen, zivilen und religiösen Institutionen androhen.“

Doch von diesem jahrelangen Feuerwerk an Agitation und Unterstellungen gegen Katholiken mit geschürter Hysterie und Hass blieb nichts in der Realität übrig. Es wanderten weitere Katholiken ein, beispielsweise aus Irland und Italien, und es geschah nichts Verschwörerisches – die USA wurden nicht durch Katholiken und die Römische Kirche angegriffen oder gar zerstört.

Häufig stellte sich für die aufmerksame Öffentlichkeit im Nachhinein heraus, dass Behauptungen von Politikern oder der Regierung, Darstellungen in der Presse, geschürten Ängsten und wahnhaft beschworenen drohenden Gefahren aus Übertreibungen bestanden oder keinerlei Grundlage in der Wirklichkeit hatten.

„Man kann das gesamte Volk zeitweise täuschen, und einige des Volkes die ganze Zeit, aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.“

– Abraham Lincoln. (USA) Abraham Lincoln wurde geboren am 12. Februar 1809 bei Hodgenville, Hardin County (heute: LaRue County, Kentucky); er starb durch ein Attentat am 15. April 1865 in Washington D.C. Abraham Lincoln war von 1861 bis 1865 der 16. Präsident der USA.

Der laxe Umgang mit der Wahrheit oder dem, was als solche dargestellt wird, hat in den Vereinigten Staaten von Aemerika im politischen und medialen Geschehen eine lange Tradition. Propagandalügen werden lange schon als legitim betrachtet, um Stimmungen und Wahlen zu beeinflussen und andere politische oder auch wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Es ist wahrscheinlich nicht als Zufall anzusehen, dass in den USA Manipulation und Propaganda früh schon wissenschaftlich untersucht und in der Folge auch für Marketingmethoden und Produktwerbung nutzbar gemacht wurden.

Ein bekannter Pionier auf diesem Gebiet war Edward Bernays mit seinen Büchern „Crystallizing Public Opinion“ und „Propaganda“ , aus den 1920er Jahren (1). Bernays und Ivy Lee waren in den USA Pioniere der Propagandatheorie und Public-Relations-Forschung, griffen allerdings selbst auf die Vorarbeit weiterer US-amerikanischer und europäischer Autoren zurück. Das Werk des Franzosen Gustave Le Bon, „Psychologie der Massen“ , von 1895, wird als Schlüssel für dieses Forschungsfeld und die Entwicklung von Massenpsychologie und Manipulation angesehen. Einige der zahlreichen Werke Le Bons sind bis heute von Bedeutung.

Fußnote:

(1) Edward Bernays war ein Neffe Sigmund Freuds und ein Urenkel des Hamburger Rabbiners Isaak Bernays. Seine Mutter war Freuds Schwester Anna, sein Vater Ely Bernays war der Bruder von Freuds Ehefrau Martha. (Quelle: Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Bernays)

Mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit

Der Irak-Krieg

Die Weise, wie die US-Regierung sich 2002 und 2003 einen Anlass für den Irak-Krieg konstruierte, ist so ein Fall von Regierungsseite ersonnener „Verschwörungstheorie“ der jüngeren Vergangenheit. Mittels falscher Behauptungen und Unterstellungen präsentierte man der Weltöffentlichkeit und den US-Bürgern die Darstellung, der Irak und vor allem der irakische Präsident Saddam Hussein stecke (ebenfalls) hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA.

Als sich dies nicht im Geringsten erhärten ließ und offenkundig keine Anhaltspunkte dafür erkennbar waren, wurde die Behauptung gestreut, der Irak habe Massenvernichtungswaffen. Skeptische Europäer wurden beschimpft und verächtlich vonseiten der US-Regierung als das „alte Europa“ bezeichnet. Der damalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sein Stellvertreter Paul Wolfowitz sowie der Außenminister Colin Powell waren im Wesentlichen die Verantwortlichen für diese Behauptungen, um so einen Kriegsvorwand zu erfinden. Der damalige britische Premierminister Tony Blair unterstützte dieses Vorgehen nach Kräften, und Großbritannien gehörte später zu der sogenannten „Koalition der Willigen“, die den Irak mit Krieg überzog. Wie sich herausstellte, waren dies Lügen, die als Vorwand dienten, um einen völkerrechtswidrigen und ethisch nicht vertretbaren Krieg zu beginnen und dafür Verbündete zu finden.

Diese Handlungsweise war in der US-Geschichte nicht das erste und nicht das letzte Mal der Fall.

Der Vietnam-Krieg

Vietnam war seit 1946 durch einen Kolonialkrieg und Stellvertreterkriege verschiedener Mächte und durch einen Bürgerkrieg gezeichnet (1) und wurde nun der Schauplatz eines Stellvertreterkrieges zwischen den USA zur Unterstützung Süd-Vietnams gegen die Sowjetunion und China auf Seiten des kommunistischen Nord-Vietnams.

Eine Katastrophe war dieser geopolitisch wie auch moralisch höchst fragwürdige Kriegseintritt der Vereinigten Staaten auch für das US-Militär und für hunderttausende getötete und körperlich wie seelisch versehrte Soldaten der US-Armee. Hinzu kam, dass Grausamkeiten und schwere Kriegsverbrechen des US-Militärs in diesem Krieg öffentlich wurden. Politisch und gesellschaftlich waren die Auswirkungen für die Vereinigten Staaten ebenfalls verheerend. Eine große Anzahl an verrohten, psychisch verletzten und gestörten Vietnam-Kriegsveteranen, die keine angemessene Behandlung und Betreuung durch die US-Armee erhielten, stellten für die Gesellschaft über Jahrzehnte eine erhebliche Belastung dar.

Mit dem vorgeblichen „Tonkin-Zwischenfall“ verschaffte sich die US-Führung im August 1964 mittels einer Lüge einen Vorwand, um in den Vietnam-Krieg einzutreten. Die Vereinigten Staaten stellten sich als Opfer eines militärischen Angriffes durch das kommunistische Nord-Vietnam auf das Schiff „Maddox“ in internationalen Gewässern dar. Aber nicht nur das: die US-Army operierte schon vor und während der Präsidentschaft von John F. Kennedy auf der Seite von Süd-Vietnam, unter anderem im Rahmen des ‚Operationsplanes 34A‘, in dem vietnamesischen Bürgerkrieg gegen das weitgehend kommunistische Nord-Vietnam.

In Wirklichkeit war die Lage in diesem Bürgerkrieg wesentlich komplizierter, als ‚kommunistischer Norden gegen den guten Süden‘. US-Geheimdienste teilten die Einzelheiten den Regierungsberatern detailliert mit. Aber dem wurde auf Regierungsseite keine Beachtung geschenkt.
Der US-Kongress verabschiedete aufgrund gezielter Irreführung durch falsche Informationen mit nur zwei Gegenstimmen, drei Tage nach dem herbeigelogenen Angriff auf die Maddox, die „Tonkin-Resolution„. Sie gab dem Präsidenten Lyndon B. Johnson die Vollmacht, „alle Mittel zu benutzen, um vietnamesische Attacken abzuwehren“. Johnson machte davon zunächst kaum Gebrauch. Im folgenden Wahlkampf positionierte Johnson sich klar als friedenswillig und gegen Kampfhandlungen der USA in asiatischen Ländern. Sein Gegenkandidat, Barry Goldwater, stand offen für einen umfassenden Krieg in Vietnam, was bei der überwiegenden Mehrzahl der US-Wähler auf Ablehnung traf.

Johnsons Wahlkampfaussagen stellten sich später als reines Kalkül und unehrlich heraus. Er hegte ebenso Kriegsabsichten wie sein Kontrahent Goldwater. Die Pläne für den großangelegten Krieg bestanden bereits. Die Irreführung der kriegsunwilligen Öffentlichkeit in den USA wurde in der Folge systematisch fortgesetzt. Und Johnson tat in Abstimmung mit seinen Beratern nun genau das, was er im Wahlkampf vorgeblich abgelehnt hatte: einen großangelegten Krieg in Vietnam zu führen.

Die Veröffentlichung der „Pentagon-Papers“ durch Daniel Ellsberg, ab 1969, zeigte nach und nach der Öffentlichkeit, auf welch verwerfliche Weise der Präsident und das Militär handelten. Zunächst kopierte Ellsberg ab Ende des Jahres 1969 die 7.000 Seiten geheimen Materials und stellte sie dem Außenpolitischen Ausschuss des Senats zur Verfügung. Als dann auch noch Laos und Kambodscha durch US-Militär überfallen und bombardiert worden waren, übergab er die Papiere 1971 der ‚New York Times‘.

„Der Vietnamkrieg begann mit einer Lüge. Auslöser war der angebliche Angriff der Nordvietnamesen auf eines unserer Kriegsschiffe, das in der Bucht von Tonkin stationiert war. Doch den gab es nie. Es war eine Lüge. Es war reine Propaganda um diesen furchtbaren Krieg anzufangen. Manchmal wiederholt sich die Geschichte.“

― Dustin Hoffman. USA (aus https://gutezitate.com/zitate/propaganda)

Die jüdische Philosophin und Publizistin Hanna Arendt befasste sich mit der Angelegenheit und verurteilte entschieden die Verheimlichungen, Unwahrheiten und das zielgerichtete Lügen der US-Führung. Es wurde den US-Bürgern und der Weltöffentlichkeit deutlich, in welcher Weise Regierungen und Präsidenten über einen langen Zeitraum gelogen, getäuscht und die Bürger betrogen hatten.

Daniel Ellsberg war damit ein früher „Whistleblower“, lange vor der Zeit des Internets. Richard M. Nixon, der seit Januar 1969 US-Präsident war, unternahm verzweifelte und wiederum illegale Versuche, um befürchtete künftige Veröffentlichung kompromittierender Unterlagen zu verhindern. Dies führt in der Folge zur „Watergate-Affäre“, die zusätzlich die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz der Regierung, deren Berater und vor allem des US-Präsidenten tiefgreifend erschütterte. Das Vertrauen in das Präsidentenamt ging bei vielen unwiderruflich verloren. Schließlich trat Nixon im August 1974 zurück und kam damit einem Amtsenthebungsverfahren zuvor.
Der Vietnam-Krieg führte zu einem schwerwiegenden und fortdauernden Vertrauensverlust der US-Bürger in Politik und Regierung und Teile der Medien, ja, des politischen Systems im Gesamten. Dies ist wichtig zu wissen, um spätere Geschehnisse und die heutigen Befindlichkeiten in den USA nachvollziehen zu können.

Fußnote:

(1) Zur Vorgeschichte in Kürze: Vietnam befand sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Kolonialkrieg mit der damaligen Kolonialmacht FRANKREICH, der sich später zu einem Bürgerkrieg entwickelte unter französischer, chinesischer und anfänglich japanischer Beteiligung. Die USA unterstützten Frankreich schon zu dieser Zeit mit hohem Aufwand gegen die kommunistischen Unabhängigkeitskämpfer. Es handelte sich bei dem Indochina-Krieg um einen großen Stellvertreterkrieg, in welchem die USA schon zu dieser Zeit involviert waren. In der „Indochina-Konferenz“ von 1954 in Genf, wurde über komplexe Friedensverhandlung zwischen den beteiligten Staaten Volksrepublik China, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion, Vietnamesischen Vertretern, Laos und Kambodscha auch eine Teilung in das (kommunistische) Nord-Vietnam und den Süd-Teil beschlossen.
Ohne die finanzielle und militärische Unterstützung der USA in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar hätte Frankreich den Krieg vorzeitig beenden müssen, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Verschiedene Seiten setzten im Indochina-Krieg Folter ein. Die Franzosen nutzten Folter in großem Ausmaß, auch nach 1946, trotz eines Folterverbots. In der Zeit des Indochina-Kriegs verloren schätzungsweise eine Million Vietnamesen ihr Leben, der größte Teil unter ihnen unbeteiligte Zivilisten. Genaue Zahlen über Tote auf den verschiedenen Seiten wurden später nicht erhoben oder veröffentlicht. Die USA nahmen nach der Genfer Friedenskonferenz weiter direkten Einfluss und mischten sich in Vietnam und Laos in innere Angelegenheiten massiv ein. In Süd-Vietnam folgte ein diktatorisches Regime unter dem von den USA dort installierten und unterstützten Katholiken Ngô Đình Diệm. Gegen das Terrorregime von Diem kam es zum erneuten Bürgerkrieg. Zunächst als bewaffneter Aufstand in Süd-Vietnam, dann unter der Beteiligung des kommunistischen Nord-Vietnam entwickelte sich ein Bürgerkrieg in Vietnam.

Die Kommunisten-Hysterie unter McCarthy

In diesem Zusammenhang gehörte die in den USA und durch den republikanischen US-Senator Joseph McCarthy, Anfang der 1950er Jahre, massiv geschürte Sorge vor Kommunisten. McCarthy überzog seine geschürte Kommunisten-Panik; er sprach wiederholt von einer Verschwörung gegen die USA. Er witterte selbst kommunistische Umtriebe in zentralen Stellen der US-Verwaltung, beim Militär, in Parteien und der Regierung. Mit überzogenen Maßnahmen, bis hin zu unbegründeten Verdächtigungen und ungerechtfertigten Verfolgung von Unschuldigen, wurde durch staatliches Handeln zahlreichen Menschen Schaden zugefügt. Es stellte sich heraus, dass es sich hier um eine Paranoia und geschürte Unsicherheit und Ängste handelte, nicht um eine tatsächliche großangelegte kommunistische Verschwörung.

„Verschwörungstheorien“, die aus Misstrauen gegen Regierung, Militär und Geheimdienst entstanden

Im Folgenden sollen hier ein paar bekannte Beispiele genannt werden, zu welchen Ereignissen Theorien oder Thesen entstanden, welche offizielle Darstellungen widerlegen wollen. Und eines muss klar sein: Diese Verschwörungsannahmen scheinen für viele womöglich absurd, aber dennoch gibt es Anhaltspunkte, die zahlreiche Menschen zweifeln oder eigene Erklärungen ersinnen lassen. Und manchen Verschwörungstheorien wird heute weltweit nachgegangen. Es wäre also leichtfertig, alles, was offiziellen staatlichen Darstellungen widerspricht, gleich als Unsinn abzutun.

Auf die einzelnen Beispiele wird nur kurz eingegangen, da hier nicht der Raum ist, um diese detailliert zu behandeln. Jedes wäre ein eigenes erschöpfendes Thema. Im Fokus stehen weiter die USA. Dies hat mehrere Gründe, vor allem die Tatsache, dass die USA mit ihrer Außen- und Geo-Politik einen großen Einfluss weltweit haben und die Befindlichkeiten der US-Bürger von erheblicher Bedeutung sind.

Der japanische Angriff auf Pearl Harbour, im Zweiten Weltkrieg

Beim japanischen Luftangriff auf Pearl Harbor, am 7. Dezember 1941, kamen 2.403 Amerikaner ums Leben, 2335 Marinesoldaten und 68 Zivilisten. Hinzu kamen etwa 1170 Verwundete. Zwei große US-Kriegsschiffe wurden versenkt und zahlreiche stark beschädigt. Weit über 300 US-Kampfflugzeuge, die ebenfalls in Pearl Harbour stationiert waren, wurden zerstört oder beschädigt. Der Luftangriff der Japaner erfolgte mit über 350 Flugzeugen, die mit Flugzeugträgern über den Pazifik gebracht worden waren und in zwei Hauptwellen die Stützpunkte auf der hawaiianischen Insel O‘ahu angriffen. Außerdem waren mehrere japanische kleine U-Boote beteiligt.(1)

Wenngleich die Japanische Armee im Vorfeld mit Geheimhaltung plante und kein Funkverkehr die Aktion verraten haben soll, gibt es Hinweise darauf, dass der US-Geheimdienst dennoch zuvor Kenntnis von einem bevorstehenden Angriff erlangt hatte und Präsident Rooseveld informiert war.
Es besteht seit damals die Theorie, dass die Amerikaner von einem bevorstehenden japanischen Angriff wussten. US-Präsident Franklin Delano Roosevelt, soll es geschehen lassen haben, ohne Vorkehrungen zu treffen. Damit erhoffte er vor der weitgehend pazifistisch eingestellten US-Bevölkerung einen willkommenen Anlass zu erhalten, um an der Seite Großbritanniens in den zweiten Weltkrieg einzutreten – mit Kriegserklärungen gegenüber Japan und Deutschland. Dies war mit dem britischen Premierminister Winston Churchill vereinbart. Diese umstrittene These bewegt noch heute in den USA viele Gemüter. Aber viele halten ein solches Kalkül des Präsidenten (und seiner Berater) für wahrscheinlich.

Zwei Tage nach dem japanischen Luftangriff erfolgte die Kriegserklärung der USA an Japan. Das Deutsche Reich und die USA erklärten sich gegenseitig den Krieg; Italien übermittelte ebenfalls eine Kriegserklärung an die USA. Wie sich herausstellte, hatte das Japanische Kaiserreich sich in mehrfacher Hinsicht strategisch vollkommen verkalkuliert und das Gegenteil von dem erreicht, was beabsichtigt war.

Fußnote:

(1) Der Luftangriff auf den hawaiianischen US-Stützpunkt wird als Überfall gewertet, weil die japanische Seite es „versäumte“ – ausversehen oder mit Kalkül – den USA zuvor eine offizielle Kriegerklärung zu übermitteln.

Das Attentat auf Präsident John F. Kennedy

Die wahrscheinlich bekanntere Verschwörungstheorie betrifft das tödliche Attentat in Dallas auf John Fitzgerald Kennedy, US-Präsident von 1961 bis zu seinem Tode 1963. Es gibt zu den Umständen der Ermordung Kennedys sowie zu Motiven und Tätern zahlreiche Vermutungen und Annahmen. Darunter sind ernstzunehmenden Thesen, was statt der offiziellen Darstellung womöglich geschah und wer hinter dem Attentat stecken könne. Einiges an dem offiziell erklärten Tathergang erscheint wenig glaubhaft. Zeugen machten andere Beobachtungen, und es ereigneten sich anschließend an das Attentat Dinge, die verständlicherweise Misstrauen erweckten. So sprossen rasch zahlreiche Vermutungen, dass das Attentat auf den Präsidenten ganz anders ablief, als offiziell erklärt. Zu der Thematik wurden inzwischen weltweit, zahlreiche Artikel sowie mehrere Bücher verfasst und Filme gedreht.

Es bestehen Annahmen, es könne sich um eine Verschwörung aus Führungskreisen der USA gegen den eigenen Präsidenten gehandelt haben. Der als Attentäter präsentierte Kommunist, Lee Harvey Oswald, könne demnach nicht der tatsächliche Mörder gewesen sein. Oswald wurde wenige Tage nach dem Attentat auf Kennedy, bevor ein Prozess gegen ihn beginnen konnte, in einer Polizeistation in Dallas von dem todkranken Jack Ruby erschossen. Ruby war ein zwielichtiger Mobster (Mitglied bestimmter krimineller Banden) und Nachtclubbesitzer aus Dallas. Aussagen, die er nach dem gegen ihn geführten Prozess in Interviews machte, verstärkten den Eindruck, dass hinter dem Attentat wahrscheinlich etwas anderes steckte, als offiziell erklärt. Allerdings war Ruby womöglich zunehmend geistig verwirrt und somit nicht zurechnungsfähig. Der Hergang und Hintergründe zu Kennedys Ermordung sind bis heute nicht schlüssig geklärt.

Die US-Mondlandung 1969

Eine weitere große Verschwörungstheorie aus den USA betrifft die Mondlandung. Seit langem schon wird von einigen angezweifelt, dass die US-Mondmission tatsächlich erfolgte. In den Jahrzehnten nach 1969 wurden zahlreiche wiederum schlüssige Erklärungen von offiziellen Stellen und Medien abgegeben, die Zweifel ausräumen sollen. Dennoch gibt es zahlreiche Menschen (in den USA und international), welche die Ansicht vertreten, die US-Mondlandung sei nie erfolgt, sondern das Ganze gestellt gewesen.

11. September 2001

Herausragend bedeutsam waren die Anschläge auf Ziele in den USA mittels gekaperter Verkehrsflugzeuge, am 11. September 2001. Besonders zu den Einstürzen der Twin Towers, den Zwillingstürmen des World Trade Centers in Manhattan, kursierten schon kurz nach dem erschütternden Ereignis Annahmen und Verschwörungsvermutungen. Auch hier waren es Ungereimtheiten und für die Außenstehenden schwer nachvollziehbare Geschehnisse und Abläufe, die Fragen aufwarfen, Misstrauen erregten und zu vielfältigen Spekulationen Anlass gaben.

Wie so oft sind es auch lückenhafte Darstellungen und wenig überzeugende Erklärungen und vernachlässigte Aspekte, auf die vonseiten der offiziellen, staatlichen Stellen nicht eingegangen wird. Die Glaubhaftigkeit wird so geschwächt. Kritische Geister erkennen selbstverständlich solche lückenhaften Darstellungen oder Widersprüche. Wenn dann noch genügend Phantasie sowie Misstrauen gegenüber der eigenen Regierung, Politik allgemein und Medien hinzukommt, liegt die Entstehung von zahlreichen Vermutungen und Verschwörungstheorien nahe. Hinzu kommt, dass die Attentate vom September 2001 als Grund für den Beginn des Afghanistan-Krieges dienten.

Am 11. September 2001 wurde nicht nur das World Trade Center zerstört, sondern auch ein Flugzeug in das Pentagon gesteuert und ein weiteres Flugzeug, UA 93, stürzte ab, nachdem es wahrscheinlich Widerstand von Passagieren und Crew gegen die Entführer gab.

Ohne hier auf die Einzelheiten eingehen zu können, muss man insgesamt feststellen, dass die offiziellen Berichte und Erklärungen für die Öffentlichkeit zu diesen Tragödien lückenhaft waren und in sich widersprüchlich oder nicht zufriedenstellend schlüssig erscheinen. Hinzu kommt die Tragweite des schockierenden Ereignisses.

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An dieser Stelle kann selbstverständlich nicht darüber befunden werden, ob die offiziellen Darstellungen stimmen oder nicht. Es geht darum aufzuzeigen, wie Zweifel entstehen und aus welchen Gründen Überlegungen angestellt werden, die offizielle, staatliche Erklärungen verwerfen oder andere Erklärungen entstehen, Annahmen über gänzliche andere Hergänge und so weiter detailliert ausgearbeitet werden.

Es soll hier nicht Stellung zu den genannten Beispielen bezogen werden oder eine Bewertung erfolgen. Sondern die genannten Fälle sollen schlicht veranschaulichen, wie groß sowohl das Misstrauen wie auch die Ablehnung gegenüber der Führung der USA ist und wie wenig glaubhaft sie von eine großen Zahl an Leuten eingeschätzt wird.

Die Gemütslage in den USA

Das über Jahrzehnte zuvor angestaute und durchaus nachvollziehbare Misstrauen eines großen Bevölkerungsteils gegenüber Regierung, staatlichen Institutionen, Militär und Großkonzernen wie auch reichen (und einflussreichen) Personen sitzt in den USA sehr tief. Die Erfahrungen der Vergangenheit hatten die US-Bürger gelehrt, wie erfindungsreich diese Führungseliten sind, wenn es darum geht, einen Anlass zu konstruieren, um einen Krieg auszulösen oder in einen bestehenden einzutreten und Truppen weltweit zu stationieren und sich in die internen Belange anderer Länder einzumischen.

Die Tatsache, dass die US-Führung kurz darauf die Anschläge vom 11. September als Rechtfertigung nutzen wollte, um in den Irak einzumarschieren und dann tatsächlich den Afghanistan-Krieg unter dieser Begründung begannen, lud zu Annahmen ein, dies seien konstruierte Anschläge. Zumindest seien diese mit Wissen von Geheimdiensten geschehen und nicht verhindert worden. Die Ereignisse passten in ein Muster: Die USA werden (angeblich) angegriffen und nehmen dies als Anlass, einen Krieg zu führen, der offenbar wirtschaftlichen oder geo-strategischen Interessen dient. Abgesehen davon waren die USA seit dem Zweiten Weltkrieg nie mehr in ihren kriegerischen Handlungen erfolgreich. Die USA gingen aus allen Kriegen mit hohen Verlusten, enormen Kosten und nicht erreichten Zielen heraus.

Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 kommt hinzu, dass zu dieser Zeit, seit wenigen Jahren erst, eine große Anzahl der Menschen in der westlichen Welt über Zugang zum Internet verfügten. Damit konnten sich verschiedene Zweifel, Mutmaßungen und Erklärungsversuche rasch und weit verbreiten. Da diese Dynamik für Regierungen und Geheimdienste womöglich noch neu war und diese einigermaßen unvorbereitet traf, hatte man den Spekulationen 2001 obendrein noch nicht viel entgegenzusetzen.

Das Bild, das zahlreiche US-Bürger von ihrer politischen Führung seit langem gewonnen haben und welches sich zunehmend verfestig, kollidiert mit ihrem Moralempfinden und ihrem Anspruch an eine Führungselite. Es darf der Anspruch an Moral und Gerechtigkeitsempfinden in der breiten Masse der Bevölkerung nicht unterschätzt werden. Sie wollen keine unmoralischen Lügner und Kriegstreiber als Repräsentanten und Entscheidungsträger, sondern eine Führungselite, die zumindest den grundlegenden moralischen Ansprüchen gerecht wird, die für die Gesellschaft im Ganzen gelten.

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte sinkt das Vertrauen der US-Bürger in die Politik, in die Fähigkeit und den Willen der Regierung, sich zu ihrem Wohle und für ihren Staat einzusetzen.

Ein Beitrag aus „The Economist“ befasst sich mit dem Misstrauen der US-Amerikaner.

Interessant in dem Zusammenhang ist die ausführliche Studie des Pew Research Center: https://www.pewresearch.org/politics/2022/06/06/americans-views-of-government-decades-of-distrust-enduring-support-for-its-role/

Hier gelangen Sie zu Teil 1 von „Kampfbegriffe gegen die Opposition“.

Teil 3 wird in Kürze veröffentlicht werden. Bitte haben Sie noch etwas Geduld.

Der Beitrag „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 2 erschien zuerst auf Advocatus Veritas.

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„Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 1 https://advocatus-veritas.com/de/kampfbegriffe-gegen-die-opposition-teil-1/ https://advocatus-veritas.com/de/kampfbegriffe-gegen-die-opposition-teil-1/#respond Fri, 29 Mar 2024 19:02:08 +0000 https://advocatus-veritas.com/?p=533 Die häufig genutzten Begriffe "Verschwörungstheorie" oder "Fake-News", Hate Speach" werden systematisch dazu genutzt, um Kritik oder die Ansichten von oppositionell eingestellten Bürgern in ein schlechtes Licht zu rücken. Die Nutzung von bestimmten Begriffen dient dazu, Menschen und deren Ansichten und bestimmte Thesen abzuwerten. Hier wird erklärt, wo bestimmte Begriffe herstammen und wie diese genutzt werden, um Ausgrenzung zu betreiben. [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...] [...]

Der Beitrag „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 1 erschien zuerst auf Advocatus Veritas.

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Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – was steckt dahinter?

Die Begriffe „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungstheoretiker“ werden in den vergangenen Jahren häufig in Medien und öffentlichen Debatten genutzt. Nicht in allen westlichen Ländern ist dies gleichermaßen der Fall. In manchen Ländern wird mit diesen oder vergleichbaren Begriffen das Ziel verfolgt, die Meinungsbildung einzuengen.
Wenn eine Darstellung oder eine ganzes Themengebiet als Verschwörungstheorie bezeichnet wird, sollen sowohl der betreffenden Thematik oder Sichtweise wie auch den Personen gegenüber, die sich damit befassen, Geringschätzung und Verachtung zum Ausdruck gebracht werden. Es wird die Botschaft gesendet: „Diese Leute und deren Darstellungen und Ansichten sind unseriös und unsinnig!“

Inzwischen ist denjenigen, die mit diesem Begriff andere stigmatisieren oder eine These als unglaubwürdig darstellen wollen, „Theorie“ in seiner Abwertungswirkung zu schwach. Also werden nun auch Begriffe wie „Verschwörungserzählung“, „Verschwörungsideologie“, „Verschwörungsphantasie“, „Verschwörungsmythen“ oder auch „Schwurbler“ (Jemand, der umständlich dummes Zeug redet; englische Entsprechung: „Rubbish Narrator“) oder ähnliches genutzt.
Leitmedien, führende Politiker der etablierten Parteien wie auch Publizisten, Akademiker und Nichtregierungsorganisationen (NGO: Abkürzung aus dem international gebräuchlichen englischsprachigen Begriff) nutzen diese Begriffe zur Abwertung. Offenkundig werden mit dieser Methode der Stigmatisierung bestimmte Narrative oder Dogmen verteidigt, um zu verhindern, dass sie infrage gestellt werden.
Die Themen und Lebensbereiche, die davon betroffen sind, werden zahlreicher; die Tabuzonen für das Denken und Äußern von Ansichten werden mittels derartiger Methoden ausgeweitet.
Es handelt sich bei dieser Methode um eine moderne Form der Zensur: Bürger dürfen alles sagen, aber nicht ungestraft. Man muss zunehmend mit Konsequenzen rechnen, wenn man sich mit bestimmten Angelegenheiten in „falscher Weise“ auseinandersetzt oder sie hinterfragt: Mit gesperrten Social-Media-Kanälen, mit Ansehensverlust, gesellschaftlichen, beruflichen oder sogar juristischen Maßnahmen muss der Bürger, der aus der Reihe tanzt, manchmal als Konsequenzen rechnen.

Ein ernsthaftes Befassen mit der Geschichte und Entstehung von „Verschwörungstheorien“ und der Verwendung dieses Begriffes erfordert, dass in die Geschichte ausgeholt wird. Erst die Betrachtung von früheren Ereignissen und Methoden erklärt, was heute geschieht. Es wird, wie so oft, nötig auf Hintergründe einzugehen, um heutiges Geschehen zu verstehen.

Der Beitrag wird wegen des Umfanges der Thematik in drei Teile unterteilt.

Inhalt

Teil 1
„Verschwörungstheorie“: Ursprung eines Begriffes und dessen Gebrauch
Woher kommt der Begriff „Verschwörungstheorie“?
Wer sind Verschwörungstheoretiker?
Was wird heute als Verschwörungstheorie bezeichnet?
Wodurch die Entstehung von Verschwörungstheorien begünstigt wird

Teil 2
Verschwörungstheorie, Verschwörungstheoretiker, Fake-News – Entstehen, Unterscheidungen und Bedeutung
Die USA werden heute häufig als Ursprung und Hotspot der Verschwörungstheorien angesehen – naheliegende Gründe hierfür
Ein Beispiel aus der früheren Zeit der USA
Mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit
„Verschwörungstheorien“, die aus Misstrauen gegen Regierung, Militär und Geheimdienst entstanden
Die Gemütslage in den USA

Teil 3
International verbreitete oder diskutierte „Verschwörungstheorien“
Weshalb Verschwörungstheorien entstehen
Eine Verschwörungstheorie füllt eine Lücke
Nicht nur in den USA – in der gesamten westlichen Welt finden inzwischen Misstrauen und „Verschwörungstheorien“ zunehmend Verbreitung
Vorläufiges Fazit: Die verschiedenen Arten von Verschwörungstheorien kurz kategorisiert
Kampfbegriffe gegen Meinungsäußerungen und freies Denken
Was dies mit Donald Trump zu tun hat
Fazit und Bewertung

Teil 1

„Verschwörungstheorie“: Ursprung eines Begriffes und dessen Gebrauch

Woher stammt der Begriff „Verschwörungstheorie“?

Der Philosoph Karl Popper (geboren 1902 in Wien, gestorben 1994 in London) gebrauchte in seinem Buch ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘ Band 2, ‚Falsche Propheten: Hegel, Marx und die Folgen‘ (verfasst in Neuseeland, erschienen in Englisch 1945, auf Deutsch 1958) den Begriff der „Verschwörungstheorie der Gesellschaft“. Damit verlieh er dem Begriff Verschwörungstheorie weitgehend die heute gültige Bedeutung. Der Begriff „Conspiracy Theorie“ (englisch für „Verschwörungstheorie“) ist mit anderer Bedeutung versehen und vorwiegend im juristischen Zusammenhang, schon im ‚Oxford English Dictionary‘ einige Jahrzehnte vor dem Erscheinen von Poppers Buch zu finden.

Nach der Berichterstattung zum Mordanschlag an dem US-Präsidenten John F. Kennedy, 1963, erlangt das Wort „Verschwörungstheorie“ in den USA Verbreitung. Zu dieser Zeit wurde der Begriff genutzt, um Misstrauen und nachvollziehbare Zweifel an den offiziellen Darstellungen zum Hergang des Attentats und der Täterschaft zu zerstreuen, was bis heute bekanntermaßen nicht umfassend gelang.
Seit dieser Zeit werden, vornehmlich in den USA, Erklärungen und Deutungen zu großen Ereignissen als Verschwörungstheorie bezeichnet, die für ein Geschehen eine möglicherweise konspirativ handelnde Gruppe oder Institutionen ausmachen, die damit einen bestimmten Zweck verfolgt. Diese Verschwörer haben demnach ein Interesse an dem Geschehen, welches gegebenenfalls in einen größeren Kontext eingeordnet werden kann, und sie besitzen die Mittel, um verschwörerisches Handeln zuvor zu planen und umzusetzen.

Gerade in den USA bestand schon lange zuvor ein erhebliches Misstrauen gegenüber Politik und Wirtschafskonzernen sowie herausragend reichen Familien – also Führungseliten.

Wer sind Verschwörungstheoretiker?

Wie im Folgenden erläutert wird, kann man diese Fragen nicht einfach und pauschal beantworten. Verschwörungstheoretiker können an verschiedenen Stellen oder Positionen wirken. Seit Jahrzehnten wird der Begriff „Verschwörungstheorie“ auf kritische, an offiziellen Darstellungen zweifelnde Bürger oder Publizisten angewandt, die mit Gegendarstellungen zu staatlichen und medialen (offiziell verbreiteten) Erklärungen in Erscheinung treten.

Allerdings können die Urheber und früheren Schöpfer von nachgewiesenen Verschwörungserzählungen und vergleichbaren Behauptungen an anderen Stellen ausgemacht werden: Regierungen oder regierungsnahe Kreise entwickeln Verschwörungstheorien (Behauptungen, Unterstellungen) und setzen sie in die Welt. Und das wurde nachweislich oft getan.
Sie bedienen sich hierbei der vielfältigen, ihnen zur Verfügung stehenden Verbreitungskanäle. Früher waren das Medienhäuser, große Presseverlage, Presseagenturen, Radiosender und natürlich Pressekonferenzen, die von einflussreichen Politikern und Lobbyisten genutzt werden können. Heute kommen weitere Verbreitungsmöglichkeiten hinzu.

Presse, Medienunternehmen allgemein können ebenfalls Urheber sein oder zumindest Verschwörungbehauptungen verbreiten. Diese Fälle gab es häufig schon in der Vergangenheit, in der Zeit vor dem Internet.
Seit der Verbreitung des Internets ist die Lage offenkundig komplexer geworden, flexibler, und Entstehung und Verbreitung von Verschwörungsannahmen und Gegenerzählungen zu den offiziellen Erzählungen laufen rasend schnell. Blogger, misstrauische Bürger, phantasievolle Geister, investigative Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler, Whistleblower, Oppositionelle verschiedener Richtungen, Betrüger und wirre Persönlichkeiten… alle diese Menschen und Gruppen können seit etwa dem Jahre 2000 ihre Recherchen, Erkenntnisse, Vermutungen und Erklärungsversuche, Unterstellungen, Phantasien oder auch wahnhafte Vorstellungen verbreiten, darüber mit zahlreichen anderen diskutieren und sich gegenseitig inspirieren.

Und wenn das Ganze so aufgezählt erschreckend erscheint – es muss nicht unbedingt von Nachteil sein. Allerdings wird die Lage durch das Internet zum einen unübersichtlicher, wesentlich vielfältiger und komplexer. Andererseits – und das ist entscheidend: Es fällt den Führungseliten und den großen Medienkonzernen wesentlich schwerer, eigene Erzählungen und Narrative zu verbreiten und in der Öffentlichkeit wirksam zu verfestigen, um so die breite Masse (fast widerstandslos) zu manipulieren. Gegendarstellungen und gegensätzliche Meinungen kommen sofort im Internet und verschiedenen Sozialen Medien auf, bei konkreten Ereignissen oft unterstrichen durch Handyvideos und Augenzeugen. Auch das Verschweigen und Weglassen von Informationen oder einseitige, manipulative Darstellungen fallen so einem Teil der Bürger rascher auf – Leitmedien geraten so unter Zugzwang. Dies konnten wir in Deutschland in den vergangenen Jahren häufiger bemerken. Damit erfüllen die Digitalmedien auch eine wichtige Aufgabe.

In der Folge sind das Internet im Allgemeinen und verschiedene Soziale Medien im Besonderen zum Feindbild führender Politiker und Medienkonzerne geworden. Für die etablierten, großen Medienunternehmen findet sich in den Digitalmedien nicht nur eine wirtschaftliche Konkurrenzsituation, sondern auch eine unkalkulierbare Konkurrenz bezüglich inhaltlicher Darstellung und Meinungsbildung. Die „alten Medien“ und die mit ihnen oft eng verbundenen Führungseliten (der westlichen Welt) dringen mit ihren verbreiteten Dogmen und Narrativen bei einer großen Zahl der Bürger nicht mehr in der Weise durch, wie es früher der Fall war. In vielen Bereichen folgt ihnen die Mehrheit nicht mehr und misstraut auch den früher dominierenden Medien zunehmend.

Was wird heute als Verschwörungstheorie bezeichnet?

Als „Verschwörungstheoretiker“ oder „Verschwörungserzähler“ wie auch „Aluhutträger“ und so weiter werden Menschen bezeichnet, die Ansichten vertreten, welche Erklärungen, Darstellungen und Dogmen der westlichen Führungseliten deutlich entgegenstehen und deren Erklärungsmustern widersprechen. (Auf die Definition des zunehmend strittigen Begriffes „Elite“ wird an dieser Stelle nicht eingegangen.) Dies wird zunächst unabhängig davon betrachtet, ob diese so bezeichnete Ansicht oder Darstellung sachlich, logisch, nachvollziehbar und quellenbasiert ist oder aber wirr, irrational, in sich widersprüchlich und nicht sachlich belegbar.

Ansichten oder auch ausführliche, sachliche Abhandlungen, die den Führungseliten und deren Wortführern widersprechen beziehungsweise völlig andere Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigen, werden als Verschwörungstheorie, Verschwörungserzählung oder Verschwörungsmythos („Desinformation“, „Hassrede“…) und so weiter bezeichnet. Dabei ist es gleichgültig, wie ausführlich, belegbar und begründet diese Position hervorgebracht wird.

Zu zahlreichen solcher kontroversen Themen, welche von westlichen Medien oder führenden Politikern als Verschwörungserzählung abgetan werden, gibt es Bücher mit Quellenangaben und systematischem Aufbau, welche wissenschaftlichen Ansprüchen genügen oder von Fachleuten verfasst wurden. Auch ausführliche Abhandlungen in Digitalmedien, in Zeitschriften, Büchern und Vortragsveranstaltungen werden immer häufiger mit abwertenden Bezeichnungen verunglimpft.
Es handelt sich dabei meist um Themen aus Politik, Gesellschaft, Macht- und Herrschaftsstrukturen und Wirtschaft. Mit dieser Form der Ausgrenzung wird die oft beklagte Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben.

Im Falle der CORONA-Pandemie und der Kontroverse um die Impfung wird deutlich, dass in ähnlicher Weise wissenschaftliche Betrachtungen und Forschung einerseits als „richtige“ und „anerkannte“ Wissenschaft deklariert werden, und andere fachlich qualifizierte wissenschaftliche Kenntnisse und Erklärungen werden als falsch, „Fake News“ oder „Verschwörungstheorie“ abgetan und Wissenschaftler so diskreditiert. Es wird sogar zensiert oder kriminalisiert. Ähnliches kennen wir auch von der Debatte um den Klimawandel und die Ursachen dafür. Ein offener Umgang mit Wissenschaft und Freiheit der Forschung sieht anders aus. Von Meinungsfreiheit oder Informationsfreiheit ist hier ganz zu schweigen. Das systematische Verunglimpfen von Aussagen und Personen mit derartigen Begriffen steht im großen Gegensatz zu verfassungsgemäßen Grundrechten – ja, es widerspricht rechtsstaatlichen Grundsätzen.

„Verschwörungstheorie“ wird heute fast ausschließlich als Abwertungsbegriff und verbale Abwehr gegen oppositionelle Ansichten und Veröffentlichungen genutzt. Und wie gesagt: als Opposition kann schon abweichende Erkenntnis oder Erklärung in wissenschaftlichen Fachgebieten gewertet werden. Wir erfahren in der sogenannten Westlichen Welt immer weniger eine sachliche Auseinandersetzung mit Oppostion, sondern der Opposition wird mit Vernichtungswille begegnet.

So wollen führende Eliten und ihre Sprachrohre Kritik an sich selbst delegitimieren und verunglimpfen, um einer ernsthaften, inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen. Es wird selbstredend unterstellt, dass das, was als Verschwörungstheorie bezeichnet wird, keinerlei Wahrheitsgehalt besitzt und von Grund auf als falsch anzusehen ist.

Die Zensurschere für Gedanken und Themen muss in die Köpfe eingepflanzt werden. Dazu dienen „Kampfbegriffe“.
Hin und wieder wird der Begriff „alternative Wahrheit“ benutzt, um Ansichten oder begründete Darstellungen abzuweisen und in Misskredit zu bringen.
Ergänzt werden diese Zuschreibungen, besonders in Deutschland, seit mehreren Jahren mit der Diskussion um „Fake-News“, „Hassrede“ und „Desinformation“, womit man pauschal diese Begriffe nach Belieben miteinander mischt. Es wird verurteilt und abgewertet, was dem durch staatsnahe öffentlich-rechtliche Medien und führende Parteipolitiker vermittelten Weltbild widerspricht. Hinzu kommen neue Gesetze von EU-Seite und staatlicherseits, die als Maßnahmen gegen Meinungsäußerungen dienen. Staatlich organisierte und finanzierte Zensurtruppen durchfortsen bestimmte Soziale Medien. Schaut man sich allerdings das an, was beispielsweise als „Hassrede“ (Hate Speach) deklariert wird, so erkennt man, dass es darin in vielen Fällen nicht wirklich um Hassbotschaften geht, sondern um oppositionelle Kritik oder Meinungsäußerungen, die führenden Politikern und den ihnen nahestehenden Medien missfallen.

Sie verbieten nicht die Hassrede. Sie verbieten die Rede, die sie hassen.

  • Urheber nicht bekannt. Dieses Zitat, welches wahrscheinlich auf einen US-amerikanischen Twitter-Kommentar zurückgeht, wird häufig Elon Musk zugeschrieben. Musk distanziert sich nicht vom Inhalt der Aussage, ist aber nicht der Urheber. Das Original soll lauten: „They don’t ban hate speech; they ban speech they hate.“

Ein weiterer Kampfbegriff ist, vorwiegend in Deutschland, lange schon „rechts“ und verschiedene Verbindungen damit. Über Jahrzehnte wurde alles gezielt demonisiert, was man im Erntfernten als politische rechts bezeichnen kann.

Im gleichen Atemzuge wird nun oftmals die so geächtete Verschwörungserzählung (in Deutschland) gezielt gleichzeitig als „rechts“ oder „rechtsextrem“ bezeichnet. „Rechte Verschwörungstheorie“ lautet nun der oft wiederhole Begriff. Ob sich hinter gewissen Meinungen tatsächlich politisch rechts orientierte Menschen befinden oder aber eine Rechts-Ausrichtung unterstellt wird, ist dabei erkennbar unerheblich.(1)
Es werden zwei als negativ deklarierte Worte zu einer Begrifflichkeit zusammengefügt. Und lässt es überflüssig erscheinen, sich sachlich mit Inhalten und auch Argumenten auseinanderzusetzen.

Da in den vergangenen Jahren zunehmend Opposition und Widerspruch gegenüber dem Mainstream in der Politik und Medienlandschaft pauschal als „rechts“ oder „rechtsextrem“ und sogar undifferenziert mit „Nazi“ bezeichnet wird, will man mit der Verbindung zwischen dem über Jahrzehnte dämonisierten „rechts“ und den „Verschwörungsgläubigen“ eine subtile gedankliche Verbindung schaffen. Bei einer großen Anzahl an unbedarften Bürgern verfängt diese leicht zu durchschauende Methode der Verunglimpfung und Ausgrenzung tatsächlich.

(1) Beispielsweise fanden in den Jahren 2020 und 2021 in Deutschland unzählige Kundgebungen gegen die CORONA-Maßnahmen statt. Diese Schutzmaßnahmen wurden von vielen Bürgern wie auch Juristen und Medizinern oder anderen Fachleuten als unverhältnismäßige Einschränkung der Grundrechte angesehen. An diesen Demonstrationen nahm eine bunte Mischung an Menschen teil, wie ich selbst in mehreren Fällen erkennen konnte. Gespräche mit Teilnehmern haben deutlich gezeigt, dass es hier nicht um „rechts“ oder „links“ geht, sondern um die Sache selbst – um Widerstand gegen neue Gesetze und Regierungsmaßnahmen, welche Grundrechte aushebeln. Hier haben Leute Seite an Seite demonstriert unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung. Bürger mit unterschiedlichem Wahlverhalten und viele, die bislang unpolitisch waren, haben sich zusammengefunden. Medien und führende deutsche Politiker konstruierten pauschal eine gegen den Staat gerichtete, rechte Gesinnung dieser Demonstranten.

Wodurch die Entstehung von Verschwörungstheorien begünstigt wird

Entstehen sogenannte Verschwörungstheorien, ist vorrangig ein tiefsitzendes Misstrauen die Ursache. Misstrauen gegen Politik, staatliche Institutionen, Medien und verschiedene Lobbygruppen wird auch durch solche Lügen genährt, die nachhaltig über Generationen nachwirken. Das Konstruieren von Verschwörungslügen ist von je her, bis heute Mittel der US-Politik, vor allem in der Außen- und Kriegspolitik. Darauf wird in Teil 2 dieser Abhandlung eingehend eingegangen. Ursprünglich kam dies also nicht aus der Bevölkerung, sondern wurde durch Regierungen, staatliche Stellen oder große Medien ersonnen und verbreitet.

Ein zunehmend wachsender Teil der US-Bevölkerung ist nicht mehr bereit, seinem Regierungsapparat emotionalisierte Propagandalügen unhinterfragt abzunehmen. Was diesbezüglich für die US-Bürger gilt, gilt im verstärkten Maße für Menschen in fast allen Ländern der westlichen Welt: Sehr viele Menschen trauen der US-Regierung sowie Präsidenten, Regierungsberatern, Geheimdiensten der USA, Think-Tanks und Großkonzernen alles zu, allerdings wenig Gutes. Stattdessen bringt man sie in Verbindung mit Lügen, Verschlagenheit, Krieg, Zerstörung, Willkür, Kaltherzigkeit und Berechnung, Menschenverachtung und moralischer Verkommenheit.
Diese harten aber inzwischen weit verbreiteten Ansichten über die USA beziehungsweise ihrer Führung sind Resultat bisherigen Handelns.
Daher ist es wenig verwunderlich, dass viele weltweit kursierende und verschiedenartige „Verschwörungsannahmen“ und Misstrauensbekundungen im Zusammenhang mit den USA und ihren Führungseliten stehen.

Seit einigen Jahren sind ein Vertrauensverlust und Ablehnung nicht nur gegenüber der Führung der USA zu verzeichnen. In fast allen westlichen Ländern steigen Misstrauen und Ablehnung gegenüber ihren Führungseliten. Am Beispiel Deutschlands wurde das hier schon erklärt. Begegnet wird dem mit weiteren Restriktionen gegenüber dem kritischen Bürger. Gesellschaftliche Spaltung nimmt ebenso zu.

Einige Beispiele sollen in Teil 2, nachvollziehbar erklären, wie Misstrauen entstanden ist und weshalb es offenbar zunimmt.

Teil 3 geht in Kürze auch online.

Der Beitrag „Kampfbegriffe gegen die Opposition“ – Teil 1 erschien zuerst auf Advocatus Veritas.

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